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Gottfried Keller



19.7.1819 in Zürich, 15.7.1890 in Zürich

Gottfried Keller wird am 19. Juli 1819 als Sohn des Drcchslcrmeisters Hans Rudolf Keller und der Arzttochter Elisabeth Scheuch/er in Zürich geboren. Der Vater stirbt, als Keller gerade drei Jahre alt ist. Keller muss zunächst die Armenschule besuchen. Ab 1833 geht er auf die Industrieschule, die er wegen eines Streiches nach etwa einem Jahr wieder verlassen muss. Mr wird Lehrling bei einem Maler und Lithographen und geht anschließend zur Ausbildung als Landschaftsmaler nach München.


      Nach wenig erfolgreichen Malversuchen bricht Gottfried Keller die Ausbildung ab und wendet sich 1843 der Literatur zu. Mr schreibt zunächst Gedichte, von denen einige im Deutschen Taschenbuch abgedruckt werden. 1847 wird seine Mrzählung Die mißlungene Vergiftung im Bündner Kalender veröffentlicht.
      Keller erhält ein Auslandsstipendium der Züricher Regierung und studiert zunächst in Heidelberg, dann in Berlin Geschichte, Philosophie und Literatur. In Berlin entsteht die Mrstfassung seines autobiographischen Romans und Hauptwerkes Der Grüne Heinrich, die in Braunschweig veröffentlicht wird.

     
Gottfried Keller lernt im Laufe seines Lebens viele bedeutende Persönlichkeiten kennen. In Berlin verkehrt er im Salon von Fanny Lewald. In Zürich, wohin er 1855 zurückkehrt, beginnt eine lange Bekanntschaft mit dem damaligen Bestseller-Autor Paul Lleyse. Später wird Keller einen Briefwechsel mit dem norddeutschen Schriftstellerkollegen Theodor Storni führen und zum Mnde seines Lebens hin eine enge Freundschaft mit dem Schweizer Maler Arnold Böcklin schließen.
      1856 erscheint der erste Teil der Novellensammlung Die Leute von Seldwyla. Sein weiterer Weg als Schriftsteller scheint damit vorgezeichnet, doch kann der mittlerweile berühmte Autor von seinen Veröffentlichungen nicht leben. 1861 wird Gottfried Keller zum ersten Staatsschreiber der Züricher Kantonsregierung gewählt und erhält eine Wohnung in der Staatskanzlei. Damit ist sein Lebensunterhalt gesichert.
      Kellers fünfzigster Geburtstag wird 1869 festlich begangen. Die Philosophische Fakultät der Universität Zürich verleiht ihm die Mhrendoktorwiirdc.
      1876 gibt Gottfried Keller das wichtige Amt des Staatsschreibers auf und widmet sich nun ganz seinen literarischen Arbeiten. Mr schreibt eine neue Fassung des Grünen Heinrich, deren erste drei Bände 1879 bei Göschen erscheinen. Im Jahr darauf folgt der vierte Band.
      1889 werden Gottfried Kellers Gesammelte Werke in zehn Bänden veröffentlicht. Keller entzieht sich den offiziellen Feiern zu seinem siebzigsten Geburtstag durch einen Aufenthalt am Vierwaldstättcrsee.
      Der Dichter ist durch verschiedene Krankheiten geschwächt. Von September bis November macht er eine Kur in Baden bei Zürich. Kurz nach Neujahr 1890 beginnt ein langes Krankenlager. Am 15. Juli 1890 stirbt Gottfried Keller in Zürich.

     
Lesevorschlag:
Gottfried Keller ist ein Meister der Novellistik. Seine Novellen Kleider machen Leute und Romeo und Julia auf dem Dorje aus der Sammlung Die Leute von Seld-wyla können auch heute noch beeindrucken. Wer den politisch engagierten Gottfried Keller kennen lernen möchte, kann dann noch Das Fähnlein der sieben Aufrechten aus der Sammlung Züricher Novellen lesen. Kellers berühmtestes Werk ist der Roman Der Grüne Heinrich. Es ist der wichtigste Entwicklungsroman des 19. Jahrhunderts nach Goethes Wilhelm Meister. Wem Kellers Novellen gefallen, dem ist auch dieser umfangreiche Roman sehr zu empfehlen.

     
Besichtigungstipps:
In Zürich ist in einer Gasse der Altstadt das Haus zu sehen, in dem Gottfried Keller seine früheste Kindheit verlebte .

     
Später zog die Familie ein paar Häuser weiter und wohnte Am Rindermarkt Nr. 9. Direkt gegenüber liegt das Gasthaus »Oepfelchammer«, das einstige Stammlokal von Gottfried Keller. Das Sterbehaus befindet sich Am Zeltweg Nr. 27.
     

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