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Gedichte aus sieben jahrhunderten interpretationen

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Vögelein im Winter - Friedrich Gull



Es lag ein tiefer Schnee, Gefroren war der See, Der Wind blies kalt und schaurig. Da saß ein Vöglein traurig Auf einem Ast im Wald: »Verhungern muß ich bald, Wenn lang die Tage währen, Wer soll mich auch ernähren?
Das war gesprochen kaum, Da stund ein großer Baum Voll roter Vogelbeeren, Die durft'es alle leeren. Nun schrie es nimmer kläglich, War froh und munter täglich, Und hat auch unterdessen Sein Liedchen nicht vergessen. Hat oft sich aufgeschwungen Und Lob und Dank gesungen.

      Der kleine Bettler
Es war eine Woche vor Weihnachten. Ich saß am Fenster und schaute den Vögeln zu. Ich hatte ein Stück Speck auf das Fensterbrett gelegt. Eine kleine Meise pickte daran. Plötzlich kamen ein paar Spatzen angeschwirrt. Diese vertrieben die Meise. Am nächsten Morgen war sie um halb acht da. Dann pickte sie gegen das Fenster. Ich legte ein Stück Brot auf das Fensterbrett. Nun kam sie jeden Morgen um halb acht. Als ich eines Tages, es war im vorigen Sommer, am Fenster saß, hörte ich einen Vogel ein schönes Liedchen singen. Als ich genauer hinsah, gewahrte ich, daß es die kleine Blaumeise war. Soll ich euch das Liedchen verraten? So hört gut zu.
      Kiwitt, kiwitt, ich bitt, ich bitt! Ich bin ein armes Vögelein, o füll mir doch mein Trögelein. Kiwitt, kiwitt, ich bitt, ich bitt!
Kiwitt, kiwitt, ich bitt, ich bitt! Der Hunger tut so weh, so weh, im hohen, hohen Schnee so weh. Kiwitt, kiwitt, ich bitt, ich bitt!
Kiwitt, kiwitt, ich bitt, ich bitt! Für jedes kleine Krümelein sing ich ein schönes Liedelein. Kiwitt, kiwitt, ich bitt, ich bitt!

Wolf gang B, 11 Jahre
Dieser Text sollte aufgrund seiner Natürlichkeit auf jeden Fall einbezogen werden; er kann auch zum eigenen Schreiben in dieser oder der Brecht gemäßen Weise verwendet werden.

      Brecht nachgesprochen
AnsgarLeonis

Ich bin der ZEISIG, vormals gut im Futter
Ich bin der KRÃ"H meine Zunge geköchelt im Rotwein, so schweig ich schon lange, zu schal die Witze, zu teuer erkauft -
Komm hervor, TEICHROHRSÃ"NGER,hinter dem Schilf,der falschen Idylle,der lautlose Schußhat deine Kehle gestreift,hat dir den Atem und alle
Lieder benommen
Ich bin der SPERLING,der Buntgescheckte, der Fremdling,der Lump: euer BRECHT!
Den müßt ihr vergessen,damit wir, Kinder, endlich,endlich behalten doch recht!

Karl Hotz

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Vögelein  Winter  -  Friedrich  Gull    





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