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EuropÄische lyrik im zwanzigsten jahrhundert

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Apollon statt Dionysos



Moderne Lyrik ist eine kühle Angelegenheit geworden. Auch die Reflexion darüber wurde kühl. Man beurteilt sie mit technischer Kennerschaft. Dabei ist das durchaus mit dem Bewußtsein verbunden, daß Lyrik ein Geheimnis ist, ein dem kaum Sagbaren abgewonnener Grenzstreifen, ein Wunder und eine Gewalt. Aber man studiert ihre Gewalt wie eine experimentell ausgelöste Explosion gleichsam atomarer Wortkräfte, ihre geheimnisvolle Sprache wie das überraschende Ergebnis von erstmals versuchten chemischen Verbindungen. Der Dichter wird zum Abenteurer in bisher unbetretenen Sprachfeldern. Doch ist er dazu ausgerüstet mit den Meßgeräten seiner Begriffe, die ihm jederzeit die Kontrolle über sich selbst gestatten und ihn sichern gegen die Ãoberrumpelung durch das banale Gefühl. Die Verzauberung, die von modernen Gedichten ausgehen kann, ist männlich gezügelt. Auch über ihren Dissonanzen und Dunkelheiten waltet Apollon, das klare künstlerische Gewissen. Inspira-tive Ergriffenheit als alleiniger Ausweis dichterischer Qualität sank schon seit dem frühen 19. Jahrhundert im Kurs. Allerdings gab es Nachspiele. Die öffentliche Meinung ist lange bei ihnen hängengeblieben. Ihr bewundertes Muster war ein deutscher Dichter des 20. Jahrhunderts, der künstlerische Größe hat, aber geschlechtslos ist. Ihm wurde das Gedicht in , es sprang ihm und verlangt, nicht nur in das Herz zu schauen, sondern , nämlich

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