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Hörspiel



Mit dem Rundfunk entstandene dramatische Form , die einzig mit akustischen Mitteln arbeitet. Das Hörspiel entdeckte bald nach der Einführung des Rundfunks die durch das Medium bedingten neuen Gestaltungsmittel. Mit der Blende und dem Schnitt und der Möglichkeit, Original-Töne sowie im Studio erzeugte Geräuscheffekte zu verwenden, stehen dem Hörspiel Mittel zur Verfügung, mit denen es unterschiedliche Realitäts- und Fiktionsebenen mischen kann. Zunächst neigte man zu Funkbearbeitungen von Dramenliteratur, wobei die —> Dramaturgie noch vom Theater bestimmt war. Bald aber war man von den neuen Möglichkeiten, mit akustischen Effekten die Welt , fasziniert. Der Breslauer Rundfunkintendant Friedrich Bischoff schrieb 1927 ein längeres Gedicht mit dem Titel «Die Dramaturgie des Hörspiels», das die Begeisterung für die neuen Möglichkeiten des Rundfunks wiedergibt:


«Hallo! Hier Welle Erdball!
Hallo! Hier Welle Erdball! Symphonieder Zeit! Aus dem Äther schwingt sie, schwilltsie donnernd heran. Es geht nicht um Himmel, Hölle und

Ewigkeit, aber Euch, die ihr hört, geht es an.
      Bruchstücke, Wortfetzen, Augenblik-ke,aufleuchtende, wieder verdämmernde Menschengeschicke.
      Jagd nach Glück, Kampf um Geld und Besitz,es klingt vorüber, zuckt auf Blitz um Blitz.
      Bitte suchen Sie nicht nach Zusammenhängen.
      Achtung! Einschalten zum ersten Bild: Maschinen rasen! Das Telephon schrillt!
Gut so! Wir fangen an! Alles am Ort? Hallo! Hier Welle Erdball! Wer dort?»
Die ältesten auch in Druckfassungen erhaltenen Hörspiele sind u. a. «A comedy of danger» von Richard Arthur Warren Hughes und «Zauberei auf dem Sender» von Hans Flesch, die beide 1924 urgesendet wurden. In den dreißiger Jahren war das Hörspiel eine äußerst populäre Form der anspruchsvollen Unterhaltung. Die relativ kurze Dauer eines Hörspiels zwingt zur Konzentration der -»Handlung; die Stimmen müssen unterscheidbarbleiben, daher treten meist nur wenige Personen auf, deren Sprache einprägsam sein muß. Ein Erzähler kann die Handlung unterbrechen und das Spiel strukturieren. Musik oder Geräusche können vielfältig verwendet werden, sie können als eine Art akustischer Vorhang zwischen den Akten dienen, Schauplätze andeuten oder auch irreale Effekte produzieren.
      Typisch für das Hörspiel der zwanziger Jahre war die Darstellung realer oder simulierter Katastrophen. Um 1930 wurden die ersten umfassenden Hörspieltheorien formuliert, die meist die Möglichkeiten dieser neuen Form überschätzten . Nach dem Zweiten Weltkrieg knüpfte das Hörspiel in der Bundesrepublik an angelsächsische Traditionen an, entwickelte aber bald einen eigenen Stil, der das auditive Wortkunstwerk in den Vordergrund rückte. Bedeutende Hörspielautoren der Nachkriegszeit waren Wolfgang Bordiert, «Draußen vor der Tür» ; Günter Eich, «Träume» ; Ilse Aichinger, «Knöpfe» ; Max Frisch, «Herr Biedermann und die Brandstifter» . Heute schreiben die meisten Autoren auch für den Hörfunk.
     


Die neuen medien film und hörspiel

Das Interesse der Expressionisten an der Ãœberschreitung der tradierten Grenzen zwischen den verschiedenen Künsten dokumentiert auch ihre Nutzung von neuen Publikationsmöglichkeiten, welche die moderne ur-bane Gesellschaft bietet. Dazu gehören auf der einen Seite Litfaßsäulen, auf denen Anschläge pl .....
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Hörspiel

In den fünfziger Jahren hatte auch das literarische Hörspiel seine Blü- tezeit. Dem eigenen Charakter und den Möglichkeiten des Hörfunks entsprechend, wurden originale Hörspieltexte geschrieben, die keine nachträglichen Bearbeitungen von Bühnenstücken oder Erz .....
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Kinderfunk und hörspiele für kinder

Vorbemerkungen „ Wenn ich Radio hör , dann meckert meine Mutter meistens nicht, nur wenn ich das zu laut hab ." „Radio kann ich wenigstens in meinem Zimmer hören, Fernsehen nicht. Dann bin ich allein, und es ist gut. Aber so ganz alleine bin ich dann doch nicht." „Ich find , dass Radio viel bringt .....
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Hörspiele für kinder

'Kannst Du denn nicht mal was anderes hören als diesen verdammten Alf", ruft Hubert Stolz, Vater des fünfjährigen Philipp, als dieser zum wiederholten Male seine 'Alf-Kassette" auf der Autofahrt von Hamburg nach München einlegt: 'Ich halte diesen Schwachsinn nicht mehr aus!" Philipp, völlig versunke .....
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Hinweise zum hörspielmarkt

Wer sich über den Markt der Hörkassetten einen Ãœberblick verschaffen will, der befindet sich in einem Dilemma: Einerseits prägen einige marktführende Firmen mit ihren erfolgreichen Serien das Gesamtbild, ja man gewinnt den Eindruck, als gäbe es außer 'Bibi Blocksberg", 'Benjamin Blümchen", 'TKKG" .....
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Hörspiele im medien-alltag

Während 90 Prozent der Sechs- bis Dreizehnjährigen täglich vom Fernsehen erreicht werden, sind es mit den Hörmedien ungefähr 50 Prozent. 19 Minuten hört ein statistisches Durchschnittskind pro Tag seine Kassetten. Der Schwerpunkt der Nutzung liegt zwischen 12.30 Uhr und 21.00 Uhr. Während sich das R .....
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Kinder-hörspielkassetten

Kinder-Hörsspielkassetten stehen zwar zunehmend in Konkurrenz zum Fernsehen und zu elektronischen Spielen , spielen aber für 4-8-Jährige immer noch eine wichtige Rolle . Von ihnen werden in Deutschland pro Jahr ca. 20 Millionen verkauft, wobei ein Titel im Durchschnitt ca. 40000 Auflage hat, während .....
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Hörspiel - zur hermeneutik akustischer spielformen

«Wenn ich schwiege, würde ich nichts mehr hören. Aber wenn ich schwiege, würden die anderen Geräusche wieder beginnen, für die mich die Worte taub machten, oder die wirklich aufhörten» . Unser Ohr ist den eigenen Stimmbändern näher als den Schalleindrük-ken des Raums. Wer spricht, hört den Körperkl .....
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