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Textsoziologie


Angesichts der rasch fortschreitenden Arbeitsteilung wird es in den Sozialwissenschaften immer schwieriger, Theorien und ihre Bereiche gegeneinander abzugrenzen, da es trotz wachsender Differenzierung immer mehr Ähnlichkeiten und Verwandtschaften zu geben scheint. Kunst- und Literatursoziologie überschneiden sich an zahlreichen Stellen mit der Ästhetik und de

r Kunst- oder Literaturgeschichte; die deutsche Textlinguistik hat einen ähnlichen Gegenstand wie die französische Semiotik, und beide Theoriegruppen berühren sich mit der (englischen, deutschen und amerikanischen) Soziolinguistik sowie mit der „discourse analysis", der „analyse du discours" und der „Diskurskritik". Im dritten Kapitel hat sich gezeigt, daß wesentliche Anliegen der Universalpragmatik mit denen der Textsoziologie und der Diskursanalyse (Diskurskritik) konkurrieren. Angesichts dieser Entwicklung erscheint es nicht besonders sinnvoll, ohne triftigen Grund neue Bezeichnungen wie Textsoziologie einzuführen. Die Gründe, weshalb ich an dieser relativ neuen Wonverbindung festhalte, sollen deshalb gleich am Anfang in aller Knappheit aufgezählt werden: Die Textsoziologie hat einen anderen Gegenstand als die Soziolinguistik, und die Verschiedenartigket der beiden theoretischen Objekte soll hier im ersten Abschnitt thematisiert werden. Trotz vieler Überschneidungen zwischen der Textsoziologie auf der einen und der Textsemiotik oder Textlinguistik auf der anderen Seite unterscheidet sich die Textsoziologie von der letzteren vor allem durch ihren soziologischen Ursprung sowie durch ihre soziologischen Anliegen. Diese kommen nicht nur in der deutschen Textlinguistik zu kurz, die eher die Möglichkeiten einer allgemeingültigen Textgrammatik erforscht, sondern auch in der französischen, italienischen und sowjetischen Semiotik, die sich nur sehr sporadisch mit den gesellschaftlichen Komponenten der Sprache und des Diskurses befaßt. Wesentliche Ausnahmen bilden Ferruccio Rossi-Landi und Luis J. Prieto, auf deren Arbeiten ich immer wieder eingehen werde.


Textsoziologie und Soziolinguistik
Ahnlich wie die Textsoziologie, die von der Kritischen Theorie Horkheimers, Adornos und Habermas' ausgeht, könnte auch die Soziolinguistik als eine besondere Form der Soziologie aufgefaßt werden. Die reichlich heterogenen Ansätze, die diese Disziplin ausmachen, zeigen allerdings, daß nicht alle ihre [ ... ]
Textsoziologie, Textlinguistik, Semiotik
Meine Bemerkungen über Stubbs' Buch lassen bereits vermuten, daß es mit der Zeit immer schwieriger sein wird, Soziolinguistik und Textsoziologie (Sozio-Semiotik) sauber voneinander zu trennen. Nur jemand, dem enzyklopädisches Klassifizieren und Schemata wichtiger sind als theoretischer Dialog, wird [ ... ]
Textsoziologie: Position und Methode
Die Textsoziologie hat sich in den siebziger Jahren aus der Kritik der Literatursoziologie entwickelt39 und wurde von mir später in den achtziger Jahren — in Textsoziologie (1980) und in Manuel de Sociocriüque (1985) — präzisiert und auf einige Romantexte angewandt. Ihre Entwicklung ist noch lan [ ... ]
Die Position der Textsoziologie
Schon die Bezeichnung 'Textsoziologie" deutet darauf hin, daß es sich um eine besondere Soziologie handelt, die nicht als Theorie des Gesellschaftssystems aufzufassen ist. Sie hat nur einen relativ kleinen Ausschnitt der sozialen Wirklichkeit zum Gegenstand, der weiter oben als 'sekundäre modelliere [ ... ]
Das soziosemiotische Projekt: Methode
Die Abgrenzungen der Textsoziologie gegen Soziolinguistik, Textlinguistik und Semiotik haben u. a. die Bedeutung der französischen, italienischen und sowjetischen Semiotik für den textsoziologischen Ansatz hervortreten lassen. Diese Semiotik bildet jedoch ein widersprüchliches und heterogenes Ganzes [ ... ]
Die lexikalische Ebene
Auf der lexikalischen Ebene schlagen sich gesellschaftliche Probleme unmittelbar in der Sprache nieder. Die zeitgenössische Soziolinguistik hat häufig den historischen Ursprung und die soziale Funktion des einzelnen Wortzeichens hervorgehoben. Trotz ihrer elementaren Beschaffenheit ist die These übe [ ... ]
Die semantische Ebene: Relevanz, Klasse und Kode
Die semantische Ebene bildet die Grundlage der Diskursanalyse, da auf dieser Ebene die kollektiven Positionen und Interessen in die Sprache eindringen, die, wie sich zeigen wird, kein statisches System ist, sondern ein Ensemble von historischen Strukturen, deren Entwicklung eng mit den Auseinanderse [ ... ]
Die syntaktisch-narrative Ebene: der Diskurs
Hier geht es nicht so sehr um die neuesten Entwicklungen der diskursiven Semiotik, sondern um die Anwendung bestehender und bewährter Begriffe und Modelle auf die Ideologie- und Theorieproblematik, die eine soziologische Deutung der Terminologie erfordert. Im wesentlichen soll gezeigt werden, daß di [ ... ]
Die pragmatische Ebene: der Soziolekt
Es ist nun möglich, zur Problematik des Abschnitts (c) zurückzukehren, in dem von den Kollektivsprachen die Rede war, die 'symptomatisch" an ihrem lexikalischen Repertoire zu erkennen sind. Die bisher vorgebrachten Hypothesen ermöglichen eine (wenngleich offene und vorläufige) Definition der ideolog [ ... ]
Die sozio-linguistische Situation: Intertextualität
Geht man davon aus, daß Individuen und Gruppen nicht im luftleeren Raum, sondern im Rahmen von Diskursen und Soziolekten miteinander kommunizieren, dann muß (wie bereits im 3. Kapitel dargetan wurde) Habermas' Begriff der idealen Sprechsituation grundsätzlich in Frage gestellt werden. Eine solche Si [ ... ]



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