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Gedichte des 20. jahrhunderts mit Übersetzungen

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Saint-John Perse - Verbannung (Auszüge)



II
Keinen Ufern zugedacht, keinen Blättern anvertraut die reine Lok-kung dieses Lieds ...
      Andere greifen in den Tempeln nach dem bemalten Hörn der Altäre:
Mein Ruhm ist auf dem Sand! Mein Ruhm ist auf dem Sand!... Und es heißt nicht, daß man irrt, o Fremdling,

Wenn man die nackteste Tenne begehrt, um den Syrthen der Verbannung beizugeben eine große Dichtung, geboren aus nichts, eine große Dichtung geschaffen aus nichts ...
      Zischt, ihr Schleudern in der ganzen Welt, singt, ihr Muscheln auf den Wassern!
Ich habe gebaut auf dem Abgrund, auf dem Gischt und dem Dampfe des Sands. Ich will schlafen in den Zisternen und in den hohlräumigen Schiffen,
An allen leeren und flauen Orten, wo es nach Größe schmeckt.
      ... Nicht so viel Brausen ehrte das Geschlecht der Julier; nicht so viel Bündnisse halfen den großen Kasten der Priester.
      Wo der Sand zu seinem Lied anhebt, weichen die Fürsten der Verbannung,
Wo die hochgespannten Segel waren, schwindet das Wrack, seidiger als der Traum eines Geigenbauers,
Wo die großen Kriegstaten waren, bleicht schon der Kiefer des Esels,
Und das Meer in der Runde rollt sein Schädelgetöse über den Klippen,
Und daß alle Dinge der Welt ihm sinnlos sind, das erzählten uns eines Abends, am Rande der Welt,
Die Krieger des Windes im Sand der Verbannung...
      Sagesse de l'ecume, 6 pestilences de l'esprit dans la crepitation du sei et le lait de chaux vive!
Une science m'echoit aux sevices de l'äme... Le vent nous conte ses flibustes, le vent nous conte ses meprises!
Comme le Cavalier, la corde au poing, ä l'entree du desert,
J'epie au cirque le plus vaste l'elancement des signes les plus fastes.
      Et le matin pour nous mene son doigt d'augure parmi de saintes ecritures.
      L'exil n'est point d'hier! l'exil n'est point d'hier! ,
Dit l'Etranger parmi les sables, Et la naissance de son chant ne lui est pas moins etrangere.
      VI
... Celui qui erre, ä la mi-nuit, sur les galeries de pierre pour esti-mer les titres d'une belle comete; celui qui veille, entre deux guerres, ä la purere des grandes lentilles de cristal; celui qui s'est leve avant le jour pour eurer les fontaines, et c'est la fin des grandes epide-mies; celui qui laque en haute mer avec ses filles et ses brus, et c'en etait assez des cendres de la terre ...
      Celui qui Hatte la demence aux grands hospices de craie bleue, et c'est Dimanche sur les seigles, ä l'heure de grande cecite; celui qui monte aux orgues solitaires, ä l'entree des armees; celui qui reve un jour d'etranges latomies, et c'est un peu apres midi, ä l'heure de grande viduite; celui qu'eveille en mer, sous le vent d'une ile basse, le parfum de secheresse d'une petite immortelle des sables; celui qui veille, dans les ports, aux bras des femmes d'autre race, et c'est un goüt de vetiver dans le parfum d'aisselle de la nuit basse, et c'est un peu apres minuit, ä l'heure de grande opacite; celui, dans le som-meil, dont le souffle est relie au souffle de la mer, et au renversement de la maree voiei qu'il se retourne sur sa couche comme un vaisseau change d'amures ...
      Celui qui marche sur la terre ä la rencontre des grands lieux d'herbe; qui donne, sur sa route, consultation pour le traitement d'un tres vieil arbre; celui qui monte aux tours de fer, apres l'orage,

Weisheit des Schaums, Pestilenzen des Geistes im Geknister des Salzes, in der Milch lebendigen Kalks!
Ein Wissen fällt mir in die mißhandelte Seele... Der Wind erzählt uns sein Freibeutertum, der Wind erzählt uns, wie er sich irrte!
Gleich dem Ritter, Strick in der Faust, am Eingang der Wüste,
So erspäh ich im weitesten Rund den Aufsprung der prunkend-sten Zeichen.
      Und der Morgen fährt für uns mit weissagendem Finger durch heilige Schriften.
      Verbannung ist nicht von gestern! Verbannung ist nicht von gestern! ,
Sprach der Fremde in der Weite des Sandes, Und die Geburt seines Lieds ist ihm nicht minder fremd.
      VI
... Er, der zur Mitternacht über die Steingänge irrt, um den Wert eines schönen Kometen zu schätzen; er, der zwischen zwei Kriegen die Reinheit der großen kristallenen Linsen hütet; er, der aufstand vor Tag, um die Brunnen zu säubern, und es ist das Ende der großen Seuchen; er, der auf hoher See mit Töchtern und Schwiegertöchtern festet, und es war längst genug mit der Asche der Erde ...
      Er, der in den großen, blaukreidenden Spitälern den Wahnsinn streichelt, und es ist Sonntag über dem Korn, zur Stunde der großen Blindheit; er, der hinaufsteigt zu den einsamen Orgeln, beim Eintritt der Heere; er, der eines Tages sich seltsame Steinhöhlen erdenkt, und es ist kurz nach Mittag, zur Stunde des großen Wittums; er, den auf dem Meer, beim Wind einer niedrigen Insel, der Trockenduft einer kleinen Sand-Immortelle weckt; er, der in den Häfen die Arme fremdrassiger Frauen bewacht, und es ist ein Vetiver-Geschmack im Achselgeruch der tiefen Nacht, und es ist kurz nach Mitternacht, zur Stunde des dichtesten Dunkels; er im Schlaf, und sein Atem eint sich mit dem Atem des Meers, und beim Wechsel der Gezeiten dreht er sich um auf seinem Lager wie ein Schiff, das halst vor dem Wind ...
      Er, der über die Erde geht, den großen gräsernen Orten entgegen; der auf seinem Weg kundigen Rat erteilt zur Pflege eines steinalten Baumes; er, der nach dem Gewitter auf die Eisentürme steigt, umpour eventer ce goüt de crepe sombre des feux de ronces en toret; celui qui veille, en lieux steriles, au sort des grandes lignes telegra-phiques...
      Celui qui ouvre un compte en banque pour les recherches de l'es-prit; celui qui entre au cirque de son ceuvre nouvelle dans une tres grande animation de l'etre, et, de trois jours, nul n'a regard sur son silence que sa mere, nul n'a l'acces de sa chambre que la plus vieille des servantes; celui qui mene aux sources sa monture sans y boire lui-meme; celui qui reve, aux Selleries, d'un parfum plus ardent que celui de la cire ...
      Celui qui donne la hierarchie aux grands offices du langage; celui ä qui l'on montre, en tres haut lieu, de grandes pierres lustrees par l'insistance de la flamme ...
      Ceux-lä sont princes de l'exil et n'ont que faire de mon chant.
     

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