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Grundbegriffe der texterschließung

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Denotation und Konnotation, Isotopie



Der mittelalterliche persische Dichter Hafis , dessen Lyriksammlung Goethe in der deutschen Version des Wiener Orientreisenden Hammer-Purgstall las, legt seinen Liedern meistens die typische Situation eines Trinkgelages in einer « Schenke » zugrunde. Zu dieser Situation gehört eine homoerotische Verehrung des jungen, schönen «Schenken», der den Wein kredenzt. Nach dem Wortlaut verstößt Hafis damit gleich gegen mehrere Gebote der islamischen Moral. Hammer-Purgstall berichtete in seiner Einleitung, daß denn auch die islamischen Kommentatoren den homoerotischen Trinkliedern des Hafis einen islamisch-mystischen Sinn unterlegten: Danach hätte z. B. der schöne Schenke «eigentlich» den Propheten Mohammed gemeint, der Wein das Wort Gottes usw. Darauf bezieht Goethe sich mit den Versen: « Mystisch heißest du ihnen, / Weil sie Närrisches bei dir denken » Offenbar geht es hier um eine Vervielfachung und Komplizierung semiotischer Ebenen. Zunächst haben wir die manifeste Ebene des sogenannten wörtlichen Sinns: Hafis trinkt mit dem Schenken in einer homoerotischen Situation. Auf dieser Ebene ist der Wein ein Zeichen der Liebe, ebenso wie andere Geschenke, etwa schöne Gegenstände und Lieder. Wenn wir also einen entsprechenden, sozusagen bohemeähnlichen subkulturellen Kontext im persischen Mittelalter unterstellen , können wir von entsprechenden Bedeutungen der Zeichen ausgehen. Wenn wir dagegen die Sicht der islamischen Kommentatoren akzeptieren, treten an die Stelle der Bedeutungen lauter . Die Semiotik unterscheidet in einem solchen Fall zwischen Denotation und Konnotation bzw. zwischen Denotaten und Konnotaten . Ein genaueres Modell hat Roland Barthes skizziert.

      Der mittelalterliche persische Dichter Hafis , dessen Lyriksammlung Goethe in der deutschen Version des Wiener Orientreisenden Hammer-Purgstall las, legt seinen Liedern meistens die typische Situation eines Trinkgelages in einer « Schenke » zugrunde. Zu dieser Situation gehört eine homoerotische Verehrung des jungen, schönen «Schenken», der den Wein kredenzt. Nach dem Wortlaut verstößt Hafis damit gleich gegen mehrere Gebote der islamischen Moral. Hammer-Purgstall berichtete in seiner Einleitung, daß denn auch die islamischen Kommentatoren den homoerotischen Trinkliedern des Hafis einen islamisch-mystischen Sinn unterlegten: Danach hätte z. B. der schöne Schenke «eigentlich» den Propheten Mohammed gemeint, der Wein das Wort Gottes usw. Darauf bezieht Goethe sich mit den Versen: « Mystisch heißest du ihnen, / Weil sie Närrisches bei dir denken » Offenbar geht es hier um eine Vervielfachung und Komplizierung semiotischer Ebenen. Zunächst haben wir die manifeste Ebene des sogenannten wörtlichen Sinns: Hafis trinkt mit dem Schenken in einer homoerotischen Situation. Auf dieser Ebene ist der Wein ein Zeichen der Liebe, ebenso wie andere Geschenke, etwa schöne Gegenstände und Lieder. Wenn wir also einen entsprechenden, sozusagen bohemeähnlichen subkulturellen Kontext im persischen Mittelalter unterstellen , können wir von entsprechenden Bedeutungen der Zeichen ausgehen. Wenn wir dagegen die Sicht der islamischen Kommentatoren akzeptieren, treten an die Stelle der Bedeutungen lauter . Die Semiotik unterscheidet in einem solchen Fall zwischen Denotation und Konnotation bzw. zwischen Denotaten und Konnotaten . Ein genaueres Modell hat Roland Barthes skizziert.
     

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