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Goethezeit
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Goethezeit



Zur Bildungsvorstellung der Klassik
Wenn Herder, Goethe, Schiller oder Wilhelm von Humboldt den Begriff Humanität' verwenden, dann denken sie an die eigentliche Bestimmung des Menschen, an die Verwirklic
hung seiner höchsten Möglichkeiten. Ihren Vorstellungen zufolge durchläuft die Menschheit im ganzen einen Bildungsprozeß zur Humanitä
Die Wirkung der Goetheschen ,Lehrjahre' auf die Romantik
Als Goethes Wilhelm Meister um die Mitte der neunziger Jahre erschien, zog das Werk sofort das leidenschaftliche Interesse der jungen romantischen Generation auf sich. Das bezeugen die Briefwechsel, die dichtungstheoretischen Ãœberlegungen und auch die Romane dieser Epoche. Friedrich Schlegel stellt
ur Entstehung des Romans
Den Briefen und Tagebüchern Goethes und den Bemerkungen der Zeitgenossen läßt sich entnehmen, daß von etwa 1777 an eine erste Fassung des Wilhelm Meister niedergeschrieben wurde. Das Manuskript blieb unveröffentlicht und ist dann in den neunziger Jahren im Text der Lehrjahre aufgegangen. Da sich im
Wilhelm Meisters Entwicklung: Bildung oder Degeneration?
Seit den Tagen der Frühromantik sind immer wieder Einwände gegen Wilhelm Meisters Lehrjahre, insbesondere gegen den Schluß des Romans erhoben worden. Novalis tadelte die 'ängstliche Peinlichkeit des 4. Teils" und den Sieg der 'Ökonomie" über die Poesie, der ihm das Buch 'odiös" machte (Brief an L.
Schwäche und Bildsamkeit. Zur Figur Wilhelm Meisters
Schon eine oberflächliche Betrachtung der Lehrjahre zeigt, daß ihr Held nicht als dynamische Figur angelegt ist, die durch entschiedene und zielbewußte Aktivität das erzählte Geschehen beherrschen könnte. Goethe selbst hat das mehrfach ausgesprochen, am deutlichsten wohl in einem Gespräch mit Kanzle
Produktive Wirkungen einer 'falschen Tendenz: Wilhelm Meister und das Theater
In den spät niedergeschriebenen autobiographischen Bemerkungen der Tag- und Jahreshefte heißt es zum Wilhelm Meister, der Roman beruhe auf dem Gedanken, 'daß der Mensch oft etwas versuchen möchte, wozu ihm Anlage von der Natur versagt ist, unternehmen und ausüben möchte, wozu ihm Fertigkeit nicht w
Zur Rolle der weiblichen (Gestalten
Die weiblichen Figuren, denen Wilhelm Meister auf seinem Weg vom Theater zur Turmgesellschaft begegnet, spielen eine wichtige Rolle im Sinngefüge des Romans. Von ihnen gehen bedeutsame Einflüsse auf den Helden aus, und sie veranlassen Wilhelm zu Reaktionen, in denen sein innerer Zustand, seine Illus
Die Welt des Adels
Bekanntlich hat Novalis Wilhelm Meisters Geschichte verächtlich als eine 'Wallfahrt nach dem Adelsdiplom" bezeichnet (s.o., Kp. 2.2.). Diese Kritik ist ungerecht, da sie wesentliche Aspekte des Romans übergeht, insbesondere die Tendenzen, mit denen er über die soziale und politische Ordnung der Stän
Die Turmgesellschaft
Wilhelm trifft auf seinem Weg immer wieder auf Vertreter der Turmgesellschaft, die er als solche natürlich nicht erkennen kann, da er von der Existenz ihrer Vereinigung noch nichts weiß. Die Mahnungen und Aufklärungen, die ihm von dieser Seite zukommen, bleiben ohne Wirkung, ja bisweilen entziehen s
Selbst- und Weltkenntnis
Viele Interpreten haben gemeint, bei dem Helden des Goetheschen Bildungsromans lasse sich von kontinuierlichen Erkenntnisfortschritten nicht sprechen (etwa M. Beddow: The Fiction of Humanity, S. 71 f.). In der Tat scheint Wilhelm Meister hartnäckig an seinen Irrtümern festzuhalten. Der Belehrung ist
Pflichtmäßige Tätigkeit
Am Ende von Wilhelms Bildungsbemühungen steht nicht, wie er in seinem programmatischen Brief an Werner gehofft hatte, das 'Scheinen" in repräsentativer Selbstdarstellung, sondern die bewußte Beschränkung in fruchtbarem Handeln. 'Lassen Sie uns zusammen auf eine würdige Weise tätig sein!" sagt Lothar
Austreibung der Kunst?
Daß Wilhelm sich vom Theater abwendet und daß Mignon und der Harfner keine Stelle in der Welt der Turmgesellschaft finden, hat man seit Novalis immer wieder als Beweis für einen kunstfeindlichen Rationalismus und Praktizismus des Goetheschen Romans verstehen wollen. Eine Stütze findet diese Deutung
Subjektive Voraussetzungen für einen gelingenden Bildungsprozeß
Daß Wilhelm Meister am Ende seiner Lehrjahre ein Glück erreicht, das er 'mit nichts in der Welt vertauschen möchte" (HA VII, S. 610), verdankt er nicht seinem eigenen Scharfblick und seinem unbeugsamen Willen - im Gegenteil: der gute Schluß kommt offensichtlich ohne sein Zutun zustande. Schon Schill
Äußere Bedingungen des guten Endes
Goethe hat aus größerem zeitlichen Abstand erklärt, der Sinn von Wilhelm Meisters Lehrjahren sei in den Worten ausgesprochen, die Friedrich auf der letzten Seite des Buches an den Helden richtet: 'Du kommst mir vor wie Saul, der Sohn Kis, der ausging, seines Vaters Eselinnen zu suchen, und ein König
Ein Gegenstück zu ,Wilhelm Meisters Lehrjahren'
Novalis hat den Goetheschen Wilhelm Meister im April und Mai des Jahres 1797 gelesen, er hat sich intensiv mit dem Buch auseinandergesetzt und wichtige Anregungen von ihm empfangen (vgl. Hans-Joachim Mahl: Novalis' Wilhelm-Meister-Studien des Jahres 1797. Neophilologus 47. 1963, S. 286 ff.). Ansätze
Stationen von Heinrichs Bildungsgang
An der einzigen umfangreicheren Stelle, an der sich der Erzähler des Romans kommentierend einschaltet, gibt er dem Leser zu verstehen, daß der Held der Geschichte eine folgerichtige Kette von Episoden durchläuft, an deren Ende er seine Bestimmung zum Dichter verwirklichen wird: „Mannichfaltige Zufä
'Die Erfüllung. Zum zweiten Teil des Romans
Ludwig Tieck hat 1802 im zweiten Band seiner Novalis-Ausgabe einen Bericht über die geplante Fortsetzung des Romans veröffentlicht, der sich auf Gespräche mit dem Autor und auf dessen hinterlassene Notizen stützt (vgl. I, S. 359ff.). Dieser Versuch, den Werkplan zu rekonstruieren, ist indessen oft m
Das 'goldene Zeitalter — regressive Utopie oder Ziel eines revolutionären Denkens?
Die zahlreichen Versuche zu einer ideologiekritischen Einordnung des Novalis'-schen Werks haben nicht zu einheitlichen Resultaten geführt. Nicht selten galt Novalis als der 'absolut reaktionärste Vertreter der Romantik" (Claus Träger: Novalis und die ideologische Restauration. Sinn und Form 13. 1961

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