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Höfische Feste - Das Protokoll der Umgangsformen
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Höfische Feste - Das Protokoll der Umgangsformen



Das Mainzer Hoffest von II84
Die geschichtliche Bedeutung der Hoffeste
muß von der mittelalterlichen Herrschaftspraxis her verstanden werden. Der König suchte in allen wichtigen Fragen den »Rat und Beistand« (consilium et auxilium) der Großen im Land, ohne deren Mitwirkung keine effektive Regierung möglich war. Ohne feste Resid
Fest und Herrschaft
Das Hauptwort für das Hoffest war höchgezit, höchzit (die Bedeutung »Hochzeit« hat sich erst später entwickelt); darin kam zum Ausdruck, daß die Festzeit dem Alltag enthoben war. Das deutsche Wort"»Fest« (von lat. festurn) kam im 13. Jahrhundert nur erst vereinzelt vor. Man konnte den Hoftag auch mi
Unterbringung und Beköstigung
Wie 1184 in Mainz sind auch bei anderen Gelegenheiten eigens Gebäude errichtet worden, um die Gäste unterzubringen. Tagte die Festversammlung in der Nähe einer Stadt, so wurden dort Quartiere reserviert. Vielfach hat man in Zelten gewohnt, die vom Veranstalter errichtet oder von den Gästen mitgebrac
Der festliche Einzug
Die Festbeschreibungen folgten fast alle demselben Schema: Einladung - Vorbereitungen zum Fest - Ankunft und Empfang der Gäste - Festliche Bewirtung - Unterhaltung und Geselligkeit - Beschenkung zum Abschied. Das eigentliche Festprogramm begann mit dem Einzug der Gäste, der häufig zu einem großen Sc
Das Begrüßungszeremoniell
»Mit Gebärden und mit Gruß«91 wurden die Gäste empfangen. Zu den Gebärden gehörten Niederknien, Sichverneigen, Umarmung und Kuß. Der Willkommensgruß war oft mit einer religiösen Formel verbunden: »Gott zuerst und danach mir sollt ihr willkommen sein.«92 Die Begrüßung war eine feierliche Handlung von
Höfische Unterhaltung
Zum Glanz eines großen Festes gehörte ein reiches Unterhaltungsangebot. Bei keiner anderen Gelegenheit konnte man die modernen Formen höfischer Geselligkeit in so vielfacher Gestalt erleben. Aus den historischen Quellen ist darüber allerdings nur in wenigen Fällen Genaueres zu erfahren. Zu den Ausna
Geschenke
Mit der Beschenkung der Gäste und einem großen Abschieds-zeremoniell ging das Fest zu Ende. Je wertvoller die Geschenke waren, um so deutlicher offenbarten sie Macht und Reichtum des Gastgebers und um so schöner bewies sich seine höfische Tugend der Freigebigkeit. Manchmal war schon die Einladung zu
Schwertleiten - Wort und Sache
Die Schwertleite war der festliche Akt, durch den ein junger Adliger zum Ritter erklärt wurde. Im Mittelpunkt stand dabei immer die feierliche Umgürtung mit dem Schwert, meistens in Verbindung mit anderen zeremoniellen Handlungen. Wer das Schwert geleitet hatte, konnte sich Ritter nennen; und das wu
Das höfische Zeremoniell der Schwertleite
Es gibt nur eine historische Quelle aus dem 12. Jahrhundert, die in aller Ausführlichkeit beschrieben hat, wie damals eine fürstliche Ritterweihe vor sich ging. Es ist dies der um 1180 verfaßte Bericht von Jean de Marmoutier über die Schwertleite des Grafen Gottfried Plantagenet von Anjou (t 1151),
Die Rolle der Kirche
Nach den deutschen Quellen gehörte zur Schwertleite fast immer auch eine kirchliche Feier. »Am Morgen, als der Tag erschien, ging ein Bischof daran, ein sehr schönes Meßamt zu singen, und segnete sogleich dem jungen König von Tandarnas das Schwert.«72 Meistens wurde es so dargestellt, daß zunächst i
Vom Königsbrauch zur Massenpromotion
Die historischen Nachrichten aus der Karolingerzeit über feierliche Wehrhaftmachungen und Schwertumgürtungen betrafen fast nur Mitglieder des karolingischen Herrscherhauses. In ihren Anfängen war die Schwertleite offenbar ein Königsbrauch, eng verbunden mit dem Herrschaftsantritt oder dem ersten öff
Die Anfänge des Turnierwesens
Anfänge und Ausbildung des ritterlichen Turniers liegen im dunkeln. Reiterspiele hat es in der römischen Antike ebenso wie bei den Germanen gegeben. Wie solche Spiele im 9. Jahrhundert, am fränkischen Hof, aussahen, hat Nithart, ein Enkel Karls des Großen, geschildert (Historiae, S. 442f.). Aus dem
Das Massenturnier
Ãoberall waren die Turniere Massenkämpfe, die in Verbänden geritten wurden und bei denen es kaum anders zuging als im richtigen Kampf. Von einer Reiterschlacht unterschied sich das Turnier hauptsächlich dadurch, daß zu der Veranstaltung eingeladen wurde, daß man die Bedingungen verabredete und daß f
Der Buhurt
Einen gänzlich anderen Charakter als das Massenturnier hatte der Buhurt. Die Wörter buhurt und buhurdieren (aus franz. behort, behorder) begegnen in Deutschland schon überraschend früh. In der >KaiserchronikKönig Rother< wurde berichtet, daß anläßlich der Schwertleite Pippins ein Bu-
Die Einzeltjost und das Tafelrundenturnier
Anders als das Turnier und der Buhurt war die Tjost ein Einzelrennen, bei dem sich immer nur zwei Gegner einzeln gegenüberstanden, die mit eingelegten Lanzen aufeinander zusprengten und sich gegenseitig abzustechen versuchten. Die französischen Lehnwörter tjoste und tjostieren kamen zum erstenmal i
Die militärische, gesellschaftliche, materielle und politische Bedeutung der Turniere
Die Motive, die einen Ritter veranlaßten, an Turnieren teilzunehmen, konnten sehr verschieden sein. »Die einen beteiligten sich am Stechen aus hohem Sinn; den anderen ging es nur um den Gewinn; da tjostierten auch viele Ritter aus keinem anderen Grund, als um der Frauen willen; andere nahmen teil,
Turnierverbote und Turnierkritik
Im Jahr 1130 führte Papst Innozenz IL in Clermont einen Konzilsbeschluß herbei gegen »jene verwerflichen Spiele und Feiern, zu denen die Ritter sich auf Verabredung zu versammeln pflegen und wo sie zur Demonstration ihrer Kräfte und ihrer Unbesonnenheit zusammenkommen«109. Seitdem ist die Kette kirc



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