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Expressionismus




Der Begriff Expressionismus taucht erstmals 1901 als Titel eines Gemäldezyklus von Julien Auguste Herv bei einer Pariser Kunstausstellung auf. Zunächst wird der Begriff ausschließlich auf die moderne, mit bis dahin ungewohnten Formen und Farben arbeitende Malerei angewandt, die sich entschieden vom nachahmenden Stil des —»Naturalismus und —> Impressionismus abgrenzt. Neben der Befreiung vom Gegenständlichen zeichnet diese neue «Ausdruckskunst» die rein bildnerische Komposition aus, in der besonders die Farbgebung einen provozierenden, den üblichen Wahrnehmungssinn in Frage stellenden Charakter bekommt. Die Offenbarung innerer Erlebnisse tritt an die Stelle der Abbildung äußerer Erscheinungen, wie es sich etwa in den Gemälden des Norwegers Edvard Munch schon angedeutet hatte. Auf Literatur und Musik wird der Begriff Expressionismus erst später, etwa ab 1914, angewandt.

      Das Jahrzehnt zwischen 1910 und 1920, in dem der Expressionismus seine kurze Blütezeit erlebt, ist eine Zeit des Umbruchs, die in der Katastrophe des Weltkriegs 1914-18 gip-feit. Die Welt des Kaiserreichs mit festgefügten Werten wird in ihren Grundfesten erschüttert, und nicht nur die politischen Verhältnisse werden umgewälzt. Bedeutsamer und nachhaltiger ist die Erschütterung im geistig-moralischen Bereich; Weltgefühl und Selbstverständnis des Menschen verändern sich wesentlich. Daß diese Katastrophe jedoch nicht unvorbereitet hereinbrach, sondern sich in vielerlei Anzeichen angekündigt hatte, empfand die Generation der zwischen 1875 und 1890 Geborenen, zu der die Expressionisten gehörten, deutlich.
      Obwohl der Expressionismus im wesentlichen auf den deutschsprachigen Raum begrenzt bleibt, reiht er sich ein in die sich in ganz Europa herausbildende künstlerische Aufbruchsbewegung, die auch unter Namen wie Fauvismus, —»Surrealismus, —»Futurismus usw. firmiert. Ihnen allen gemeinsam sind die entschieden antibürgerliche Haltung, die Ablehnung der traditionellen, auf Abbildung zielenden Kunstauffassung und die Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen. Die gewaltigen technischen Neuerungen und der damit verbundene Eintritt in das Industriezeitalter mit seinen sozialen Problemen zeitigten in unterschiedlichen Graden und mit unterschiedlicher Geschwindigkeit in allen europäischen Ländern tiefgreifende Veränderungen, die auch im künstlerischen Bereich ihren Niederschlag fanden. Als Sammelbezeichnung steht Expressionismus für eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Richtungen und Strömungen in Kunst, Literatur und Musik, deren gemeinsames Kennzeichen j edoch die Suche nach dem «ent-fesselten Menschen», dem Menschen jenseits gesellschaftlicher Konventionen ist. Kurt Pinthus schreibt 1919 im Vorwort zu seiner berühmten Lyrik-Anthologie «Menschheitsdämmerung»: «Der Mensch kann nur gerettet werden durch den Menschen, nicht durch die Umwelt. Nicht Einrichtungen , Erfindungen, abgeleitete Gesetze sind das Wesentliche und Bestimmende, sondern der Mensch!» Und Kasimir Edschmid bestätigt: «Jeder Mensch ist nicht mehr Individuum, gebunden an Pflicht, Moral, Gesellschaft, Familie. Er wird in dieser Kunst nichts als das Erhebendste und Kläglichste: er wird Mensch. Hier liegt das Neue und Unerhörte gegen die Epochen vorher.» Obwohl der einzelne Mensch in der Auffassung der Expressionisten ganz im Mittelpunkt steht, bedeutet das nicht, daß diese auf politisches Handeln verzichten. Ganz im Gegenteil: Viele Expressionisten arbeiten in sozialistischen Parteien mit oder wenden sich in einigen wenigen Fällen später dem Nationalsozialismus zu. Schlagworte wie MetapheR) schwankt; die Sprache selbst produziert, unabhängig von ihrem Schöpfer, scheinbar unlösbare, eigengesetzlich gegeneinander sich bewegende, anarchische, gegenseitig explosivartig sich pressende Verknotungen.» Im Ausbruch von Affekten, mit ekstatischem Ge-stus und eruptivem —> Pathos soll die Sprache zum unmittelbaren Medium für die Unruhe der Zeit werden. Die in der Lyrik entwickelte und erprobte Ausdrucksweise wird später auch in den anderen Genres zum Kennzeichen des literarischen Expressionismus. Zunächst sind es das Endzeitgefühlund die Verlassenheit in der sinnentleerten Welt, denen die Lyriker der ersten Phase Ausdruck verleihen. «Unsere Krankheit ist, in dem Ende eines Welttages zu leben, in einem Abend, der so stickig ward, daß man den Dunst seiner Fäulnis kaum noch ertragen kann.» Das Endzeitbewußtsein, das sich in dieser Äußerung des jung verstorbenen Georg Heym ausdrückt, ist kennzeichnend für dessen ganzes Werk. Zwischen Melancholie und apokalyptischer Vision vom Weltuntergang bewegen sich seine -* Bilder der Ausweglosig- keit menschlichen Daseins. Die Großstadt ist für Heym ein chaotischer Raum des Wahnsinns und des entfremdeten Lebens. Der in Berlin lebende Autor war Mitarbeiter der Zeitschrift «Die Aktion» und gehörte zum Kreis des Kritikers Kurt Hiller, in dessen literarischem Klub, dem «Neopathetischen Cabaret», u. a. seine Gedichte vorgetragen wurden. Geistesverwandt mit Heym, und doch in ganz anderen Verhältnissen lebend, ist der Österreicher Georg Trakl der große Einzelgänger unter den Expressionisten. Wohl kein anderer Dichter seiner Generation schreibt düsterer und doch mit solcher formalen Klarheit. Sein Werk, zum größten Teil posthum erschienen, ist durchzogen von religiösen —>Motiven; Gottessehnsucht kontrastiert mit Bildern des Grauens und Verfalls. Dichtung, so Trakl, sei ein «unvollkommener Versuch, Schuld» zu sühnen. Das Grauen des Krieges erlebte er als Sanitäter mit. Nach einem Selbstmordversuch starb er im Hospital an einer Ãœberdosis Kokain.
      «Menschheit

Menschheit vor Feuerschlünden aufgestellt,
Ein Trommelwirbel, dunkler Krieger Stirnen,

Schritte durch Blutnebel; schwarzes Eisen schellt,
Verzweiflung, Nacht in traurigen Gehirnen:

Hier Evas Schatten, Jagd und rotes Geld.
      Gewölk, das Licht durchbricht, das Abendmahl.
      Es wohnt in Brot und Wein ein sanftes Schweigen
Und jene sind versammelt zwölf an Zahl.
      Nachts schrein im Schlaf sie unter ölbaumzweigen;
Sankt Thomas taucht die Hand ins Wundenmal.»
Religiöse Symbolik prägt auch das Werk anderer Lyriker des Expressionismus, sei es als Ausdruck der Sehnsucht nach einer Sinngebung für die als morbid empfundene Welt, sei es als Anklage der Abwesenheit Gottes angesichts der Schrecken der Gegenwart. Else Las-ker-Schüler bezieht ihre religiöse Symbolik aus der chassidischen Tradition des Judentums. Voller Wehmut und doch mit beispielloser Leichtigkeit zeugen ihre Gedichte von einer überquellenden Phantasie, die die Grenzen zum Märchenhaften verschwinden läßt. Auch bei Franz Werfel ist das Religiöse ein zentraler Bestandteil seiner Lyrik. Sein christliches Sendungsbewußtsein ist gepaart mit dem erweckenden Glauben an das Ewigmenschliche und an die Erlösung von der Schuld. Ganz anders Gottfried Benn, dessen Nihilismus Entsprechungen in der Philosophie Friedrich Nietzsches findet. Als Militärarzt war auch er im Ersten Weltkriegständig mit dem Phänomen des Todes konfrontiert worden. Keine Hoffnung auf Erlösung, nicht einmal Wehmut artikuliert Benn; der Mensch, «die Krone der Schöpfung, das Schwein», wie er hinzufügt, erscheint ihm als hilfloses und verachtenswertes Tier, als erbärmliches Objekt, als Müll. Seine Themen sind Krankheit, Tod und Verfall, denen er nur den Rückzug auf das eigene Ich und das künstlerische Schaffen als sinngebend entgegenstellen kann. Ganz eigene Wege in der Lyrik geht August Stramm, indem er durch Auflösung des grammatischen Gefü-ges und Reduktion auf das einzelne Wort den Ausdruck steigern will. Sinn und Laut sollen eins werden. In diesem Sinne sind seine Gedichte —»Lautgedichte, leben also erst im mündlichen Vortrag.
      «Patrouille

Die Steine feinden
Fenster grinst Verrat

Äste würgen
Berge Sträucher blättern raschlig

Gellen
Tod.»
Das Jahr 1914 markiert in doppelter Hinsicht einen Einschnitt für den Expressionismus: Zum einen erfüllt sich mit dem Beginn des Ersten Weltkriegs die unheilvolle Ahnung der Künstlergeneration, zum anderen muß diese gleich in den ersten Monaten den Tod zahlreicher wichtiger Mitglieder beklagen . Die Haltung der expressionistischen Dichtergeneration gegenüber dem Krieg ist zunächst nicht einheitlich. Manche begrüßen ihn als notwendigen Reinigungsprozeß, an dessen Ende die «Neugeburt der Menschheit» ste-hen soll. Doch bald setzt sich eine einhellige und scharfe Ablehnung angesichts der Greuel und des sinnlosen Menschenverschleißes durch. Der Expressionismus wird politisiert.
      Neben die Lyrik tritt jetzt das—»Drama. Die —► Bühne bietet einen wirkungsreicheren Rahmen, um die Aufforderung zur zu propagieren. Vorbilder sehen die expressionistischen Dramatiker im Drama des —»Sturm und Drang, in Georg Büchner, Christian Grabbe und besonders in August Strindberg und Frank Wedekind. Carl Sternheim, der in seinen sarkastischen Komödien unter dem Sammeltitel «Aus dem bürgerlichen Heldenleben» Doppelmoral und Autoritätsgläubigkeit des Spießbürgertums auf schonungslose Weise dem Gelächter preisgibt, tritt das geistige Erbe Wedekinds an. Indem er die Gesellschaftskomödie und einen auf äußerste Verknappung angelegten Sprachgestus vereint, gelingt es Sternheim, einen der -»Groteske nahekommenden Dramentypus zu schaffen, der ein breites Publikum anspricht. Seine Theaterstücke sind die einzigen dem Expressionismus zuzurechnenden, die auch heute noch mit Erfolg gespielt werden.
      Das expressionistische Theater neigt eher der —»Tragödie zu, ist Aufschrei und Aufforderung zugleich. Das Geschehen erscheint symbolisch verdichtet, die Personen sind —»Typen, nicht —> Charaktere, worauf der häufige Gebrauch von —»Masken hindeutet. Die Darstellungsweise ist ausgesprochen antinaturalistisch und verzichtet entschieden auf psychologische Motivation. Die Figuren er-scheinen in Extremsituationen, in des Willens und Empfindens. Die Bühne verwandelt sich in einen illusionistischen Raum, in dem die Figuren oft wie in Traumsequenzen agieren. Der Gestaltung des Bühnenraumes kommt in vielen Fällen maßgebliche Bedeutung zu, und so verwundert es nicht, wenn sich be-deutende bildende Künstler wie Oskar Kokoschka, Wassily Kandinsky oder Ernst Barlach auch als Dramatiker hervortun. Die Idee eines—»Gesamtkunstwerks soll auf diese Weise realisiert werden.
      Die eigentlich politischen Dramatiker des Expressionismus indes sind Walter Hasenclever und Ernst Toi-ler. Hasenclever veröffentlicht 1914 das Stück «Der Sohn» , in dem er den Generationskonflikt - ein beliebtes Thema im expressionistischen Drama - darstellt und so die notwendige Auseinandersetzung mit der autoritären Welt der Väter fordert. In einem Manifest , das Hasenclever zur —> Uraufführung seines Stücks verfaßt, heißt es: «Dieses Stück... hat den Zweck, die Welt zu ändern.» Mit seinen Stücken, in deren Zentrum immer der einzelne Mensch steht, versucht er zu erschüttern, wobei das Pathos allerdings schnell abgenutzt und hohl wird.
      Ernst Toller unternimmt den Versuch, in seinen Stücken Menschenmassen bühnenwirksam in Szene zu setzen. Sein Ruf nach Wandlung verfolgt das Ziel einer allgemeinen Verbrüderung mit einer fast ans Religiöse grenzenden Aufforderung zur Verwirklichung von Menschenliebe. Als einer der Führer der blutig zerschlagenen Münchner Räterepublik wurde Toller 1919 verhaftet. Seine Stücke hatten in den zwanziger Jahren auf den im Zusammenhang mit der Herausbildung einer proletarischen Kultur entstandenen Volksbühnen großen Erfolg. Mehr im Ästhetischen angesiedelt sind die Stücke von Georg Kaiser, der neben Gerhart Hauptmann zu den meistgespielten Dramatikern in der Zeit vor 1933 wird. Auch bei ihm ist der Begriff der Wandlung ganz zentral, jedoch nicht im Sinne revolutionärer Notwendigkeit, sondern als Ergebnis logischen Denkens. Kaiser will Ideen auf die Bühne bringen, so daß die Personen seiner Stük-ke Träger von Gedanken sind, die in der Auseinandersetzung miteinan-der eine Entscheidung herbeiführen, die zum Handeln anleitet. Seine Stücke, in denen die —> Handlung aus den inneren Vorgängen entwickelt wird, verzichten auf das Pathos vieler anderer expressionisticher Dramatiker, das bald als hohl empfunden wird.
      Auch die frühen Stücke Bertolt Brechts tragen unverkennbar expressionistische Züge, und der Einfluß des expressionistischen Dramas auf die Filmkunst der zwanziger und frühen dreißiger Jahre kann nicht hoch genug eingeschätzt werden.
      Im Unterschied zu Lyrik und Drama kann man nur begrenzt von einer —♦Epik des Expressionismus sprechen. Einerseits tritt die Bedeutung der Epik im Bereich des Expressionismus deutlich hinter der der beiden anderen Gattungen zurück, andererseits beschreibt das Adjektiv expressionistisch eher eine Stilrichtung, deren Anwendung weit über den hier beschriebenen Zeitraum hinausweist. So lassen sich expressionistische Elemente bei sehr vielen Schriftstellern des 20. Jahrhunderts nachweisen. Gemeint ist damit eine Schreibweise, deren Charakteristika Knappheit, Tempo und äußerste Prägnanz im Ausdruck sind. Hinzu kommt die entschiedene Ablehnung von beschaulich-betrachtender Beschreibung und psychologisierender Deutung. Auch hier also die Abkehr von —> Realismus und —> Naturalismus. Das komprimierte, hastige Erzählen korrespondiert mit der Ruhelosigkeit in der Wahrnehmung, bei der häufig Gegensätzliches unmittelbar aneinandergerückt wird und den Eindruck eines dichten Gefüges diffuser Elemente vermittelt. Dieser


Erzählton findet sich in den Prosastücken der schon genannten Autoren Carl Sternheim, Gottfried Benn sowie bei den Prosaisten Carl Einstein, Kasimir Edschmid und Alfred Döblin. Einen großen Einfluß auf die genannten Schriftsteller hat Heinrich Mann, dessen knapper und präziser Stil Vorbildcharakter bekommt. Franz Kafka, dessen stilistische Nähe zum Expressionismus nicht zu übersehen ist, entzieht sich jedoch aufgrund des —» Stoffes und aufgrund seiner parabelhaften Erzählweise einer solchen Etikettierung.
      In den frühen zwanziger Jahren, als nach dem schnellen Scheitern der revolutionären Bewegung in Deutschland die radikale Wandlung im Sinne der Expressionisten ausblieb, zeigte sich, daß die Programmatik des Expressionismus am eigenen Anspruch gescheitert war. Die Trennung der verschiedenen Lebensbereiche sollte aufgehoben, künstlerisches Schaffen und politisches Handeln identisch werden. Der Kunst wurden Aufgaben gestellt, die sie nicht zu bewältigen vermochte. Zu vielgestaltig, zu individualistisch und zu sehr von der Masse der Bevölkerung abgehoben, gingen die Bestrebungen der Expressionisten ins Leere. Immense Wirkung hingegen hat der Expressionismus zweifellos auf die weitere Entwicklung der verschiedenen Kunstgattungen gehabt. Direkte Nachfahren sind die Dadaisten , die noch extremer in ihrer antibürgerlichen Haltung die Ziele der expressionistischen Bewegung bis zur —» Groteske verzerrt ad absurdum führen. In den zwanziger Jahren schließlich mündeteine andere Gegenbewegung in die —>Neue Sachlichkeit, die sich betont der Realität zuwendet und in Abgrenzung zum Pathos des Expressionismus um einen nüchternen, klaren Stil bemüht ist.
      In den dreißiger Jahren fand in der in Moskau erscheinenden deutschsprachigen Exilzeitschrift «Das Wort» eine heftige Debatte über die Fragestellung statt, ob der Expressionismus, konsequent zu Ende gedacht, politisch dem Faschismus den Weg bereitet habe. An dieser von einem Beitrag Alfred Kurellas aus- j gelösten «Expressionismusdebatte» nahmen u.a. Bertolt Brecht, Georg 1 Lukäcs, Klaus Mann und Ernst | Bloch teil.


Moderne (i900-i950) und expressionismus (i9i0-i920)

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'expressionismus in poetologischen debatten

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Periodisierungdes expressionismus

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Expressionismus

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Der expressionismus

Was Expressionismus ist, hat einer seiner Wegbereiter, Hermann Bahr , wie folgt ausgedrückt: „Niemals war eine Zeit von solchem Entsetzen geschüttelt, von solchem Todesgrauen. Niemals war die Welt so grabesstumm. Niemals war der Mensch so klein. Niemals war ihm so bang. Niemals war Friede so fern un .....
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Expressionismus (ca. i9i0-i925)

Lyrik 1887-1912 Georg Heym Der ewige Tag - Umbra vitae 1883-1914 Ernst Stadler Praeludien - Der Aufbruch 1890-1945 Franz Werfel Der Weltfreund - Wir sind - Einander 1869-1945 Else Lasker-Schüler Styx - Der siebente Tag - Meine Wunder - Hebräische Balladen - Mein .....
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Bertolt brecht - die expressionismusdebatte

[...] Da gingen einige Jahrgänge von Künstlern durch eine expressionistische Periode. Diese Kunstrichtung war etwas Widerspruchsvolles, Ungleichmäßiges, Verworrenes , und sie war voll von Protest . Der Protest richtete sich gegen die Art der Darstellung durch die Kunst, zu einem Zeitpunkt, wo auch .....
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Werner mittenzwei - der expressionismus. aufbruch und zusammenbruch einer illusion

[•••] Die Wesensbestimmung des Expressionismus kann weder aus einem bestimmten, fest fixierten weltanschaulichen und literarischen Programm noch aus einer einheitlichen Kunstform erklärt werden. Das Wesen des Expressionismus muß man vielmehr aus den eigenartigen gesellschaftlichen Bedingungen .....
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Index » Textsammlung zur deutschen Literaturgeschichte

Die mensch-dichtung des expressionismus

Neben Wolfenstein und Becher galt schon den Zeitgenossen vor allem Franz Werfel als Protagonist der >0-Mensch-Dichtung< des Expressionismus. 1911 war seine Sammlung Der Weltfreund erschienen, die ihn rasch bekannt machte. 1913 folgten der Gedichtband Wir sind und 1914 das Lyrikbuch Einander. In der .....
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