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Die Entwicklung des Bildungsromans im frühen 20. Jahrhundert



ie zuerst 1916 publizierte bedeutende Romantheorie Georg Lukäcs' hatte die Gattung vor allem unter dem Eindruck der Hegeischen Ästhetik und des deutschen Bildungsromans beschrieben . Diese Einflüsse werden sichtbar, wenn er 'das Leben des problematischen Individuums" als Stoff des Romans bezeichnet und wenn er der Gattung, die er im Zeichen der 'transzendentalen Obdachlosigkeit" sieht, die 'Gesinnung zur Totalität" zuschreibt . Verwirklicht sieht Lukäcs diese 'Gesinnung" im Goetheschen Wilhelm Meister, in dem 'die Versöhnung des problematischen, vom erlebten Ideal geführten Individuums mit der konkreten, gesellschaftlichen Wirklichkeit" gelingt . Der Theorie des Romans entgeht nicht, daß eine solche Versöhnung in der nachgoetheschen Epoche immer schwieriger darzustellen ist. Wo noch individuelle Bildungsgeschichten erzählt werden, da fehlt ihnen in der Regel der exemplarische Charakter: Sie zeigen Lukäcs zufolge
'den fatalen, belanglosen und kiemlichen Charakter des bloß Privaten; es bleibt ein Aspekt, der um so unangenehmer die Totalität vermissen läßt, weil er in jedem Moment mit dem Anspruch, eine solche zu gestalten, auftritt. Der weitaus größte Teil der modernen Erziehungsromane ist dieser Gefahr rettungslos verfallen" .
     

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Thomas mann: ,der zauberberg'
Der bildungsroman in der deutschen literatur nach 1945

 

 

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