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gerhard rühm: die Werbung
«ein junger mann wollte um die hand eines mädchens werben, doch trennte ihn ein großer see von ihr, und darum mußte er warten, bis es winter geworden und der see zugefroren war. an einem frostigen morgen ging er aus und setzte schritt vor schritt.fast hatte er den see überquert, als eine schar wilder schwane über ihm vorbeizog, er blickte auf, tat einen falschen tritt und brach bis zum halse ein. doch war er so versunken in den anblick der schwane, daß er tief in gedanken weiter ging und die scharfe eisdecke ihm den köpf vom körper trennte, als er das ufer betrat, erschauerte er und merkte so, daß ihm der köpf vom körper zu kippen drohte, erschrocken hielt er sich gerade und näherte sich achtsam ihrem hause, der frühling, dachte er, der frühling würde ihn heilen! das mädchen wunderte sich, als sie ihn erblickte, denn er sprach kein wort und schaute ihr nur starr in die äugen, als sie tag um tag und woche um woche vergebens auf ein wort von ihm gewartet hatte, gab sie ihre hand einem anderen, und langsam wurde es frühling.»
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