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Grundlagen der textgestaltung

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Vorbemerkung



Gegenstand von metrischen Studien sind Verstexte. Man kann, wie es die Theoretische Metrik mit guten Gründen tut, unterscheiden zwischen der sprachlichen und der metrischen Seite eines Verstextes. Die Prosodie umfaßt alle suprasegmentalen Merkmale einer Sprache - etwa solche, die die Akzentuierung und die Intonation betreffen. Mit der Prosodie befaßt sich vor allem die seit den fünfziger und sechziger Jahren verstärkt in Erscheinung tretende linguistische, besonders die struk-turale und die generative Metrik . Der Begriff der Versifikation bezieht sich auf den Gebrauch, der in Verstexten von einem prosodisch relevanten Sprachmaterial gemacht wird. Er bezieht sich auf die Regeln, nach denen das Lautmaterial von Sätzen einer periodischen Ordnung unterworfen wird - etwa auf die Regeln der Reimbildung, auf die des metrisch regulierten Verses, die der metrisch regulierten Strophe und die des metrisch regulierten Gedichts. Die Untersuchung der Regeln der Versifikation gehört traditionell in das Feld der literaturwissenschaftlichen Metrik. In jüngster Zeit treten die linguistisch und die literaturwissenschaftlich orientierte Metrik zunehmend miteinander ins Gespräch .
      Die metrischen Regeln, denen die Verstexte der einzelnen Literaturen folgen, gehören nicht in jedem Fall ein und demselben metrischen System an. Es hat sich im Verlauf der Literaturgeschichte eine Mehrzahl solcher metrischer Systeme ausgebildet. Während sich diese Einzelsysteme durchaus systematisch auf Begriffe bringen lassen, kann die in Versen verfaßte Dichtung einer Literatur kaum anders als historisch erfaßt werden . Dem sollen die folgenden Ausführungen Rechnung tragen. Nach der Klärung einiger wichtiger metrischer Grundbegriffe werden einzelne metrische Systeme am Beispiel der neueren deutschen Versgeschichte beschrieben. Am Ende finden sich Anmerkungen zum individuellen Gebrauch metrischer Formen in literarischen Texten.
     

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