Bahnwärter Thiel |
| Nach unsteten Lehr- und Wanderjahren, die ihn von Breslau nach Jena, von Hamburg nach Rom, von Dresden nach Berlin führten, heiratete der dreiundzwanzigjährige Gerhart Hauptmann 1885 Marie Thienemann und ließ sich mit seiner Frau in Erkner nieder, einem entlegenen Ort mitten im märkischen Waldgebiet |
Der Täter und seine Motive |
| Zu Anfang der Erzählung wird Thiel dem Leser als ein rechtschaffener Mann in geordneten Verhältnissen vorgestellt. Mit dem Tod seiner ersten Frau im Kindbett übernimmt er die Verantwortung für den kleinen Tobias. Daß er sich des Kindes wegen nach Ablauf des Trauerjahres zu einer zweiten Ehe entschli |
Erzählerische Mittel |
| Von seinen frühen bis zu seinen späten Bühnenwerken bereitet der Dramatiker Hauptmann den Tod der Hauptpersonen von langer Hand und auf vielfache Weise vor. (Künzel, 1962: 203-205) Diese kunstvolle Technik der Vordeutung hat der Autor auch im Bereich der Epik verwendet, sie ist bereits im 'Bahnwärte |
Probleme für den heutigen Leser |
| Aus der Charakterisierung des Täters und der Verkettung der vordeutenden Zeichen ergibt sich, daß der Autor Thiels Mord an Frau und Kind als eine unausbleibliche und unvermeidliche Handlung verstanden wissen will. Hauptmann bewegt sich hier in den Bahnen des Naturalismus, der den Menschen als biolog |
Hinweise zur Methode |
| Als Einstieg wird ein fiktives Interview mit dem fünfzigjährigen Nobelpreisträger im Jahre 1912 vorgeschlagen; es enthält Informationen über die Entstehungsgeschichte der Novelle, Hauptmanns Leben in Erkner mit seiner Verbindung zur Schriftstellervereinigung 'Durch!" und über seinen Aufenthalt in Zü |
Arbeitsblatt zum Problem der Determination |
| 1. Moralisches Versagen Thiels
'Lene haßt den Tobias, sie würde ihm in ihrer rohen Art ohne Gewissensbisse ein Leben beständiger Leiden bereiten, ihn auf diese Weise vielleicht langsam hingemordet haben, aber sie ist keine bewußte, keine absichtliche Mörderin. Daß der Knabe eines so jähen Todes st |