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Metrische Grundbegriffe



Die metrische Eigenheit einer großen Zahl von Verstexten ist durch den Reim bestimmt. Anders als der alliterierende Reim, der sich durch die Ãobereinstimmung der Anlaute akzentuierter Silben kennzeichnet , beruht der Endreim auf der Ãobereinstimmung des Lautmaterials zweier Wörter mindestens ab dem letzten betonten Vokal. Hinsichtlich der Stellung des Endreims innerhalb eines Verses läßt sich der Eingangsreim vom Binnenreim und Ausgangsreim unterscheiden. Die Ãobereinstimmung des reimenden Lautmaterials ist, gemessen an dem zugrundegelegten Sprachsystem, entweder vollständig oder partiell, sei es aufgrund akzentueller Ungleichgewichte , sei es aufgrund konsonantischer oder vokalischer Unreinheiten . Bei der einen Reimform handelt es sich um den reinen Reim, bei der anderen um den unreinen Reim. Auch die Assonanz, bei der nur die Vokale mindestens ab der letzten betonten Silbe übereinstimmen, ist ein unreiner Reim .
      Schließt die Ãobereinstimmung zwischen zwei Reimpartnern auch das Wortmaterial vor dem letzten betonten Vokal mit ein, handelt es sich um einen erweiterten Reim. Dieser kann in verschiedenen Varianten in Erscheinung treten. Beim identischen Reim stimmen zwei Wörter vollständig überein. Beim grammatischen Reim haben die Reimwörter denselben Wortstamm . Beim rührenden Reim, dessen Reimwörter nicht identisch und miteinander nicht grammatisch verwandt sind, beginnt der Gleichklang der Reimwörter vor dem letzten betonten Vokal , Beim reichen Reim setzt die Ãobereinstimmung zwischen den Reimwörtern mindestens mit dem vorletzten betonten Vokal ein . Auch der Schüttelreim, bei dem die anlautenden Konsonanten der Reimpartner in chiasti-scher Stellung stehen, ist ein reicher Reim .
      Sonderformen des Reims sind der gespaltene Reim, bei dem wenigstens ein Reimpartner auf zwei Wörter verteilt ist , und der gebrochene Reim, bei dem die Versgrenze innerhalb eines Reimwortes liegt .
      Hinsichtlich der Stellung des Reims am Versende unterscheidet die Verslehre zwischen dem umschließenden Reim, der auch Block-reim genannt wird , dem Kreuzreim , dem Paarreim , dem Schweifreim und dem verschränkten Reim .
      Ein eigenes Thema ist die Poetik des metrisch regulierten Verses. Das Versmaß eines Verses ist das ihm zugrundegelegte metrische Muster. Es wird durch eines der drei folgenden Elemente oder durch Kombinationen aus ihnen bestimmt: die Anzahl der Silben, die Art und Anzahl der Größen und den Reim. Der Versfuß ist ein wiederkehrendes Element eines Versmaßes. In der deutschen Dichtung häufig verwendete Versfüße sind der aus einer Senkung und einer darauffolgenden Hebung gebildete Jambus , des weiteren der Trochäus , der Daktylus , der Anapäst und der Spondeus . In antikisierender Dichtung gibt es zudem noch folgende häufig gebrauchte und darum nennenswerte Versfüße: den Amphibrachus , den Kretikus , den Choriambus und den Tonikus . Meist läßt sich schon anhand der Betonungsregeln des Lexikons entscheiden, welche Silbe im Vers eine Senkung und welche eine Hebung fordert. In strittigen Fällen gilt: Eine Silbe ist in metrischer Hinsicht >schwer< dann, wenn sie schwerer, und >leicht

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