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Exkurs über die literatur der ddr (1949-1990)

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Die kleineren Höfe



Vielfach wird angenommen, daß neben den großen Fürstenhöfen auch die kleinen Herrensitze und Burgen Mittelpunkte der höfischen Dichtung gewesen seien. Der Hauptzeuge dafür ist Wolfram von Eschenbach, der im fünften Buch des >ParzivalParzival< in der einsam gelegenen Odenwaldburg entstanden ist, bleibt jedoch unsicher.
      Hält man sich an die Gönnernachrichten, so ist es angeraten, zwischen Spruchdichtung und Großepik zu unterscheiden. Spruchdichter haben offensichtlich bereits im 12. Jahrhundert auch beim nichtfürstlichen Adel gastliche Aufnahme gefunden. Das bezeugen die Klagestrophen auf Wernhart von Steinsberg von Spervogel. Spervogel hat dort mehrere Gönnernamen genannt, von denen mindestens zwei historisch nachgewiesen werden können: der Freiherr Wernhart von Steinsberg, der in zwei Kaiserurkunden Lothars I

II.

, aus den Jahren 1128 und 1129, erscheint und dessen Stammsitz noch heute den Kraich-gau überragt; und der Freiherr Walther von Hausen, der mehrmals in Urkunden Kaiser Friedrichs I. vorkommt. Danach hat der fahrende Spruchdichter Spervogel an südwestdeutschen
Adelshöfen seine Gönner gefunden. Dieser Befund wird von der Spruchdichtung des 13. Jahrhunderts bestätigt. Unter den Herren, die von den fahrenden Dichtern besungen wurden, sind alle Adelsränge vertreten: Fürsten, Grafen, Freiherren und Ministerialen. Zu den Freiherren gehörten der Herr von Orte, auf den Bruder Wernher eine Strophe gedichtet hat, die Herren von Preuzzel, von Sigeher bedichtet, Ulrich von Rifenberg, der von Friedrich von Suonenburg und von Rumelant von Schwaben gefeiert wurde, sowie Zabel von Redichsdorp und Zabel von Plawe, denen Rumsland von Sachsen eine Strophe gewidmet hat. Reichsministerialen waren Volkmar von Kemenaten, der von Kelin und von Rumelant von Schwaben gepriesen worden ist, und Herdegen von Gründlach, auf den Der Meißner eine Preisstrophe verfaßt hat. Die Spruchdichter waren nicht auf Schreiber und Pergament angewiesen. Sie konnten ihre Kunst auch an den Höfen und Adelssitzen üben, die noch ohne Schriftlichkeit lebten.
      Anders verhielt es sich mit den Epikern, die nur dort arbeiten konnten, wo Schreibmaterialien zur Verfügung standen. Der erste nichtfürstliche Auftraggeber von höfischer Epik war der Reichsministeriale Konrad von Winterstetten , dem Rudolf von Ems gewidmet. Die Lichtenburger und die Riesenburger gehörten zu den angesehensten und mächtigsten Adelsfamilien in Böhmen und standen in enger Verbindung mit dem Prager Hof. Ob auch ihr Mäzenatentum auf den Königshof hin ausgerichtet war, ist nicht bekannt.
     

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