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Buchherstellung



Daß das fertige Buch nicht allein ein Erzeugnis des —> Autors ist, sondern eine ganze Reihe von Personen an der Entstehung beteiligt sind, stellt derjenige fest, der im einzelnen die Zwischenstufen von der Planung bis zum Erscheinen des Buches nach-vollzieht. Am Anfang steht eine Idee. Meist wird sie vom Autor an den —> Verlag herangetragen, doch kommt es besonders im Sachbuchbereich auch häufig vor, daß die Verlage von sich aus geeignete Autoren für die jeweiligen Fachgebiete ansprechen. In jedem Fall ist zu Anfang eines Buchprojekts eine gründliche Planung zwischen Autor und Verlag unerläßlich. Ansprechpartner für den Autor ist im Verlag der Lektor. Er ist praktischdie Schaltstelle zwischen dem Autor auf der einen und dem Verleger bzw. Verlagsleiter auf der anderen Seite, hat er doch die Aufgabe, erstens aus den Angeboten von Buchprojekten diejenigen auszuwählen, die ins Programm des Verlags passen und die er dann dem Verlagsleiter vorschlägt. Zweitens betreut er die Buchprojekte von der Planung bis zur Weitergabe an die Herstellungsabteilung. In seine Ãœberlegungen muß er auch ökonomische Gesichtspunkte miteinbeziehen. Er muß einen guten Ãœberblick über den Buchmarkt haben und ein Gespür dafür entwik-keln, was gefragt ist und sich gut verkaufen läßt. In der Praxis ist der Verlagslektor damit beschäftigt, eingehende —> Manuskripte oder Buchentwürfe zu prüfen, Kontakte mit Autoren zu pflegen und auszubauen sowie Manuskripte redaktionell zu betreuen , d. h. sprachlich zu überarbeiten und als erster Leser auf Verständnisprobleme oder Unstimmigkeiten aufmerksam zu machen. Zwischen Verlag und Autor wird ein Vertrag abgeschlossen, der u. a. das Honorar festlegt, das der Verlag dem Autor für seine Arbeit bezahlt, den Autor verpflichtet, das Buchmanuskript bis zu einem vereinbarten Termin abzuliefern, und den Verlag zur Publikation. In der Regel orientieren sich diese Verträge an dem zwischen dem «Börsenverein des Deutschen Buchhandels» und dem «Verband der Schriftsteller in der IG Druck und Papier» ausgehandelten Normvertrag. Die Honorierung erfolgt entweder als einmalige Abfindung , die unabhängig ist von den späteren Verkaufszahlen,


oder als Absatzhonorar, bei dem der Autor prozentual an den Einnahmen beteiligt wird. Zugleich tritt der Autor in der Regel seine Rechtsansprüche bezüglich des Textes an den Verlag ab , der bei Weiterverwer- tung die Interessen des Autors vertritt und diesen an den Erlösen aus den Nebenrechten betei-

Das vom Autor gelieferte Manu- skript kann nur in den seltensten Fällen als bezeichnet werden. Der Lektor oder ein Redakteur überarbeiten es noch einmal und stellen in Absprache mit dem Autor die satzfertige Fassung her .
      Das Manuskript wandert nun weiter zum Hersteller, der für die äußere Gestaltung des Buches zuständig ist. Er legt bis ins kleinste Detail fest, wie i das Buch später aussehen soll, d. h., er zeichnet im Manuskript aus, mit welchen Schriftarten und in welchen Schriftgraden der Text gesetzt werden soll, er legt den Satzspiegel fest, d. h. wie viele Buchstaben in eine Zeile und wie viele Zeilen auf eine Seite kommen. Der Hersteller wählt auch die Papierart aus; die Umschlagredaktion ist zuständig für die Gestaltung von Buchdeckel und Umschlag. So bleibt nichts im äußeren Erscheinungsbild eines Buches dem Zufall überlassen.
      Nachdem der Text gesetzt ist, wird ein Probeausdruck hergestellt, die sogenannte —> Fahne, die für den ersten Korrekturlauf benutzt wird. In vielen Fällen werden die Fahnen zweimal korrekturgelesen, und zwar vom Autor selbstund zusätzlich von einem Verlagsmitarbeiter. In der Setzerei werden die Korrekturen ausgeführt und der Textumbruch erstellt, d.h., die Seiten werden nun so gestaltet, wie sie später im Buch erscheinen sollen, also gegebenenfalls mit Abbildungen oder mehrspaltig . Dieser Umbruch wird in vielen Fällen noch einmal korrekturgelesen und stets dahingehend überprüft, ob Abbildungen richtig placiert sind, keine Satzfehler mehr vorliegen.
      Abschließend wird die fertige Druckvorlage an die Druckerei weitergegeben, die das Buch druckt, bindet und so in seine endgültige Form bringt. Das Buch ist jetzt fertig zur Auslieferung.
     


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