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Flugschrift



Wie beim Flugblatt setzt die Erfindung des Buchdrucks den Anfang in der Geschichte der Flugschriften, die ab diesem Zeitpunkt Nachrichten verbreiten und so mit Recht beanspruchen können, als Vorläufer der —»Zeitungen zu gelten. Minimum 3 Seiten, Maximum 40 Seiten, hatten sie anfangs ein kleines Format und keine Illustrationen, vom Titelblatt einmal abgesehen. Der sachliche Charakter der Darstellung sollte unterstrichen werden, wiewohl ihr Inhalt oft voller Demagogie und reißerischer Ãœberzeugungskraft steckte. Zu allen Zeiten interessant war für Flugschriften die Tatsache, nicht an einen —»Verlag oder Vertrieb gebunden zu sein und somit die Gesetze der —»Zensur umgehen zu können. Zunächst berichteten sie über Wunder, Heiligenfeste oder gaben ganz profan Brau- oder Polizeiordnungen wieder, dann wurden sie politisch brisant. Martin Luther veröffentlichte «An den christlichen Adel deutscher Nation» und «Von der Freiheit eines Christenmenschen» als Flugschriften. Die Konflikte der Reformationszeit wurden auch in Form von Flugschriften aus-getragen. Ulrich von Hütten, Eber-lin von Günzberg protestierten gegen den Bauernkrieg, während Thomas Müntzer u. a. sich für die Ziele der Bauern einsetzten. Der Dreißigjährige Krieg brachte eine Menge Flugschriften hervor, die die entgegengesetzten Positionen verbreiteten. Alle folgenden politisch brisanten Zeiten dokumentieren ihre Einstellungen in Flugschriften und können so als wichtige Quelle dienen: die Französische Revolution, die Befreiungskriege, die Revolution von 1848 und auch die Studentenbewegung 1968.
     


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