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Familiendrama



Die —» Aufklärung schuf im Zuge des erstarkenden bürgerlichen Selbstbewußtseins im —»Drama eine eigene Gattung, die Gotthold Ephraim Lessing illustriert mit «Emilia Galotti» . Das Familiendrama zeigt die Welt der bürgerlichen Familie im scharfen Gegensatz zur Aristokratie und wurde so beliebt, daß es zwischen 1780 und 1850 die Bühnenstücke Johann Wolfgang Goethes, Friedrich Schillers und Heinrich von Kleists fast verdrängte. Konflikte wurden meist so gestaltet, daß Kompromisse möglich waren und somit das auf der Bühne Erlebte lebenspraktisch auswertbar war. Etwas später demonstrierten August von Kotzebue, Charlotte Birch-Pfeif- fer u. a. im 19. Jahrhundert in ihren Familiendramen, daß Tüchtigkeit, Anstand, moralische und eine Disposition zum goldenen Mittelmaß belohnt wurden, und , schufen auf diesem Weg kleinbürger- liehe Idyllen, wodurch sich das Fami-liendrama kaum noch vom —»Rührstück unterschied. Im —»Naturalismus bzw. —»Realismus erhielt das Genre wieder ein klein wenig Aufschwung, indem die Familie einer mutigen Nabelschau unterzogen und oft verlogene Konstellationen, die dieser Rahmen notwendig mit sich bringt, aufgedeckt wurden. Andere Beispiele sind Henrik Ibsen, «Gespenster» und Anton P. Ce-chow, «Drei Schwestern» .
     


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