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Illusionsbühne



Bis heute verbreitetste Form der Dekorationsbühne , die dem Zuschauer durch wirklichkeitsgetreue Gestaltung vortäuscht, Zeuge tatsächlichen Geschehens zu sein. Der Bühnenraum wird durch Dekoration,—* Kulisse und Beleuchtung als ein in sich geschlossener Raum ausgestaltet, in den das Publikum durch die offene vierte Wand hineinsehen kann. Die Illusion wird perfekt durch das historisch genaue —>Kostüm der Schauspieler, so daß es den Anschein hat, als wären Theater und Wirklichkeit identisch. Damitentsprach die Bühne den Bestrebungen im —> Drama nach realistischer oder naturalistischer Nachbildung von —»Handlungen.
      Die Illusionsbühne, auch Guckkastenbühne genannt, wird im Theater des —»Barock entwickelt und ist seit der —> Aufklärung die vorherrschende Bühnenform. Sie löst damit andere Bühnenformen wie die Marktplatz- oder die Gartenbühne ab, die das Theater in die Nähe von Jahrmarktslustbarkeiten bzw. höfischen Festbelustigungen rückten. Die Illusionsbühne soll die Aufmerksamkeit des Zuschauers konzentrieren. Das Geschehen darf nicht von Fremdkörpern gestört werden, sondern soll unmittelbar nachvollziehbar sein.
      Im 20. Jahrhundert entstanden im Zuge anderer Theaterkonzeptionen in bewußter Ablehnung des Illusionsaspekts auch andere Bühnenformen wie die Drehbühne oder die Stilbühne. Der —»Dramaturg Max Reinhardt leistete hier Pionierarbeit. Der Dramatiker Bertolt Brecht setzte sich in seinen Schriften kritisch mit der Illusionsbühne auseinander .
     


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