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Theodor Fontane



Theodor Fontane wird am 30. Dezember 1819 in Ncuruppin bei Berlin als Sohn des Apothekers Louis Henri Fontane und seiner brau Fmilie geboren. Fr besucht das Neuruppiner Gymnasium und ab 1833 die Gewerbeschule in Berlin. 1836 wird er Apothekerlehrling und arbeitet dann bis 1844 als Apothekergehilfe in Burg bei Magdeburg, in Leipzig, Dresden und schließlich in der Apotheke des Vaters in Lctschin . 1844 geht er als Freiwilliger zum Militär und macht im selben Jahr seine erste Fnglandrcise. Bei der Revolution des Jahres 1848 ist Fontane nach dem Urteil von Günter Grass »mehr Revoluzzer als Revolutionär«. Theodor Fontane hat schon früh zu schreiben begonnen. Mit zwanzig veröffentlicht er im Berliner Figaro die Versnovelle Geschwisterliebe, sein erstes gedrucktes Werk. 1843 ist er das erste Mal als Gast bei der literarischen Gruppe »Tunnel über der Spree«, im Jahr darauf wird er als Mitglied aufgenommen.
      1847 legt er sein Staatsexamen ab und wird als Apotheker erster Klasse approbiert. 1849 gibt er den Apothekerberuf auf. 1850 heiratet er Fmilie Rouanet-Kummer. Hin Jahr später wird ihr erster Sohn, George Emile, geboren. Fontane arbeitet nun in der »Zentralstelle für Presseangclegenheiten« der preußischen Regierung, einer Zensurbehörde. 1852 reist er im Auftrag der halboffiziellen Preußischen Adlerzeitung wieder nach England, kehrt aber noch im selben Jahr wieder nach Berlin zurück. Von 1855 bis 1859 ist er erneut in London und baut dort eine »Deutsch-Englische Pressekorrespondenz« im Auftrag der preußischen Regierung auf. 1856 wird sein Sohn Theodor geboren. 1858 macht Fontane eine »romantische« Reise nach Schottland, die ihm Anregungen für viele seiner Balladen gibt.
      1859 kehrt er endgültig nach Berlin zurück. Er beginnt mit den Wanderungen durch die Mark Brandenburg. 1860, einige Monate nach der Geburt seiner Tochter Martha, wird er Redakteur bei der streng konservativen Neuen Preußischen Kreuz-Zeitung. In den Kriegen von 1864, 1866 und 1870/71 arbeitet er als Kriegsberichterstatter. Dabei wird er 1870, inzwischen hat er bei der Kreuz-Zeitung gekündigt, in Dom-remy als Spion verhaftet und gerät für zwei Monate in Gefangenschaft.
      Fontane arbeitet als Theaterkritiker und wird Ständiger Sekretär der Akademie der Künste in Berlin, reicht aber schon nach kurzer Zeit sein Rücktrittsgesuch ein. Von nun an arbeitet er als freier Schriftsteller. Er schreibt seinen historischen Roman Vor dem Sturm, den er schon 1863 begonnen hat, zu Ende. Jetzt im Alter schreibt er jene realistischen Erzählungen und Romane in reflexiv plauderndem Stil, die ihn als einen Meister der Milieuschilderung und der Menschendarstellung wie auch als Chronisten einer Zeit des Wandels der Lebensverhältnisse und der Werte in Preußen bekannt machen. 1882 erscheint Schach von Wuthcnow, 1885 Unter dem Birnbaum, 1886 Cecile, 1887 Irrungen Wirrungen, 1890 Stine, 1891 Unwiederbringlich.
      Ab 1892, Fontane ist inzwischen siebzig, veröffentlicht er die großen Romane, die auch heute noch viel gelesen werden, Frau Jenny Treibet, Ejfi Briest, Die Poggenpuhls und schließlich Der Stcchlin. Der Titel verweist auf einen in der Nähe eines Herrenhauses befindlichen See, dessen Namen auch der märkische Junker Dubslav und dessen Sohn Wolde-mar tragen. Grundkonflikt ist der Gegensatz zwischen dem Alten und dem Neuen, den Jungen und den Alten, dem konservativen Preußcntum und der zunehmenden Bedeutung der Sozialdemokratie. Bewusst experimentiert der Autor mit der herkömmlichen Romanform. »Zum Schluss stirbt ein Alter und zwei Junge heiraten sich«, so fasst Fontane selbst die Handlung in einem Briefentwurf zusammen. In der Zeit von 1893 bis 1898 veröffentlicht Theodor Fontane außerdem seine viel gelesenen autobiographischen Schriften Meine Kinderjahre und Von Zwanzig bis Dreißig. Theodor Fontane stirbt am 20. September 1898 in seiner Wohnung in Berlin. Vier Tage später wird er auf dem Friedhof der Französischen Reformierten Gemeinde im Norden Berlins beigesetzt.

     
Lesevorschlag:
Als erste Annäherung an Theodor Fontane sollte man seine Balladen lesen. Die berühmtesten und schönsten sind John Maynard und Die Brücke am Tay. Dann könnte man einige Gedichte lesen und vielleicht sogar auswendig lernen, Summa Summarum zum Beispiel. Auf keinen Fall sollte man sich die Romane entgehen lassen. Efji Briest muss man einfach gelesen haben, aber auch Unwiederbringlich und Frau Jenny Treibel. Wer Theodor Fontane wirklich verstehen will, sollte seinen autobiographischen Roman Meine Kinderjahre lesen.

     
Besichtigungstipps:
Im schönen Ncuruppin bei Berlin lohnt der Besuch des Fontane-Museums.
      Die Wanderungen durch die Mark Brandenburg kann man auch als Reiseführer nutzen und die Orte besuchen, die Fontane erwähnt.
     

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