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Bänkelsang



Die Bänkelsänger waren in aller Regel fahrende Schausteller, manchmal auch Frauen und in seltenen Fällen ganze Familien. Die Texte stammten nicht von den Vortragenden selbst, die Verfasser blieben ungenannt. Oft waren diese Texte Auftragsarbeiten von—»Verlagen. Auf Messen, Märkten und Festen, immer dann, wenn größere Menschenmengen zusammenkamen, wurde zur Drehorgel, selten zur Gitarre oder anderen Instrumenten, der Bänkelsang zum Vortrag gebracht. Bekannten und eingangigen Melodien wurde ein sensationeller oder rührseliger, oft auch schauerlicher Text unterlegt. Die Darstellung mußte so ausfallen, daß die berichteten Naturkatastrophen, Verbrechen, Liebestragödien unbedingt vom Publikum für wahr gehalten werden konnten. Erste Belege für Bänkelsang finden sich bei Benjamin Neukirch, «Bänk-lem-Sänger» und Johann Chri-stoph Gottsched, «Bänkchensänger» und «Bänkelsänger» . Zur Verdeutlichung des Geschehens wurden Schilder eingesetzt; der Bänkelsänger verwies während seines Vortrags auf diese Bildtafeln. Daneben wurden zur stützenden Lektüre Drucke zum Verkauf angeboten. Sie enthielten neben dem Liedtext eine Prosaversion und einen Holzschnitt.
      Der Bänkelsang ist bedeutungsver-wandt mit der —»Moritat.
     


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