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Briefsteller



bieten Anleitung für alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens. Nachweislich gab es Briefsteller schon 200 v. Chr. in Griechenland. Der Briefsteller des Demetrios enthielt 21 Musterbriefe; die «Formelbücher» des —»Mittelalters folgten seinem Beispiel. Lateinisch abgefaßt, enthielt der Briefsteller in einfacher Sprache angelegte Musterbriefe. Im 14. Jahrhundert entstanden Briefsteller in den Landessprachen. Sie erreichten weite Verbreitung, da sie mit ihren Formulierungen auf das Bedürfnis nach privater Korrespondenz eingingen, das im —*Barock besonders stark wird. Andererseits erforderten —»Briefe, Widmungen und Gesuche eine hohe Anpassung des Schreibers an die Verhaltensnormen. In einer stark hierarchischen Gesellschaft mußten Titel, Einlei-tungs- und Schlußformeln, Bitten und Begrüßungen in der Anrede sowie Grüße an Anverwandte und andere Personen im Dunstkreis des Adressaten stimmen und überaus korrekt gehandhabt werden. Die Briefsteller der folgenden Verfasser stellten das Notwendige bereit: Georg Philipp Harsdörffer, «Teut-sche Secretariatskunst» , Kaspar Stieler, «Der allzeit fertige Secretarius» , J.E. Stephani, «Der allzeit fertige Bergmann von der Feder» .


      Die Briefschreiber des 18. Jahrhunderts verfolgten zwar einen natürlichen und persönlichen Briefstil, griffen aber doch gerne auf die Dienste eines Briefstellers zurück. Sie ? geben nun - paradox anmutend -i Muster für sogenannte Bekenntnisbriefe, die dem individuell geprägten Geschmack Rechnung tragen sollen. Vielfache Verwendung finden dementsprechend:
Christian Fürchtegott Gellerts «Sammlung vorbildlicher Briefe nebst einer praktischen Abhandlung von dem guten Geschmack in Briefen» und Karl Philipp Moritz «Allgemeiner deutscher Briefsteller, ; welcher eine kleine deutsche Sprach-j lehre, die Hauptregeln des Stils und eine vollständige Beispielsammlung aller Gattungen von Briefen enthält» .
      Der umfangreichste Briefsteller stammt von J. F. Heynatz und umfaßt 5 Bände . Er hält Muster für alle Gelegenheiten bereit. Der Briefsteller von O. F. Rammler erzielte 52 Auflagen, und auch heute werden Briefsteller bei aller Schreibkompetenz gerne benutzt, wie die hohen Absatzzahlen ; des Briefstellers «Erfolg im Brief. Eine programmatische Unterweisung» beweisen.
     


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