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Ich war wohl klug, dass ich dich fand - Ãober Matthias Claudius



Der junge Mann, der an diesem grauen Herbstnachmittag des Jahres 1770 die Chaussee von I Limburg heraufkam, war gerade dreißig geworden. Lr schritt schnell und beschwingt über das Kopfsteinpflaster. Seine Gedanken waren schon in das Dorf vorausgeeilt, dessen bleistiftdünner Kirchturm vor ihm die kahlen Baumkronen überragte.
      Am Vormittag hatte es noch geregnet. Matthias hatte gezögert, ob er bei diesem Wetter den einstündigen Fußmarsch nach Wandsbeck riskieren konnte. Jetzt war er froh, dass er aufgebrochen war. Im grauen Himmel öffnete sich ein blaues Loch und ein einsamer Sonnenstrahl ließ die feuchte Erde erglänzen. Wie als Antwort darauf stieg von dem abgeernteten Getreidefeld neben der Landstraße eine Lerche aus den Stoppeln auf und schmetterte ihr frohes Lied. Matthias blieb stehen und hörte dem Vogel zu. Fast zwei Jahre lang hatte er diese Freuden der Natur in der Freien und Hansestadt Flamburg vermisst. Aber bald würde das Stadtleben hinter ihm liegen. In Wandsbeck würde er endlich wieder frei atmen können. Lr würde sein eigenes Haus haben, mit einem eigenen Garten dahinter. Das Dorf gefiel ihm schon jetzt. Es lag an einem lieblichen Wald, hatte nicht viel mehr als hundert Fiäuser und wohl an die neunhundert Einwohner. Auf einer Wiese vor ihm sah Matthias, wie Mädchen große, bunte Stoffbahnen im Gras auslegten. Die Baumwollstoffe waren in einer der drei Kattunfabriken des Dorfes gefärbt worden und mussten nun unter freiem Himmel trocknen.
      Wandsbeck war zu jener Zeit ein adliges Gut, das dem Grafen von Schimmelmann gehörte, der dort ein stattliches Schloss besaß. Auf seinem kurzen Weg auf der Landstraße hatte Matthias die Grenze passieren müssen. Wandsbeck unterstand der dänischen Krone, genau wie Altona, damals nach der Hauptstadt Kopenhagen immerhin die zweitgrößte Stadt Dänemarks.
      Neben den Kattunfabriken gab es in Wandsbeck eine Buchdruckerei. Sie war der eigentliche Grund dafür, dass Matthias Claudius heute auf der Landstraße unterwegs war. Der Graf von Schimmelmann, der während des Siebenjährigen Krieges in Sachsen reich geworden war, hatte beschlossen, etwas für die »Gesittung und Aufklärung« seiner Dörfler zu tun. Dazu sollte in der örtlichen Druckerei eine neue Zeitung gedruckt werden, der Wandsbecker Bothe. Den Text für das Blatt sollte der junge Mann aus Hamburg liefern. Aber zuerst den Schlüssel!
Der Graf hatte Matthias Claudius ausrichten lassen, dass der Schlüssel zu seinem künftigen Haus beim Zimmermeister und Gastwirt Behn hinterlegt sei. Dort könne er ihn sich abholen. Doch als Matthias an die Tür der kleinen Gastwirtschaftkam, fand er sie verschlossen. Ungeduldig schlug er mit der Laust gegen das Holz. »Ist da jemand?« Nichts rührte sich.
      Matthias warf einen Blick sah zum Nachbarhaus hinüber, einem strohgedeckten Lachwerkhaus mit zwei großen Scheunentoren. Sicher wusste man dort, wo der Zimmermeister Behn heute arbeitete.
      »Die Gaststube ist noch geschlossen«, rief eine Mädchenstimme.
      Hinter der kleinen, grünen Pforte, die in den Garten führte, war eine junge L'rau, vielleicht auch ein Mädchen noch, erschienen. In ihren vom kalten Spülwasser geröteten Händen hielt sie ein zusammengerolltes weißes Bettlaken oder Tischtuch. Daraus tropfte es auf ihre bloßen Lüße. Kr hatte sie wohl beim Wäscheaufhängen gestört.
      Er sei kein verfrühter Zecher, erklärte Matthias freundlich. Er wolle nur seinen Schlüssel abholen.
      Das von dunklen Locken umrahmte Gesicht des Mädchens wurde neugierig. »Dann müssen Sie der aus Hamburg sein, der Herr Redakteur.«
Der Besucher verbeugte sich vor ihr, ganz so, wie er es einst vor den feinen Damen in der Hauptstadt Kopenhagen gemacht hatte, als er dort fast zwei Jahre lang Sekretär des Grafen Holstein gewesen war, und stellte sich vor. Das Mädchen errötete.
      »Anna Rebekka Behn«, antwortete sie verlegen. Der Gastwirt und Zimmermann Behn sei ihr Vater. Schnell fügte sie hinzu: »Ach ja, Ihr Schlüssel, er hängt in dem Fach in der Gaststube. Ich laufe hinein und schließe Ihnen die Vordertür auf.«
Aber davon wollte er nichts wissen. Er könne genauso gut mit ihr durch den Garten ins Haus gehen, wenn ihr das nichts ausmache.
      Sie kamen an dem großen Weidenkorb mit der frisch gewaschenen Wäsche vorbei, den Rebekka ins Gras gestellt hatte, als sie das Klopfen an der Haustür hörte. Das junge Mädchen sandte einen besorgten Blick /um Herbsthimmel hinauf.
      »Wenn das bis heute Abend noch trocken werden soll«, sagte Matthias, »muss es aber schnell auf die Leine.« Und ordentlich auswringen müsse man die Sachen natürlich auch. Bevor das Mädchen es sich versah, hatte der Gast ihr das eine Ende des Bettlakens aus der Hand genommen. Während er einige Schritte rückwärts ging, begann er schon, das Laken zu drehen. Plötzlich hielt er inne. »Andersherum!«, sagte er. Natürlich passierte wieder dasselbe wie beim ersten Mal. Sie drehten das tropfende Laken beide in dieselbe Richtung, nur diesmal zur anderen Seite. »Nein, so doch nicht!«, rief er.
      Sie ließ ihr Ende des Lakens sinken und sah ihn über das tropfende Wäschestück hinweg an. »Stadtmenschen!«, sagte sie ärgerlich und hätte beinahe hinzugefügt: »Wissen natürlich alles besser!« Erschrocken presste sie die Lippen zusammen. Jetzt war sie wohl zu weit gegangen.
     
Doch der Besucher lachte. Er sei gar kein Stadtmensch, versicherte er. Er habe zwar einige Jahre in Städten gelebt. In Jena zuerst, dort habe er studiert, dann zwei Jahre in Kopenhagen und zuletzt in Hamburg. Den allergrößten Teil seines Lebens aber habe er auf dem Dorf verbracht, gar nicht weit von hier übrigens, in Reinfeld bei Lübeck. Sein Vater sei dort Pfarrer.
      Um ein 1 laar hätte er hinzugefügt, dass er sich nach seinen Aufenthalten in Jena und Kopenhagen jeweils wieder für lange Zeit ins väterliche Pfarrhaus zurückgeflüchtet hatte, weil er nirgends eine Stellung gefunden hatte. Die Eltern hatten sich schon Sorgen gemacht.
      Aber noch einmal würde er nicht zurückgehen. Er war fest entschlossen, endlich auf eigenen büßen zu stehen. Doch in der Stadt war das nicht einfach gewesen.
      Er erzählte, wie ihm vorhin auf der Chaussee so wunderbar leicht ums Herz geworden war. Begeistert sah er sich um. So einen Garten wie diesen hier, mit seinen Gemüsebeeten und Apfelbäumen, mit Hühnern und einer Kuh auf der Weide, all das brauche er einfach, um glücklich zu sein. Rebekka lachte. Was er denn dann in seine Hamburger Zeitung hineingeschrieben habe, wollte sie wissen. »Was von Hühnern und Kühen etwa?« »Was vom Mond«, sagte er.
      »Wovon? Vom Mond?« blatte sie es doch geahnt! Er machte sich lustig über sie. Für den studierten Herrn war sie nichts weiter als ein unwissender Bauerntrampel.

»Ja, vom Mond!« Matthias ließ das Betttuch sinken, das sie gerade ausgewrungen hatten. Sein freundliches Gesicht wurde ganz ernst, als er jetzt die Augen schloss. Er legte den Kopf ein wenig zurück, während er sich konzentrierte. »Es sind Verse«, sagte er, als er die Augen wieder öffnete. »Ich habe sie Wiegenlied, bei Mondschein zu singen genannt. Wollen Sic sie hören?«
Rcbckka nickte irritiert. Noch nie hatte ihr jemand ein selbst geschriebenes Gedicht vorgetragen. Sie wusste nicht, was sie davon halten sollte. Unsicher lauschte sie der Stimme des Dichters. Sie klang auf einmal sanft und einschmeichelnd, fast verführerisch:

So schlafe nun, du Kleine!
Was weinest du? Sanft ist im Mondenscheine

Und süß die Ruh'.
      Auch kommt der Schlaf geschwinder

Und sonder Müh'; Der Mond freut sich der Kinder
Und liebet sie.
      Er liebt zwar auch die Knaben,
Doch Mädchen mehr, Gießt freundlich schöne Gaben

Von oben her

Auf sie aus, wenn sie saugen,
Recht wunderbar; Schenkt ihnen blaue Augen

Und blondes Haar.
      Alt ist er wie ein Rabe,

Sieht manches Land; Mein Vater hat als Knabe
Ihn schon gekannt. ...«
Rebekka prustete los und hielt sich im nächsten Moment erschrocken die Hand vor den Mund. Jetzt hatte sie den Dichter wohl beleidigt.
      Aber dessen dunkle Augen blitzten begeistert. Ihr Lachen schien ihn überhaupt nicht zu stören. Im Gegenteil. »Gefällt Ihnen das?«, wollte er wissen. »Es geht noch weiter.« »Es ist wunderschön«, versicherte das Mädchen. »Und diese Verse haben Sie in die Zeitung drucken lassen? Mögen das die Leute denn?«
»Die Leute schon, denke ich. Aber der Herr Verleger nicht. Der wollte nur staubtrockene Nachrichten über Handel und Hafen.« Sein Gesicht verdüsterte sich. »Er hat mich hinausgeworfen.«
»Hinausgeworfen? Wegen eines Gedichts?« Rebekka war empört.
      Es sei nicht nur das eine gewesen, erwiderte Matthias Claudius. Es seien viele gewesen. Und auch seine Berichte und Rezensionen seien wohl nicht so ganz nach dem Geschmack des Etatsrats Fcisching gewesen. »Viel verloren habe ich dabei freilich nicht«, fügte er hinzu. Der Herr Etatsrat habe ihn so erbärmlich schlecht bezahlt, dass er die meiste Zeit in Hamburg mit knurrendem Magen herumgelaufen sei. »Aber das wird hier besser«, setzte er zuversichtlich hinzu. Rebekka warf das Tischtuch, das sie gerade ausgewrungen hatten, über die Wäscheleine. Während sie es glatt zog, warf sie einen schnellen Blick über die Schulter. Ob der Graf von Schimmelmann denn so viel mehr bezahle? Das nun nicht gerade, antwortete Matthias Claudius. »In barem Geld wird es vielleicht sogar noch weniger sein als in Hamburg. Doch hier werde ich mein eigenes Haus haben und den großen Garten dazu.«
Groß sei er schon, bestätigte das Mädchen. »Aber so einen Garten muss man auch pflegen können.« »Oh, das kann ich«, gab Matthias zurück. Im Pfarrhaus in Reinfeld seien sie zehn Geschwister gewesen. Geld war immer knapp. Schon als Junge hatte er der Mutter bei der Gartenarbeit geholfen.
      Das Mädchen hob den leeren Wäschekorb auf. Matthias folgte ihr in die kleine Gaststube. Dort stellte sie den Weidenkorb ab und wandte sich einem Holzfach zu, das neben der Tür in die Wand eingelassen war. Rebekka zog an dem Holzknopf. Aber das Fach ging nicht auf. Matthias versuchte es ebenfalls. Aber die Tür des Schränk-chens bewegte sich nicht.
     
»Schade«, sagte er. »Da bin ich heute wohl vergeblich ...« Er brach ab, denn er war allein in der Gaststube. Das Mädchen war verschwunden.
      Als sie zurückkam, hatte sie ein Beil in der Hand. Was sie denn damit vorhabe, wollte Matthias wissen. Rebekka antwortete nicht. Freundlich, aber bestimmt schob sie ihn beiseite und holte mit dem Beil aus. Ein einziger, wohl gezielter Schlag genügte. Die Tür des Schränkchcns sprang auf und Rebekka griff in das Fach. Mit einem Fächeln reichte sie Matthias einen schweren, eisernen Haustürschlüssel.
      Der beherzte Beilhieb und das Fächeln der schönen Zimmer-mannstochtcr gingen Matthias Claudius nicht mehr aus dem Kopf. Als er die Tür zu dem kleinen Haus aufschloss, das ihm der Graf von Schimmelmann überlassen wollte, stellte er sich vor, dass das Mädchen an seiner Seite sei und sie gemeinsam die Stube, die Schlafkammer und die Küche in Augenschein nahmen.
      In der Küche verweilte er besonders lange. Er malte sich aus, wie Rebekka dort am Herd hantierte, umgeben von einer fröhlichen Kinderschar, während er selbst in der Stube am Fenster saß und seine Rezension oder ein paar Verse für den Wandsbecker Bothen schrieb.
      Er nahm sie in seiner Phantasie auch in den Garten mit. Dort standen Apfel- und Birnbäume. Auch Holunder wuchs da. Vom Vorbesitzer waren noch Beete für Kartoffeln, Erbsen und anderes Gemüse angelegt.
     
Hier würde es sieh leben lassen, dachte der Dichter vergnügt.
      Dennoch fasste er sich bei seiner Besichtigung so kurz wie möglich. Kr hatte es eilig, zum Gasthaus zurückzukommen. Diesmal war die Haustür nicht abgeschlossen. Aber die kleine Gaststube, hinter der es eine Kegelbahn gab, wie Matthias erfreut entdeckte, war noch leer. Rebekka steckte den Kopf durch die Küchenklappe. Sie lächelte wieder, als sie den Gast erkannte. Sie hatte sich gekämmt. Ihre wilden Locken waren jetzt von einem blauen Band gebändigt. Mit einem Mal sah sie viel jünger aus.
      »Ich bringe nur den Schlüssel zurück«, sagte Matthias. Sie kam in die Gaststube herüber. »Das ging aber schnell.« Kr sei ein wenig in Kilo, behauptete Matthias und bereute es sofort. Nun blieb ihm nichts anderes übrig, als gleich aufzubrechen.
      »Sic können den Schlüssel auch behalten«, sagte das Mädchen.
      Aber das wollte er nicht. Auf keinen ball wollte er das. Solange der Schlüssel hier im Gasthaus lag, hatte er jederzeit einen Grund, sie wiederzusehen.
      Doch eines musste er noch wissen, bevor er sie verließ. Kr wollte die Krage beiläufig anbringen, sie irgendwie einflechten, aber ihm fiel nichts ein. Schließlich platzte er ganz offen damit heraus. »Wie alt sind Sic?« Das Mädchen errötete. »Sechzehn«, sagte sie. Krst sechzehn!

Knttäuscht schritt Matthias Claudius auf der Chaussee nach Hamburg zurück. Sechzehn! Das bedeutete, dass er noch warten musste. Zwei Jahre zumindest. Was konnte in einer so langen Zeit nicht alles geschehen?
Dann kam ihm ein anderer Gedanke. Wovon sollten sie leben? Ks stimmte ja, das bisschen Geld, das er mit dem Wandsbecker Bothcn verdienen konnte, würde kaum für ihn allein reichen. Wie sollte er davon eine ganze Familie ernähren? Kr würde seine Freunde bitten müssen, ihm eine einträglichere Stellung zu verschaffen. Als Zollinspektor vielleicht. Jedenfalls irgendwo auf dem Land wie hier in Wandsbeck, mit viel Holz und Wasser in der Gegend und ohne dass er sich dabei groß abstrampeln musste. Kr brauchte seine Zeit zum Schreiben.
      Der Gedanke an die Freunde brachte ihn noch auf etwas ganz anderes: Was würde Herder sagen, wenn er ihm schrieb: Ich habe ein Mädchen lieb gewonnen, ein einfältiges, ungekünsteltes Bauernmädchen, und ich will es heiraten ...? Wie würden Gerstenberg, Lessing und Klopstock reagieren? Würden sie lächeln über ihn, ihm die Freundschaft kündigen?

Egal, dachte er.
      Der liebe Gott hatte ihn heute zu diesem goldnen Engel geführt, er würde ihm auch künftig alles geben, was er benötigte. Mit einem Mal erschienen ihm die zwei Jahre, die er auf die Zimmermannstochter wohl würde warten müssen, gar nicht mehr so lang. Sic war ja nicht fort. Er würde sie ja sehen können, so oft er wollte. Er würde immer in ihrer Nähe sein, während sie zu einer jungen Frau heranwuchs. Sie würden sich gemeinsam das warme Nest bilden können für ihre künftige Familie. So gesehen bekamen die zwei Jahre Wartezeit sogar etwas Süßes, Aufregendes. In diesem Licht erschien ihm die eben noch so bange Frage, was in zwei Jahren alles geschehen könne, gar nicht mehr so bedrohlich. Kr hatte dabei an Krankheit gedacht, an den Tod. Wie schnell so was gehen konnte, hatte er im Elternhaus in Reinfeld erfahren. Elf war er damals gewesen. Innerhalb eines einzigen Jahres hatten sie seine zweijährige Schwester Lucia Magdalena, den sechsjährigen Bruder Lorenz und den achtjährigen Friedrich Carl zu Grabe tragen müssen.
      Und in Jena waren sein Bruder und er an den Pocken erkrankt. Er selbst war genesen, doch Josias war nach langem, schwerem Leiden gestorben. Die Rede, die Matthias der Trauerversammlung gehalten hatte, war seine erste Veröffentlichung gewesen. »Nun ruhe, ruhe sanft, toter Bruder«, hatte er Josias zum Abschied nachgerufen. »Noch oft will ich in der Stunde der Mitternacht, bei blassem Mondschein zu Deinem Grab hinschleichen und weinen.« Nein, der Tod schreckte ihn nicht mehr. Freund Hain nannte er ihn bei sich. Denn war er nicht ein Freund, der die Menschen durchs Leben begleitete, bis ihre Stunde kam? Wenn man aber keine Angst vor dem Tod haben musste, um wie viel weniger musste man sie dann vor dem Leben haben?

War man nicht immer in Gottes Hand? Gott hatte Rcbekka und ihn heute zusammengeführt. Er würde auch dafür sorgen, dass sie, wenn die Zeit gekommen war, gemeinsam vor den Traualtar treten konnten.
      Matthias Claudius blieb mitten auf der Landstraße stehen. Der Südwest hatte die letzten Wolken davongejagt. Die Sonne lachte vom blauen Himmel herab. Was für ein wunderbarer Tag! So grau hatte er begonnen. Nun waren Felder, Wiesen und Bäume in blendenden Sonnenschein getaucht. Und er hatte endlich die Frau fürs Leben gefunden!
Der Dichter nahm einen Anlauf und tat einen gewaltigen Freudensprung. Sollten die Leute doch von ihm denken, was sie wollten.
     

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Ich  war  wohl  klug,  dass  ich  dich  fand  -  Ãober  Matthias  Claudius    


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