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Anakreontik




Anakreon aus Teos wurde wegen sei-nes anmutigen Stils schon zu seiner Zeit geschätzt. In seinen Versen sang er ein Loblied der Geselligkeit und des Lebensgenusses, kurzum einer Thematik, die an das Operettenhafte Motto «Wein, Weib und Gesang> erinnert. In hellenistischer Zeit wurde er bereits imitiert, und eine Sammlung von Nachahmungen erschien 1554 in Paris. Diese «Anakre-ontia» enthielt u.a. lebensfrohe Oden von Horaz und Catull. Die Dichter der Plelade pflegten diese Art von Lyrik. Auch in Deutschland fand sie im Zuge der -* Aufklärung Anhänger, da sie ein neues Lebensgefühl zum Ausdruck zu bringen verstand. Johann Christoph Gottsched übersetzte 1733 einige Gedichte Anakreons. In Halle verwendeten um die Mitte des 18. Jahrhunderts Studenten anakreon tische Motive, um gegen den herrschenden —»Pietismus zu protestieren: Die Freunde Johann Wilhelm Ludwig Gleim, Johann Nikolaus Götz und Johann Peter Uz übertrugen die Originale in reimfreie Poesie oder ahmten sie nach. So wie Anakreon zu dichten, wurde zur Mode, an der kaum ein Dichter vorbeikam: Gotthold Ephraim Lessing mit «Kleinigkeiten» , Christoph Martin Wieland mit «Lobgesang der Liebe» und auch Johann Wolfgang Goethe und Friedrich Schiller eiferten in jungen Jahren dem beliebten Dichter nach.
     


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