Die Krise des Romans |
| Seit Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich bei den wichtigen Autoren und Literaturtheoretikern Übereinstimmung darüber herausgebildet, daß die Grundlagen des herkömmlichen, besonders im bürgerlichen Realismus gepflegten Romanerzählens sich auflösen. Die sozialen, ökonomischen und geistesgeschichtlich |
Die Entwicklung des Bildungsromans im frühen 20. Jahrhundert |
| ie zuerst 1916 publizierte bedeutende Romantheorie Georg Lukäcs' hatte die Gattung vor allem unter dem Eindruck der Hegeischen Ästhetik und des deutschen Bildungsromans beschrieben (vgl. näher AB I, Kp. 3.4.). Diese Einflüsse werden sichtbar, wenn er 'das Leben des problematischen Individuums" als |
Epigonale Fortsetzung der Gattung |
| Beispiele für das von Lukäcs konstatierte Verfehlen der 'Totalität" und für das Steckenbleiben in bloß partikulären Lösungen bieten Bücher wie Hermann Hes-ses Peter Camenzind und Paul Ernsts Der schmale Weg zum Glück (beide 1904). Der Held von Hesses Roman, der aus einem Schweizer Dorf stammt, erleb |
Modifikationen des Bildungsromans in der 'klassischen Moderne |
| Wo die Autoren die Verunsicherung der herkömmlichen Lebensordnungen in der modernen Welt erkannten und gleichwohl versuchten, individuelle Entwicklungsgeschichten zu erzählen, die von ihren Helden bewußt durchlebt wurden und auf die Gewinnung eines positiven Resultats orientiert blieben, dort wurden |