Deutsche Literatur - Der literarische Treffpunkt


Jugendlexikon literatur

Index
» Jugendlexikon literatur
» Fragment

Fragment



Mehrere Formen von unvollendet überlieferten oder nicht fertiggestellten Werken werden in der Literatur unterschieden.
      1. Von Aristoteles Schriften, vom «Hildebrandslied» , von den Dramen des Aischylos z. B. fehlen weite Teile, die nicht überliefert worden sind. 2. Nicht fertiggestellt oder aufgegeben wurden z.B. die Werke von Wolfram von Eschenbach, «Titurel» , Johann Wolfgang Goe- thes «Achilleis» , Friedrich Hölderlin, «Der Tod des Empedok-les» und die Romane Franz Kafkas. 3. Einen besonderen Bedeutungszu-sammenhang erhält das Fragment in der Frühromantik . Schon vorher stellten Autoren wie Gotthold Ephraim Lessing und Johann Gottfried Herder ihre Gedanken als vorläufige Ãœberlegungen dar. Sie unterstrichen damit den Experimentcharakter. Die Frühromantiker, insbesondere der Jenaer Kreis, möchten Philosophie und Poesie in der literarischen oder künstlerischen Darstellung zusammenführen und diskutieren diesen Anspruch in ihren Werken und Foren. Die Zeitschrift «Athenäum» der Brüder Friedrich und August Wilhelm Schlegel, Friedrich Schleiermacher und Novalis gibt diese Diskussion in Form von Fragmenten wieder: Die Leser sollten in der Lage sein, den hier eingeschlagenen Denkprozessen, die sich in knapper Form präsentieren und den —»Aphorismen nahestehen, zu folgen. Die kunstvollen Varianten des Fragments wurden von den Frühromantikern selbst der Poesie zugeordnet. Friedrich Schlegel stellt hohe Anforderungen an ein Fragment: Es soll «gleich einem kleinen Kunstwerke von der umgebenden Welt ganz abgesondert und in sich selbst vollendet sein wie ein Igel.» «Die Welt muß romantisiert werden. So findet man den ursprünglichen Sinn wieder, Romantisieren ist nichts, als eine qualitative Potenzierung. Das niedere Selbst wird mit einem besseren Selbst in dieser Operation identifiziert. So wie wir selbst eine qualitative Potenzreihe sind.


     
Diese Operation ist noch ganz unbekannt. Indem ich dem Gemeinen einenhohen Sinn, demGewöhnlichen ein geheimnisvolles Ansehen, dem Bekannten die Würde des Unbekannten, dem Endlichen einen unendlichen Schein gebe, so romantisiere ich es. - Umgekehrt ist die Operation für das Höhere, unbekannt Mystische, Unendliche - dies wird durch diese Verknüpfung logarythmisiert-Es bekommt einen geläufigen Ausdruck, romantische Philosophie, Lingua ro- mana, Wechselerhöhung und Erniedrigung. »


Theorie des grotesken und des fragments

Ebenso folgenreich ist aber auch die Theorie des Grotesken. Diderot hatte sie im Neveu de Rameau umkreist. Victor Hugo entwickelte sie in der Vorrede seines Cromwell als Teil einer Dramentheorie. Sie stellt wohl überhaupt den bedeutendsten Beitrag zum romantischen Ideengut dar, der von französische .....
[ mehr ]
Index » Sonstige

Leichen-entsorgung und lob des fragments

Was aber tun Autoren, die an einem Werk verzweifeln, die an ihrer Aufgabe rettungslos scheitern? In jedem Maleratelier finden sich halb fertige Bilder und in jedem Komponistenzimmer unvollendete Stücke. Vielleicht verließ den Künstler die Lust, vielleicht fehlten ihm die richtigen Ideen, vielleicht .....
[ mehr ]
Index » Schreiberlust und Dichterfrust » Farewell, My Lovely

Ludwig christoph heinrich hölty (i748-i776): ihr freunde ... fragment, dem keine zeile fehlt

Ihr Freunde hänget, wann ich gestorben bin, Die kleine Harfe hinter dem Altar auf, Wo an der Wand die Totenkränze Manches verstorbenen Mädchens schimmern. Der Küster zeigt dann freundlich dem Reisenden Die kleine Harfe, rauscht mit dem roten Band, Das, an der Harfe festgeschlungen, Unter den golde .....
[ mehr ]
Index » Stationen der deutschen Lyrik » Klassische Zeit der Elegien

Deutung des fragments

So bleibt Schillers Geisterseher ein Fragment, und vielleicht liegt ja auch gerade darin sein Reiz für den heutigen Leser, beziehungsweise der Vorteil gegenüber anderen literarischen Werken mit gleichem oder ähnlichem Sujet -neben den direkten Fortsetzungen beispielsweise Cajetan Tschinks Geschichte .....
[ mehr ]
Index » Friedrich Schiller: Der Geisterseher

Fragmentierung: bedingung und konsequenz des geheimnisvollen

Die Ästhetisierung des Phänomens der Geheimbünde und der daraus folgenden Verschwörungstheorien erfährt ihren Höhepunkt schließlich im fragmentarischen Charakter des Geistersehers. Es fehlen nicht nur die exakte Schilderung der Ereignisse, die zur Konversion des Prinzen führen, und der Bericht über .....
[ mehr ]
Index » Friedrich Schiller: Der Geisterseher » Ästhetisierung des Geheimnisvollen: Rätselstrukturen und Spurensuche

 Tags:
Fragment    





Impressum | Datenschutz

Tags: a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w x y z
Kontact Sitemap
Copyright © litde.com