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Erzählungen der gegenwart

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Günter Bruno Fuchs Ansprache des autowaschenden Vaters an sein Kind das Drachensteigen möchte



Ein Gedicht? Ja, die wortkarge Sprache und der gestische Rhythmus erweisen es als ein solches. — Eine Erzählung? Ja, eine allsonntägliche Geschichte, in wenigen Worten gesagt. — Der moderne Schriftsteller bedient sich der Form zwischen den beiden Gattungen, des Erzählgedichts.
      1. Die einleitenden Fragen: Um wie viele Personen handelt es sich? Also ist es ein Dialog? verweisen auf die Problematik: Das Kind hat nichts zu sagen. Genau in der Mitte des Textes formuliert es der Sprecher: 'Halt mal den Mund..."
2. Was will das Kind? Hat der Vater es verstanden? — Das scheinbare Eingehen auf das Anliegen des Kindes und die darauffolgenden Befehle machen deutlich: Hier findet keine Kommunikation statt. Jeder hat sein eigenes Anliegen; wer die Macht hat, setzt seines durch.
3. Ein auffälliges Merkmal neben der imperativischen Redeweise sollte untersucht werden, die Mehrdeutigkeit einiger Wortfügungen: 'Halt ihn mal bitte." 'nein, das Auto geht vor ... — meine ich nicht"? oder: 'Halt den Mund ... — meine ich nicht", sondern 'Halt den öllappen"? Welchen Sinn hat dieses Sprachspiel? Es ist einerseits Nachahmung alltäglichen restringierten Sprachgebrauchs, andererseits Ausdruck bewußt irritierender Herrschaftssprache.

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