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Josef Reding Die Jäger kommen zurück
Die Erzählung schildert, wie sich die Einstellung eines Jungen zum Kriegsspiel nach einer entscheidenden Erfahrung ändert. Lernziel:
Es kommt darauf an, daß die Schüler die Erzählung und damit den dargestellten Sachverhalt reflektieren, den Bewußtseinsprozeß erkennen und ihn als eigenen nachvollziehen. Methode:
Das allgemeine Lernziel läßt sich durch entsprechende methodische Schritte in Ansätzen operationalisieren.
Erster Arbeitsschritt: Vor der Lektüre und Besprechung der Erzählung läßt sich ein Problemkontext herstellen, indem die Schüler ihre Erfahrung mit Kriegsspielen und ihre Einstellung dazu schildern.
Zweiter Arbeitsschritt: Behandlung der Erzählung Dritter Arbeitsschritt: Diskussion über die Problematik in der Erzählung. Rückbezug auf den 1. Arbeitsschritt: Inwieweit muß die anfangs geäußerte Einstellung differenziert oder revidiert werden?
Vierter Arbeitsschritt: Beschäftigung mit dem Problem über den Rahmen der Erzählung hinaus .
Die Arbeitsschritte 2 und 3 können in Gruppenarbeit durchgeführt werden, zumal die Untersuchung der Gruppensituation in der Erzählung zu einer Überprüfung des eigenen Gruppenverhaltens veranlassen mag.
1. Erster Arbeitsschritt
Methode: Darstellung eigener Erfahrungen mit Kriegsspielen und Stellungnahme in Form einer Diskussion oder eines schriftlichen Berichts.
1.1. Wie spielen Kinder Krieg?
1.2. Halte ich Kriegsspiele für gute Spiele?
2. Zweiter Arbeitsschritt
Methode: Lektüre der Erzählung und Erarbeitung der Fragestellungen in
Gruppenarbeit. 2.1. Handlungsentwicklung
Teillernziel: Die Schüler sollen den Handlungsverlauf in Handlungsschrittegliedern können und dabei Handlungswenden erkennen. 2.1.1. Handlungsverlauf:
— Hockeyspiel
— Kriegsspiel vorbereitet
— Feuer entzündet
— Kriegsspiel beginnt
— die Jäger kommen
— die Jäger schießen
— die Hunde bringen den getöteten Hasen
— der Junge wirft die Holzpistole ins Feuer
— er wartet, daß sein Freund das gleiche tut.
2.1.2. Wie ist der Handlungsverlauf dargestellt?
Was ist genau beschrieben, was bleibt nur angedeutet?
A) Worterklärungen: Brodem: Qualm, Dampf
Puck : Hartgummischeibe beim Eishockey brünieren: Metallteile durch ein besonderes Verfahren bräunen Wigwam: nordamerikanische Indianerhütte Commander : Befehlshaber
B) Wodurch gewinnt die Darstellung an Genauigkeit?
— Details
Beispiele: Anzünden des Feuers S. 25 Mitte Beschreibung der Jäger S. 26 "Mitte
— Beschreibung der äußeren Umstände Beispiele: Wetter S. 24 oben, S. 25 oben
Funktion: Spannungssteigerung
— Personifikationen Beispiele: 'schmatzte eine wassersatte Grasnarbe";
'eine Tauwetterwolke schob sich";
'Rasen, der sich an den Boden gekauert hat";
'das der Herbstwind aus denBaumkronen gekammt hatte";
'der Knall rollte".
— Häufiger Gebrauch von Adjektiven
Beispiele: daumentiefe Schneedecke; mannshoher Verschlag; handtellergroßes buntes Bilderheft; schmurgelnder Schaum; ledermäntlige Flasche; metallbeschlagener Kolben; nachgiebige Wiese ; derbsohlige Schuhe. Satzbeispiel: 'In ihren schmalen Händen wogen die Jungen geknickte Knüttel als treffsichere Schläger."
Funktion: Steigerung der Genauigkeit und Lebendigkeit, Mittel zurindirekten Charakterisierung der Personen.
— Farben
Beispiele: rothaariger Anführer; graublaue Augen; Grau im Osten; moosgrün; mausgrau; der Gelbhäutige; tiefroter Strahl ; taubengraue Wickelgamaschen; torfbrauner Balg. Funktion: semantische Aussagekraft, Expressivität.
C) Bloße Andeutungen innerer, gedanklicher Prozesse . Funktion: Erhöhung der Wirkung, Aktivierung des Lesers
2.1.3. Innere Handlungsentwicklung
Teillernziel: Der Junge in der Erzählung wird zur Reflexion über das Kriegsspiel angeregt durch die Konfrontation des Spiels mit der Realität . Das soll auch den Schülern einen Anstoß geben zum Nachdenken über das Verhältnis zwischen Spiel und Wirklichkeit .
A) Warum spielen die Jungen Krieg?
B) Welchen Bezug hat das Kriegsspiel der Jungen zum Handeln der Jäger?
Methode: Gegenüberstellung
Jungen Jäger
Holzwaffen auf Menschen gezielt und im Spiel getötet unblutig Krieg als Rollenspiel Spiel, Verharmlosung Jagdgewehre Tiere getötet echtes Blut Jagd Realität
C) Betrachtung des Schlusses
— Warum verbrennt der Rothaarige seine Pistole?
Nach der Erfahrung kommt er zur Reflexion über das Spiel mit dem Töten und verliert dabei seine Unbesonnenheit. Obwohl beim Spiel nicht wirklich getötet wurde, wird dem Jungen bewußt, wie ernst und leidenschaftlich sie sich wie in einen wirklichen Kampf hineingesteigert haben.
— Man ist vom Rothaarigen Befehle gewöhnt. Warum gibt er nicht den Befehl, die Holzgewehre ins Feuer zu werfen?
— Was bedeutet der letzte Satz?
Wirft der andere Junge sein Gewehr ins Feuer? Der Schluß istoffen.
Funktion: Aktivierung des Lesers zum Weiterdenken. 2.2. Beziehungen zwischen den Personen
Teillernziel: Die Schüler sollen die Handlungsweise der Personen sowie die gruppendynamische Situation beschreiben können und bewerten.
2.2.1. Bezeichnung der Personen
Besondere Kennzeichen statt Eigennamen
Beispiele: der Rothaarige; der Gelbhäutige; der Gelbgesichtige; der Junge mit der Pelzmütze usw.
2.2.2. Position des Rothaarigen
Anführer der Gruppe. Worin tritt seine Funktion als Anführer zutage? :
— trifft die Entscheidungen ;
— gibt Befehle ;
— bestimmt die Art des Spiels ;
— dominiert im Spiel ;
— entzündet das Feuer;
— steht im Mittelpunkt der Erzählung .
2.2.3. Wie verhalten sich die anderen Jungen dem Anführer gegenüber? An welchen Stellen wird dies deutlich?
Beispiele: 'Der Erfolg machte ihn keck." ; 'sagte der Junge mit der Pelzmütze entschuldigend"; 'traten stumm zu ihrem Anführer".
Merkmale: Unterordnung, Gehorsam.
Wie ist ihr Verhalten zu bewerten?
2.2.4. Die Jäger
A) Wie sind die beiden Jäger charakterisiert?
B) Wie verhalten sie sich?
C) Wird ihr Handeln in der Erzählung negativ bewertet?
Das Handeln der Jäger in der Erzählung veranlaßt die Jungen zum Nachdenken, vor allem über ihr eigenes Handeln. Es fördert einen Bewußtseinsprozeß . 2.2.5. Wie verhalten sich die Jungen den Jägern gegenüber?
Welcher Bezug besteht zwischen ihnen?
3. Dritter Arbeitsschritt
3.1. Wodurch kann ein Lernvorgang, wie er in der Erzählung stattfindet, veranlaßt werden?
Welchen Stellenwert hat die eigene Erfahrung?
3.2. Welche Auswirkung hat die Erzählung auf mein Verhalten? Hat sie meine Einstellung zu Kriegsspielen beeinflußt?
4. Vierter Arbeitsschritt
Methode: Die Erzählung kann in eine größere Unterrichtseinheit eingebaut werden.
4.1. Schüler interviewen Kinder und Eltern über Kriegsspiele.
4.2. Ausweitung der Problematik von Kriegsspielen auf die Problematik des Krieges überhaupt. |