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Heimatkunst



Literarische Bewegung, etwa 1890-1933. Der Begriff Heimatkunst geht auf die Herausgeber der Zeitschrift «Heimat» Adolf Bartels und Friedrich Lienhard zurück. Auch «Der Türmer» arbeitete mit diesem Begriff. Eine «Erneuerung des Volksgeistes» durch «Rückbesinnung auf die Kraft des Volkes, des Stammes und der hei-matlichen Natur» wünschte sich Paul de Lagarde in den «Deutschen Schriften» , und mit ähnlichen Worten Julius Langbehn in «Rembrandt als Erzieher» . Mit ihren Schriften hatten sie großen Erfolg, unterstützt durch die Öffentlichkeitsarbeit der genannten Zeitschriften.

      Die Theorie von Bartels und Ernst Wachler, ausgedrückt in: «Die Läuterung deutscher Dichtung im Volksgeiste» und Lienhards «Die Vorherrschaft Berlins» , der gegen die Dekadenzdichtung zu Felde zieht, fand ebenfalls in breiten kleinbürgerlichen Gesellschaftsschichten großen Anklang. Hier wurde das einfach-natürliche Bauerntum als Lebensmodell für alle dargestellt, wobei dieses deutliche Züge eines überheblichen Nationalismus trug. Diese Vorstellungen wollten als Alternative zur sogenannten rassischen ÃœberfremdunG) verstanden werden und wandten sich aggressiv gegen den «Modernismus» . Eine bodenständige Literatur sollte entwik-kelt und die «Urkräfte deutschen Volkstums» gefördert werden. Der Erste Weltkrieg unterbricht diese Bewegung, deren Vorbilder die Dichter der —»Heimatliteratur waren . Die erfolgreichsten Vertreter der Heimatdichtung, die sich oft eng auf die eigene Heimat beziehen, waren: Gustav Frenssen , Rudolf Herzog , Wilhelm Holzamer , Timm Kroger , Hermann Löns , Lulu von Strauß und Torney .
      Unschwer konnten die Ideen der Heimatdichtung ihre Fortsetzung in der—»Blut-und-Boden-Dichtung des Dritten Reichs finden.
     


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