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Stefan Andres Die Stelzen und der Tod



Bei dieser Erzählung handelt es sich um eine Kindheitserinnerung des Schriftstellers Andres selbst. Sie ist in Form der Ich-Erzählung geschrieben. Zu ihrem Verständnis bedarf es einiger Worterklärungen:

1. Seh weich = Dorf an der Mosel unterhalb Triers
2. verhunzen = verunstalten, verderben


3. Kulang = Gosse
4. Grundbirne = Kartoffel
Schon die mundartgebundene Sprache, die in einigen wörtlichen Reden während der Erzählung vorkommt, verweist die Handlung in die kleine Welt eines Moseldorfes. Aber diese kleine Welt hat ihre Probleme wie die sogenannte große und weite Welt. Der erste Abschnitt der Erzählung verdeutlicht uns die Problematik des Ich-Erzählers: Mit dem Herbstregen beginnt in Schweich das Stelzenlaufen der Kinder. Besonders Hermann, ein vor kurzer Zeit ins Dorf zugezogener Junge, tut sich als guter Stelzenläufer hervor. Alle Kinder bewundern sein Können. Hermann ärgert den Ich-Erzähler mit seinen Stelzenkünsten, er geht auf Stelzen über ihn weg, er springt um ihn im Kreis herum, schreit und lacht ihn aus, verhöhnt den Verfasser und gewinnt dabei den Beifall der anderen Kinder; so den von Herings-Pittchen, der sonst des Ich-Erzählers Tornister trug, so den der Mädchen, so den Kättas. Hermann ist vor dem Ich-Erzähler auch ziemlich sicher, denn dieser kann

Hermann nicht beim Stelzenlauf behindern oder gar umwerfen, weil Hermann viel schneller ist. Es gibt darum nur eine Lösung für den Verfasser: Er muß auch Stelzen haben, 'besonders hohe und schöne", damit er Hermann und den anderen zeigen kann, daß er im Grunde der Ãoberlegene ist.
Jul, der Dorfschreiner, fertigt dem Ich-Erzähler herrliche Stelzen an, blauweiß mit Ã-lfarbe angestrichen. Jedoch der Traum des Jungen geht nicht in Erfüllung. Ihn verhindert Matti, ein epileptischer Junge. Er zerstört den Traum des Verfassers, er zersägt die schönen neuen Stelzen, die Jul mit viel Liebe und Können hergestellt hatte. Der Erzähler erlebt so den Konflikt mit dem Bösen in der Welt, aber schließlich auch die Verbindung des Guten und Bösen zum Tode hin. Das Ende der Erzählung gibt durch den Tod Mattis behutsam Auskunft über diese Verbindung. Möglicher Unterrichtsverlauf nach häuslicher Lektüre:
1. Gespräch über ähnliche Erfahrungen, wie sie der Erzähler gewonnen hat.
2. Spontanäußerungen zum Inhalt der Erzählung.
      3. Inhaltliche Erschließung der Erzählung durch ihre Gliederung in Sinnabschnitte, zugleich verbunden mit einem Lesedurchgang.
      A) Hermann muß eine Lehre erteilt bekommen.

      B) Der Spott der Kinder
C) Ein Traum muß in Erfüllung gehen

D) JulsWerk
E) Nickels Kritik

F) Die Schleimers-Mutter
G) Der Kampf mit Matti H) Mattis Anfall
I) Die Stelzen sind zersägt J) Der gestohlene Traum K) Matti ist tot 1) Gedanken über einem Sarg
4. Leitprobleme zur gehaltlichen Erschließung:
A) Wie erklärt sich der Ã"rger des Erzählers über Hermann?
B) Warum werden die Stelzen Wunschtraum?

C) Charakterisiere Matti!
D) Empfinde Mattis Verhalten nach, als er die Stelze in der Hand hatte!

E) Werte Mattis Tat!
F) Empfinde die Reaktionen des Erzählers nach, als sein Traum zerstört ist!
G) Erkläre die letzten beiden Sätze der Erzählung»!

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