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Gedichte aus unserer Zeit - Interpretationen
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Gedichte aus unserer Zeit - Interpretationen



Verlorenes Ich - Gottfried Benn
Verlorenes Ich, zersprengt von Stratosphären, O
pfer des Ion: — Gamma-Strahlen-Lamm —, Teilchen und Feld: — Unendlichkeitschimären auf deinem grauen Stein von Notre-Dame. 5 Die Tage gehn dir ohne Nacht und Morgen, die Jahre halten ohne Schnee und Frucht bedrohend das Unendliche verborgen —, die We
Chopin - Gottfried Benn
Nicht sehr ergiebig im Gespräch, Ansichten waren nicht seine Stärke, Ansichten reden drum herum, wenn Delacroix Theorien entwickelte, 5 wurde er unruhig, er seinerseits konnte die Notturnos nicht begründen. Schwacher Liebhaber; Schatten in Nohant, wo George Sands Kinder 10 keine erzieherischen Rat
Blaue Stunde - Gottfried Benn
I Ich trete in die dunkelblaue Stunde — da ist der Flur, die Kette schließt sich zu und nun im Raum ein Rot auf einem Munde und eine Schale später Rosen — du! 5 Wir wissen beide, jene Worte, die jeder oft zu andern sprach und trug, sind zwischen uns wie nichts und fehl am Orte: dies ist d
Die Tänzerin - Nelly Sachs
D.H. Deine Füße wußten wenig von der Erde, Sie wanderten auf einer Sarabande Bis zum Rande — Denn Sehnsucht war deine Gebärde. Wo du schliefst, da schlief ein Schmetterling 5 Der Verwandlung sichtbarstes Zeichen, Wie bald solltest du ihn erreichen — Raupe und Puppe und schon ein Ding In G
Erinnerung an die Marie A. - Bertolt Brecht
An jenem Tag im blauen Mond September Still unter einem jungen Pflaumenbaum Da hielt ich sie, die stille bleiche Liebe In meinem Arm wie einen holden Traum. Und über uns im schönen Sommerhimmel 5 War eine Wolke, die ich lange sah Sie war sehr weiß und ungeheuer oben Und als ich a
Legende von der Entstehung des Buches Taoteking auf dem Weg des Laotse in die Emigration - Bertolt Brecht
l Als er Siebzig war und war gebrechlich, Drängte es den Lehrer doch nach Ruh. Denn die Güte war im Lande wieder einmal schwächlich, Und die Bosheit nahm an Kräften wieder einmal zu. Und er gürtete den Schuh. 5 2 Und er packte ein, was
An die Nachgeborenen - Bertolt Brecht
I Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten! Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende Hat die furchtbare Nachricht Nur noch nicht empfangen. 5 Was sind das für Zeiten, wo Ei
Rückkehr - Bertolt Brecht
Die Vaterstadt, wie find ich sie doch? Folgend den Bomberschwärmen Komm ich nach Haus. Wo denn liegt sie? Wo die ungeheueren 5 Gebirge von Rauch stehn. Das in den Feuern dort Ist sie. Die Vaterstadt, wie empfängt sie mich wohl? Vor mir kommen die Bomber. Tödliche Schwärme 10 Melden euch meine R
Der Radwechsel - Bertolt Brecht
Ich sitze am Straßenrand Der Fahrer wechselt das Rad. Ich bin nicht gern, wo ich herkomme. Ich bin nicht gern, wo ich hinfahre. Warum sehe ich den Radwechsel Mit Ungeduld? Wir können uns die Straße, an der dieser Wagen zu Bruch gegangen ist, in Dänemark, Finnland oder am besten in Kalifornien
Der Rauch - Bertolt Brecht
Das kleine Haus unter Bäumen am See. Vom Dach steigt Rauch. Fehlte er Wie trostlos dann wären Haus, Bäume und See. Zunächst der bildliche Eindruck, Ausschnitt aus einer Landschaft, offenbar vertraut: das Haus, nicht ein Haus, genauer lokalisiert unter Bäumen am See; eine schöne Lage, scheint ma
Hiroshima - Marie Luise Kaschnitz
Der den Tod auf Hiroshima warf, Ging ins Kloster, läutet dort die Glocken. Der den Tod auf Hiroshima warf Sprang vom Stuhl in die Schlinge, erwürgte sich. 5 Der den Tod auf Hiroshima warf Fiel in Wahnsinn, wehrt Gespenster ab Hunderttausend, die ihn angehen nächtlich Auferstandene aus Staub für ih
Vorstadt - Marie Luise Kaschnitz
Nur noch zwei Bäume Sind übrig vom Hain der Egeria Nur noch zwei Lämmer Von der großen Herde Ein schwarzes Ein weißes Niemand Sieht mehr am Abend Die Zinnen der Mauer Rötlich. Vielstöckige Häuser Kommen gelaufen Stadther Weiße mit blitzenden Fenstern Verschütten Knaben auf Knattern
Der Garten des Theophrast - Peter Huchel
Meinem Sohn Wenn mittags das weiße Feuer Der Verse über den Urnen tanzt, Gedenke, mein Sohn. Gedenke derer, Die einst Gespräche wie Bäume gepflanzt. Tot ist der Garten, mein Atem wird schwerer, Bewahre die Stunde, hier ging Theophrast, Mit Eichenlohe zu düngen den Boden, Die wunde Rinde zu binden m
Unter der Wurzel der Distel - Peter Huchel
Unter der Wurzel der Distel Wohnt nun die Sprache, Nicht abgewandt, Im steinigen Grund. Ein Riegel fürs Feuer 5 War sie immer. Leg deine Hand Auf diesen Felsen. Es zittert das starre Geäst der Metalle. 10 Ausgeräumt ist aber Der Sommer, Verstrichen die Frist.
Inventur - Günter Eich
Dies ist meine Mütze, dies ist mein Mantel, hier mein Rasierzeug im Beutel aus Leinen. Konservenbüchse: 5 Mein Teller, mein Becher, ich hab in das Weißblech den Namen geritzt. Geritzt hier mit diesem kostbaren Nagel, 10 den vor begehrlichen Augen ich berge.
Fußnote zu Rom - Günter Eich
Ich werfe keine Münzen in den Brunnen, ich will nicht wiederkommen. Zuviel Abendland, verdächtig. 5 Zuviel Welt ausgespart. Keine Möglichkeit für Steingärten. Das scheint sich unschwer zu erschließen. Die Fontana di Trevi. Man wirft eine Münze in den Brunnen, so einer innig wünscht, Rom wiederz
Glauben - Kose Ausländer
Ich glaube an die Wunder dieser Welt und der unendlichen unbekannten Welten Ich glaube an das Wunder der Träume 5 Träume im Schlaf und im Wachen Ich glaube an die Wunder der Worte die in der Welt wirken 10 und die Welten erschaffen Ich glaube an dich Lebensbruder Das Gedicht
Sage vom Ganzen - Ernst Meister
SAGE VOM GANZEN den Satz, den Bruch, das geteilte Geschrei, den trägen Ton, der Tage Licht. s Mühsam im gestimmten Raum die Zeit in den Körpern, leidiges Geheimnis, langsam. Tod immer. 10 (Und i
Rückkehr - Hilde Domin
Meine Füße wunderten sich daß neben ihnen Füße gingen die sich nicht wunderten. Ich, die ich barfuß gehe und keine Spuren hinterlasse, 5 immer sah ich den Leuten auf die Schuhe. Aber die Wege feierten Wiedersehen mit meinen schüchternen Füßen. Am Haus meiner Kindheit blüh
Signale - Christine Busta
Damals, um zwei Uhr nachts im Bahnhof von Nürnberg: Niemand stieg aus oder zu, man hat nur die Post verladen, Botschaft von Schläfern für Schläfer. Zwischen Gleisen und Weichen eine verirrte Grille schrie und schrillte und schrie. Wodurch mir Christine Busta schon früh auffiel, ist ihre Unb
Diese alten Männer - Karl Krolow
Diese alten Männer, die niemand mehr ansieht, Hausierer mit Phantasie, reale Nullen, bei Abschaffung ihres Lebens, unter Bäumen im Park wartend auf nichts anderes als auf Vergangenheit — eine Landkarte aus Staub. Versteckte Sätze leben in ihnen weiter im trockenen Mund. Einige haben ei
Immer zu benennen - Johannes Bobrowski
Immer zu benennen: den Baum, den Vogel im Flug, den rötlichen Fels, wo der Strom zieht, grün, und den Fisch im weißen Rauch, wenn es dunkelt 5 über die Wälder herab. Zeichen, Farben, es ist ein Spiel, ich bin bedenklich, es möchte nicht enden gerecht.
Hölderlin in Tübingen - Johannes Bobrowski
Bäume irdisch, und Licht, darin der Kahn steht, gerufen, die Ruderstange gegen das Ufer, die schöne Neigung, vor dieser Tür 5 ging der Schatten, der ist gefallen auf einen Fluß Neckar, der grün war, Neckar, hinausgegangen um Wiesen und Uferweiden. 10 Turm, daß er bewohnbar sei wie ein Tag, de
Sprachgitter - Paul Celan
Paul Celans Gedicht »Sprachgitter« aus dem gleichnamigen Gedichtband von 1959 ist wie eine moderne Antwort auf Goethes Sprachgedicht »Wink«:1 Augenrund zwischen den Stäben. Flimmertier Lid rudert nach oben, gibt einen Blick frei. 5 Iris, Schwimmerin, traumlos und trüb: der Himmel, herzgrau, muß
Du liegst - Paul Celan
DU LIEGST im großen Gelausche, umbuscht, umflockt. Geh du zur Spree, geh zur Havel, geh zu den Fleischerhaken, zu den roten Äppelstaken 5 aus Schweden — Es kommt der Tisch mit den Gaben, er biegt um ein Eden — Der Mann ward zum Sieb, die Frau mußte schwimmen, die Sau,
Was es ist - Erich Fried
Es ist Unsinn sagt die Vernunft Es ist was es ist sagt die Liebe Es ist Unglück 5 sagt die Berechnung Es ist nichts als Schmerz sagt die Angst Es ist aussichtslos sagt die Einsicht 10 Es ist was es ist sagt die Liebe Es ist lächerlich sagt der Stolz Es ist l
Kombination XI - Helmut Heissenbüttel
1 Die Nacht ist ein Muster aus Bogenlampen und Autorücklichtern. Auf der reglosen Fläche der Alster stehen die weißen Fahnen der Nacht. Unter den Bäumen gehen die Schatten. Ich bin's. 5 2 Dunkelkammergespräche
Lauingen an der Donau - Heinz Piontek
Ãœber die Brücke holpert ein Ochsenfuhrwerk, wohin? Ich weiß nur, daß ich am Wasser der Ewigkeit näher bin. Der Angler auf den Steinen, 5 er wird mich nicht verstehn und im Laub der Uferkastanien die himmlischen Zeichen nicht sehn. Vorüberziehende Herde. — Nun bin ich mit m
Geisenhausen - Günter Eich
Das Gras auf dem Turmgesimse erzittert im Glockenschlag Die Flüge der Dohlen teilen den Himmel mir und den Tag. So werden Glocken und Vögel 5 mein Raum und meine Zeit. Das Ochsengespann in der Tiefe zieht Holz in die Ewigkeit. Der Zeiger der Turmuhr läuft schneller unter dem Dohleng
schweigen - Eugen Gomringer
Der folgende Text von Eugen Gomringer1 (* 1925) gehört der sogenannten Konkreten Poesie an, deren Namen auf die Analogie von Denkstruktur und Zeichenstruktur im konkreten Sprachgebilde weist2 — also auf die Zeichenhaftigkeit des Buchstabengefüges selbst: schweigen schweigen schweigen schwe
lichtung - Ernst Jandl
manche meinen lechts und rinks kann man nicht velwechsern. werch ein illtum! Wenn Komiker einen deutsch sprechenden Chinesen nachahmen wollen, so greifen sie zu einem einfachen Trick: Immer dort, wo ein »R« hingehört, sprechen sie ein »L«. Nach diesem Muster funktioniert weitgehend auch das Gedich
Herbstmanöver - Ingeborg Bachmann
Ich sage nicht: das war gestern. Mit wertlosem Sommergeld in den Taschen liegen wir wieder auf der Spreu des Hohns, im Herbstmanöver der Zeit. Und der Fluchtweg nach Süden kommt uns nicht, wie den Vögeln, zustatten. Vorüber, am Abend, 5 ziehen Fischkutter und Gondeln, und manchmal t
Alle Tage - Ingeborg Bachmann
Der Krieg wird nicht mehr erklärt, sondern fortgesetzt. Das Unerhörte ist alltäglich geworden. Der Held bleibt den Kämpfen fern. Der Schwache 5 ist in die Feuerzonen gerückt. Die Uniform des Tages ist die Geduld, die Auszeichnung der armselige Stern der Hoffnung über dem Herzen. Er wird verliehe
Robinson - Christa Reinig
Manchmal weint er wenn die worte still in seiner kehle stehn doch er lernt an seinem orte schweigend mit sich umzugehn 5 und erfindet alte dinge halb aus not und halb im spiel splittert stein zur messerklinge schnürt die axt an einen stiel kratzt mit einer muschelkante 10 seinen namen in die
Tour de France - Günter Grass
Als die Spitzengruppe von einem Zitronenfalter überholt wurde, gaben viele Radfahrer das Rennen auf. Spruchweisheit, Apodiktum, Lakonie? Ganz anders: mir scheint, dieser Vierzeiler bannt auf seltsam intensive Weise ein Leitmotiv des Günter Grass — Skepsis. Das Gedicht will verstanden sein nich
Gestern - Günter Bruno Fuchs
Jestern kam eena klingeln von Tür zu Tür. Hat nuscht jesagt. Kein Ton. Hat so schräg sein Kopf j ehalten, war still. Hat nuscht jesagt, als wenn der von jestern war und nur mal rinn kieken wollte, wies sich so lebt. Sogenannte Sekundärliteratur gibt es so gut wie keine über ihn. Aber schli
Auf eine Weise des Joseph Freiherrn von Eichendorff - Peter Rühmkorf
In meinem Knochenkopfe da geht ein Kollergang, der mahlet meine Gedanken ganz außer Zusammenhang. Mein Kopf ist voller Romantik, 5 meine Liebste nicht treu — Ich treib in den Himmelsatlantik und lasse Stirnenspreu. Ach, war ich der stolze Effendi, Der Gei- und Tiger hetzt,
ins lesebuch für die Oberstufe - Hans Magnus Enzensberger
lies keine öden, mein söhn, lies die fahrpläne: sie sind genauer, roll die Seekarten auf, eh es zu spät ist. sei wachsam, sing nicht. der tag kommt, wo sie wieder listen ans tor schlagen und malen den neinsagern auf die brüst 5 zinken, lern unerkannt gehn, lern mehr als ich: das viertel wec
An alle Fernsprechteilnehmer - Hans Magnus Enzensberger
etwas, das keine färbe hat, etwas, das nach nichts riecht, etwas zähes, trieft aus den Verstärkerämtern, setzt sich fest in die nähte der zeit und der schuhe, etwas gedunsenes, 5 kommt aus den kokereien, bläht wie eine fahle brise die dividenden und die blutigen segel der hospitäler,
Natur-Gedicht - Jürgen Becker
In der Nähe des Hauses, der Kahlschlag, Kieshügel, Krater erinnern mich daran — nichts Neues; kaputte Natur, 5 aber ich vergesse das gern, solange ein Strauch steht. Bereits die Sperrung der beiden Nomen Natur und Gedicht statt der geläufigen Schreibweise Naturgedicht zeigt an, daß es sich nich
Kleines Ruhmesblatt für Alexander Graf von Faber Castell - Reiner Kunze
1 Als wir zu beginn der sechziger jähre nach Greiz in Thüringen gezogen waren, sagte eines morgens die briefträgerin: »Was die leute so reden, herr Kunze.« Sie wollte sich nicht nur der post entledigen, und ich ermutigte sie. »Sie hätten eine so tüchtige frau«, sagte sie. »Stimmt«, sagte ich. »Jed
Kleines Ruhmesblatt für Alexander Graf von Faber Castell
Die seele hat ihren sitz in der nähe des herzens (these) Mit jedem bäum, dessen wipfel s ausdünnt, treibt in der seele er angstnadeln In der nähe des herzens verschanzt er die tümpel seiner uferau, echos gewesener landschaft, 10 und steckt an den wald sich letztes reihersilber Das ergebni
Gottfried Silbermann - Wulf Kirsten
hof- und landorgelbauer im generalbaßzeitalter, meißnischer daedalo. geboren zu Kleinbobritzsch, erdnah und himmelweit, zu fußen Frauensteins als wäldner. kein bild, kein grab blieb nach. 5 ein menschenalter stur und still am flußlauf der Bobritzsch, der Mulde
Die Luft riecht schon nach Schnee - Sarah Kirsch
Die Luft riecht schon nach Schnee, mein Geliebter Trägt langes Haar, ach der Winter, der Winter der uns Eng zusammenwirft steht vor der Tür, kommt Mit dem Windhundgespann. Eisblumen Streut er ans Fenster, die Kohlen glühen im Herd, und 5 Du Schönster Schneeweißer legst mir deinen Kopf in
Leicht - Christoph Meckel
Leicht sind Gespräche über den neuen Minister, die Partei, das Programm, die zweifelhaften Geschäfte weniger leicht vom Traum zu sprechen und von den Sachen der Liebe, unmißverständlich vom Glück und der Nacht in den Bergen. Lange schon ist mir das Selbstverständliche nicht mehr beantwortet worde
Durchgearbeitete Landschaft - Volker Braun
Hier sind wir durchgegangen Mit unsern verschiedenen Werkzeugen Hier stellten wir etwas Hartes an Mit der ruhig rauchenden Heide Hier lagen die Bäume verendet, mit nackten 5 Wurzeln, der Sand durchlöchert bis in die Adern Und ausgepumpt, umzingelt
Einen jener klassischen - Rolf Dieter Brinkmann
schwarzen Tangos in Köln, Ende des Monats August, da der Sommer schon ganz verstaubt ist, kurz nach Laden Schluß aus der offenen Tür einer dunklen Wirtschaft, die einem 5 Griechen gehört, hören, ist beinahe ein Wunder: für einen Moment eine Ãœberraschung, für einen Moment Aufatmen, f
An die Dichter - Karin Kiwus
Die Welt ist eingeschlafen in der Stunde eurer Geburt allein mit den Tagträumen erweckt ihr sie wieder 5 roh und süß und wild auf ein Abenteuer eine Partie Wirklichkeit lang unbesiegbar im Spiel Fast so alt wie die Dichtung ist ihre poetische Selbstreflexion, das Nachdenken der Dichter über ih
Die Aufstellung des I. FC Nürnberg vom 27. I. I968 Peter Handke
Diesen Text Peter Handkes halte ich für einen seiner gelungensten; gleichwohl ist er falsch. Umgetrieben von wissenschaftlicher Gewissenhaftigkeit (»So mußte neulich aus Berlin sogar / Bis Aranjuez ein Mann sich mit Extrapost / Begeben, bloß um nachzusehen im Garten dort, / Wo die von Schillers buhl
In den Autos - Wolf Wondratschek
Wir waren ruhig, hockten in den alten Autos, drehten am Radio und suchten die Straße 5 nach Süden. Einige schrieben uns Postkarten aus der Einsamkeit, um uns zu endgültigen Entschlüssen aufzufordern. Einige saßen auf dem Berg, um die Sonne auch nachts zu sehen. 10 Einige verliebten sich, wo
Abenteuer mit Dichtung - Jürgen Theobaldy
Als ich Goethe ermunterte, einzusteigen war er sofort dabei Während wir fuhren wollte er alles ganz genau wissen Ich ließ ihn mal Gas geben 5 und er brüllte: »Ins Freie!« und trommelte auf das Armaturenbrett Ich drehte das Radio voll auf er langte vorn herum brach den S
Stilles Reifen (I787-I794)
Im Sommer 1787 verließ Schiller Dresden und begab sich nach Weimar, das ihn mächtig anzog. Hier ließ er zunächst die dichterische Arbeit ruhen und versenkte sich ganz in das Studium der Geschichte. „Mein Leben geht jetzt einen höchst ruhigen, aber dabei sehr tätigen Gang. Jeder Tag hat für mich zwöl
Freundschaft mit Goethe und To d
1794 bahnte sich endlich der Verkehr mit Goethe an. Im Anschluß an einen Vortrag in Jena kam es zu einer Unterhaltung, aus der sich ein reger Briefwechsel entwickelte. Goethe fühlte sich das erste Mal in seinen Absichten wirklich verstanden und schrieb: 'Es scheint, als wenn wir, nach einem so unver
Im Sturm und Drang - Schiller
Schillers dichterisches Schaffen stand zu seinem Beginn noch ganz unter dem Eindruck der Geniezeit des Sturm und Drang. Im Gegensatz zu Goethes vom Gefühl beeinflußten Liedern ist Schillers frühe Lyrik stärker vom Gedanklichen her bestimmt. In der von ihm Anfang 1782 herausgegebenen 'Anthologie auf
Auf dem Wege zur Klassik
Schon im 'Don Carlos" hatte sich Schiller von Sturm und Drang gelöst. Ja, er nahm mit diesem Drama recht eigentlich Abschied von der Dichtung auf Jahre hinaus. Seine Geschichtsvorlesungen nahmen ihn ganz in Anspruch. Das für ihn entscheidende Bildungserlebnis aber wurde die Philosophie Kants. Schil
Auf klassischer Höhe
Als sich Schiller nach Jahren wieder der Dichtung zuwandte, entstand als Ergebnis seiner Beschäftigung mit der Philosophie das unvergleichliche Gedicht 'Das Ideal und das Leben". In ihm versucht Schiller, den Gegensatz zwischen einer erträumten Welt der Schönheit und der rauhen Wirklichkeit des Lebe

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