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Theodor Storm



Theodor Storm wird am 14. September 1817 in Husum geboren, als erstes Kind des Rechtsanwalts Johann Gasimir Storm und seiner brau Lucie. Die Stadt an der Nordseeküste, einst ein wichtiger Handelshafen, hat ihre beste Zeit schon hinter sich. Die Schiffszufahrt zum Hafen ist verlandet. Storms Vorfahren mütterlicherseits waren angesehene Handelsherren und Bürgermeister. »Fast alle Handwerkerfamilien hatten in irgendeiner Generation einen Diener oder eine Dienerin unsrer Familie aufzuweisen«, schreibt Storm in einem Brief an den Dichter Eduard Mörike.

      Theodor Storm besucht in Husum die Volks- und die Gelehrtenschule und anschließend noch für eineinhalb Jahre das Katharineum in Lübeck. Schon als Schüler in Husum beginnt er Gedichte zu schreiben.
      An den Universitäten Kiel und Berlin studiert er Jura. Das Verhältnis zum Vater wird gespannt, als Theodor länger als üblich braucht und dazu noch in Schulden gerät. Als das Examen endlich geschafft ist, kehrt er nach Husum zurück. Er lässt sich 1843 als Anwalt nieder und gründet einen Gesangverein. Nebenbei geht er seinen poetischen Neigungen nach. Zusammen mit Theodor und Tycho Mommson veröffentlicht er das Liederbuch dreier Freunde.
      Storni fühlt sich einsam in der Husumer Provinzgesellschaft. Kr empfindet sie als einengend. Erst als er seine Cousine Constanze Ksmarch, die älteste Tochter des Bürgermeisters von Segeberg, näher kennen lernt, gelingt es ihm, aus der Isolierung auszubrechen. Kr verlobt sich mit Constanze und heiratet sie 1846.
      1848 kommt es zur Volkserhebung gegen die Dänen in Schleswig-Holstein. Storni bekennt sich öffentlich zu dieser Bewegung. Kr geht damit ein hohes berufliches Risiko ein. 1852 wird seine Bestallung als Anwalt widerrufen. Storni verliert seinen Brotberuf. Kr geht nach Berlin, findet eine Stelle als preußischer Assessor in Potsdam und wird schließlich Kreisrichter in Heiligenstadt bei Cöttingen. Krst zwölf Jahre später, 1864, wird Theodor Storni an die geliebte Nordseeküste zurückgerufen Die Ständeversammlung hat ihn zum Landvogt in Husum gewählt. 1867 wird er Amtsrichter.
      All die Jahre findet Storni Zeit zum Schreiben. 1847 ist seine erste Prosaveröffentlichung erschienen, Marthe und ihre Uhr. Zwei Jahre später folgt die Novelle Immensee, dann die erste Ausgabe der Gedichte. Aber seine wirklich großen Novellen schreibt er erst als Husumer Amtsrichter, in einem Alter, in dem andere sich auf den Lebensabend vorbereiten. Pole Poppenspälcr bringt er mit siebenundfünfzig heraus, Aquis submersus mit neunundfünfzig und Renate mit ein-undsechzig. Sein wohl berühmtestes Werk, die mehrfach verfilmte Novelle Der Schimmelreiter nimmt er gar erst 1885 in Angriff, schon schwer erkrankt. »Jetzt spukt eine gewaltige Deichsage, von der ich als Knabe las, in mir, aber die Vorstudien sind sehr weitläufig.« Ks gelingt ihm, die Geschichte von dem Deichgrafen, der an der Böswilligkeit seiner Mitmenschen und der Naturgewalt der Nordsee scheitert, noch zu vollenden.
      Storms Gedichte und Novellen sind stark geprägt von den Lebensumständen der Menschen an der Küste. Mit den Zeilen »Doch hängt mein ganzes Herz an Dir, Du graue Stadt am Meer« hat Theodor Storni seiner Heimatstadt Husum ein - nicht ganz willkommenes - Denkmal gesetzt. Nach seiner Pensionierung als Amtsrichter ist Theodor Storni 1880 ins nahe Dorf Hadcmarschen umgezogen. Als er dort am 4. Juli 1888 stirbt, ist er einer der meistgelesenen Autoren seiner Zeit. Kine riesige Menschenmenge erwartet den Leichnam des Dichters in Husum und geleitet ihn zur Familiengruft.

     
Lesevorschlag:
Sehr schön lesen sich viele Gedichte von Theodor Storni, zum Beispiel Hyazinthen und Meeresstrand. Ks lohnt sich, sie auswendig zu lernen. Von den Novellen sollte man natürlich den Schimmelreiter lesen, dann unbedingt auch die Licbesgeschichte Aquis submersus und die Künstlergeschichte Pole Poppcnspälcr.

     
Besichtigungstipps:
Husum ist immer noch Storm-Stadt. Wer schon mal in der Gegend ist, sollte sich auf keinen Fall das von der Storni-Gesellschaft geführte Storni-Museum in der Wasserreihe entgehen lassen, einen Steinwurf vom Hafen entfernt. Storms Geburtshaus findet man am Markt, das I laus der Großeltern in der 1 Iohlen Gasse Nr. 3. Storms Grab befindet sich auf dem St.-Jürgen-Friedhof.
      Wer Aquis submersus gelesen hat, sollte einen Ausflug ins nahe Dorf Dreisdorf machen. Dort in der Kirche hängt das berühmte Gemälde, um das es in der Novelle geht.
     

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