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EuropÄische lyrik im zwanzigsten jahrhundert

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Einige Eigentümlichkeiten jener müssen besprochen werden. Wir sind uns dabei der Richtigkeit einer Bemerkung bewußt, die R. Caillois zu Beginn seines Buches über Saint-John Perse schrieb : Die sowohl syntaktische wie auch semantische Schwierigkeit, die das moderne Gedicht bietet, scheint nach einer Ãobertragung des Gesagten in eine Art Normalsprache zu verlangen. Die Interpretation darf und muß einem solchen Verlangen in der Regel auch nachgeben,wenn ihr Ziel die Heranführung des Lesers ist . Doch die interpretierende Ãobertragung verfälscht das Gedicht. Das ist zwar bei aller Lyrik der Fall. In der modernen ist indessen eine derartige Verfälschung aus dem oben schon gestreiften Grund erheblich größer: diese Lyrik erstrebt ihr Anderssein primär in ihrer Aussageweise, die in den meisten Fällen nicht die Folge, vielmehr die Ursache eines Anderssehens ist. Die Aussageweise darf erklärt, aber nicht in ihrem Anderssein verschwiegen werden.
      Letzteres bekundet sich gerne im Verhältnis zum Satz. Je untraditioneller das Gedicht sein möchte, desto mehr entfernt es sich vom Satz als einem herkömmlicherweise durch Subjekt, Objekt, Verbalprädikat, Formwörter usw. gegliederten Gebilde. Man kann angesichts moderner Lyrik geradezu von einer Satzfeindschaft sprechen, deren Erscheinungen im übrigen auch unter dem Gesichtspunkt des Fragmentarismus darstellbar wären.
      Es lassen sich da mehrere Typen unterscheiden. Der verbreitetste zeigt sich in Gedichten, die mehrere Verse hindurch nur nominale Aussagen haben, um erst dann, und auch hier nur wie nebenbei, ein verbales Prädikat zu bringen:

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