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Friedrich Schiller



Johann Christoph Friedrich Schiller wird am 10. November 1759 in Marbach geboren. Der Vater, Johann Kaspar Schiller, ist Wundarzt und Offizier. Die Mutter, Dorothea Kodweiß, ist die Tochter eines Gastwirts aus Marbach.
      Friedrich wird im Elternhaus durch den schwäbischen Pietismus geprägt.

      1767 tritt Friedrich Schiller in die Lateinschule von Ludwigsburg ein, wo die Familie inzwischen lebt. Sechs Jahre später muss Schiller auf Befehl des Herzogs Carl Eugen von Württemberg auf die Militärische Pflanzschule wechseln. 1775 beginnt Schiller das Studium der Medizin. 1780 beendet er diese Ausbildung und wird Regimentsmedikus in Stuttgart.
      Friedrich Schiller hat früh zu schreiben begonnen. Mit siebzehn veröffentlicht er sein erstes Gedicht, Der Abend. Es erscheint, ohne den Namen des Verfassers, im Schwäbischen Magazin. Von 1780 an arbeitet Friedrich Schiller an den Räubern. Im Januar 1782 wird das Stück mit großem Erfolg in Mannheim aufgeführt. Friedrich Schiller ist bei der Uraufführung dabei, allerdings ohne vorher Urlaub zu nehmen. Nach einer zweiten unerlaubten Reise nach Mannheim erhält er vierzehn Tage Arrest. Der Herzog verbietet ihm das »Komödicnschreiben«. Friedrich Schiller widersetzt sich dem Befehl und flüchtet aus Stuttgart ins »Ausland«. Zuerst geht er nach Mannheim, später nach F'rankfurt am Main und schließlich nach Baucrbach in der Nähe von Meiningen. Dort entsteht im Dezember 1782 Kabale und Liebe .
      Es folgt eine Zeit des Umherirrens, der Not und der Krankheit. 1783/84 schreibt Schiller Die Verschwörung des Fiesko 7.u Genua. 1787 beendet er den Don Carlos. In einem Brief aus dem Jahre 1782 an den Bibliothekar Hermann Rcinwald teilt er über seine Phantasietätigkeit und Arbeitsweise mit: »Wir schaffen einen Charakter, wenn wir unsere Empfindungen und unsere historische Kenntnis von fremden in andere Mischungen bringen f...] Alle Gestalten unserer Phantasie wären also zuletzt nur wir selbst.«
1785 lädt Christian Gottfried Körner, Rat im Konsistorium in Dresden, den Autor ein. Körner ist ein Bewunderer Schillers. Er unterstützt den Dichter finanziell und stellt den Kontakt zu dem Verleger Göschen her, der die von Schiller herausgegebene Zeitschrift Thalia verlegen soll. In dieser Zeit, in Hochstimmung über die Freundschaft mit Körner, entsteht die berühmte Ode An die Freude. Friedrich Schiller muss sich zunächst als »Tagcsschriftstcl-ler« durchschlagen. Er schreibt Erzählungen wie Der Verbrecher aus verlorener Ehre und Der Geisterseher, Texte, die eine Vorliebe für Kolportage erkennen lassen. Für seine Zeit schritten Thalia und Neue Thalia verfasst er zahlreiche Beitrage selbst.
      1789 lässt Schiller sich in Jena nieder. Man hat ihm eine zunächst unbesoldete Professur für Geschichte angeboten. Als Herzog Carl August ihm einen Ehrensold von 200 Talern bewilligt, kann Schiller endlich Charlotte von Lengefeld heiraten. Kr hat sie im November 1787 kennen gelernt. Ihrer Mutter, einer Witwe mit zwei Töchtern, ist er schon in Mannheim begegnet.
      In den Jahren 1788 bis 1793 entstehen die Geschichtswerke Geschichte des Abjalls der Vereinigten Niederlande von der Spanischen Regierung und Die Geschichte des Dreißigjährigen Krieges. Letztere wird im Historischen Kalender für Damen abgedruckt und ist mit 7.000 verkauften Kxemplaren ein Publikumserfolg.
      Die Jahre des Hungers und des Klends haben böigen: 1784 erkrankt Schiller an Tuberkulose. Doch jetzt bessern sich Schillers materielle Verhältnisse. 1791 gewährt ihm ein adliger Gönner in Dänemark eine Khrengabe von 100 Talern jährlich. Kin Jahr darauf wird er zum Khrenbürger der Französischen Republik ernannt.
      1793 entsteht der Aufsatz Ãober Anmuth und Würde, der eine Weiterentwicklung der Vorstellung des Philosophen Kmanuel Kant darstellt. »Neigung zur Pflicht heißt Befolgung des Vernunft-Gesetzes.« Allerdings ist die erwünschte Harmonie zwischen den sittlichen und den sinnlichen Kräften des Menschen ein nur schwer erreichbares Ideal. Ausdem Kampf zwischen beiden Strebungen soll durch das Kr-starken der Vernunft das Geistige über das Sinnliche den Sieg davontragen. Der Sieg der geistigen Freiheit bringt »die Würde« des Menschen, einer der Schlüsselbegriffe der Klassik.
      1795 schließt Schiller die Briefe Ãober die ästhetische Erziehung des Menschen ab, in denen er das »Ideal eines sittlich schönen Daseins« entwickelt. Seine Vorstellung von der Aufgabe des Künstlers drückt sich dabei in den Versen aus: »Der Menschen Würde ist in eure 1 land gegeben, / bewahret sie! / Sie sinkt mit euch! Mit euch wird sie sich heben.« 1788 und im Sommer 1794 trifft Schiller mit Goethe zusammen. Zunächst empfindet Schiller Abneigung und Skepsis. »Dieser Mensch, dieser Goethe ist mir einmal im Wege, und er erinnert mich so oft, daß das Schicksal mich hart behandelt hat.« Aber dann entwickelt sich eine enge Freundschaft zwischen den beiden Dichtern.
      Von 1797 bis 1799 schreibt Schiller die berühmten Balladen Der Taucher, Der Handschuh, Ring des Polykrates, Die Bürgschaft und schließlich Die Glocke, in denen sich seine ethischen Ideale literarisch ausdrücken. Sie unterscheiden sich von den Balladen Goethes, der auch in seinen erzählenden Gedichten ein Stimmungslyriker ist, durch einen ausgeprägten Sinn für Dramatik, durch ihren Ideengehalt und eine realistisch bestimmte sinnliche Fülle und Kraft. Ende 1799 siedelt Schiller nach Weimar über. Damit beginnt die eigentliche Phase der Weimarer Klassik. Schiller gibt nun die Zeitschrift Die Hören heraus. Die Schrift Ãober naive und sentimentalische Dichtung versucht eine »persönliche und historische Standortbestimmung« des modernen Dichters. Das »Naive« ist nach Schiller Ausdruck für die Harmo-nie des Menschen mit der ihn umgebenden Natur - wobei Natur auch Gesellschaft mit einschließt. Das »Sentimentalische« dagegen weiß von den unheilbaren gesellschaftlichen Widersprüchen, vom Gegensat/, von Ideal und Wirklichkeit. Der Grundgedanke der Abhandlung ist die Bestimmung des Dichters als Bewahrer der Natur. Der Dichter kann entweder Natur sein oder die in der Künstlichkeit der Kultur verlorene Natur suchen .
      In der Zeit von 1798 bis 1804 entstehen in rascher l;olge die klassischen Dramen Wallenstein, Maria Stuart, Die Jungfrau von Orleans, Die Braut von Messina, Wilhelm Teil und De-metrius. Die letzten drei Werke bleiben Fragmente. Am 9. Mai 1805 stirbt Friedrich von Schiller an den Folgen einer Rippenfellentzündung in Weimar. Fr wird zunächst in der Jacobikirche beigesetzt und 1827 in die Fürstengruft zu Weimar überführt.

      Lesevorschlag:
Als Einstieg in Schillers Werk sind seine Balladen zu empfehlen, so etwa Der Handschuh, Die Bürgschaft oder Der Ring des Polykrates.

     
Danach sollte man seine Theaterstücke lesen, vielleicht als Frstes Die Räuber und Kabale und Liebe, und sie sich, wann immer möglich, auch auf der Bühne ansehen.

      Besichtigungstipps:
In Marbach bei Stuttgart kann man Schillers Geburtshaus besuchen, in der Niklastorstraße Nr. 31, wo sich heute ein Schiller-Museum befindet. In Jena ist der letzte Wohnsitz des Dichters zu besichtigen: Die »Schiller-Gedenkstätte« befindet sich im Schillergässchen. In Weimar lohnt ein Besuch des Schiller-Museums.
     

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