Aspekte der Typenkomödie |
| Die für das Lustspiel der frühen Aufklärung bis zur Mitte des Jahrhunderts gültige und auch praktisch verbindliche Gattungstheorie stammt von Gottsched. Die Critische Dichtkunst wertet die Komödie entschieden auf, indem sie ihr einen zentralen Platz im didaktischen Konzept der literarischen Moralerz [ ... ] |
Lustspiele des Gottschedkreises |
| Herausragende Bedeutung fällt den Komödien der Gottschedin zu, die sich durch satirische Schärfe, pointierte Dialoge und ein feines Gespür für Fragen des Zeitgeists auszeichnen. Besondere Aufmerksamkeit darf dabei das 1736 erstmals veröffentlichte Debütwerk Die Pietisterey im Fischbeinrocke beanspru [ ... ] |
Lustspiele in Versen |
| Entschieden hatte Gottscheds Dichtkunst für eine möglichst unprätentiöse formale Einrichtung der Komödie plädiert. Hoher artistischer Aufwand - insbesondere im Bereich der Sprachgestaltung - galt ihm als ebenso problematisch wie, umgekehrt, das Abgleiten in die Niederungen derber Anspielungen und Zo [ ... ] |
Die rührende Komödie |
| Ende der 40er Jahre tritt in Deutschland ein neuer Gattungstypus hervor, der, nach seinem geringfügig älteren französischen Vorbild, der comedie larmoyante, wie sie vor allem das Werk La Chaussees (1692-1754) repräsentiert, als >rührendes< oder, bereits negativ wertend, >weinerliches< Lustspiel beze [ ... ] |
Lessings Lustspiele |
| In nur geringem Maße beeinflußt die Programmatik der rührenden Komödie die Lustspielformen, mit denen der junge Lessing seit dem Ende der 40er Jahre hervortritt. Zwar nimmt der aufstrebende Autor die Entwicklung der Gattung interessiert zur Kenntnis, wie man seinen theoretischen Abhandlungen entnehm [ ... ] |
Nathan der Weise als gattungspoetischer Sonderfall |
| Das schwierige Lustspieh Minna von Barnhelm zeichnet bereits den Übergang zu jenem Werk vor, mit dem Lessing sein Bühnenschaffen abschließt. Nathan der Weise, im Gefolge der unersprießlichen Goeze-Kontroverse zwischen November 1778 und Frühjahr 1779 vollendet, zu Lebzeiten des Autors aus Zensurgrün [ ... ] |
Geistesgeschichtliche Strömungen der älteren Tragödienforschung |
| Literaturwissenschaftliche Aufklärungsforschung konzentriert sich seit geraumer Zeit bevorzugt auf die dramenhistorische Entwicklung zwischen Gottsched und Lessing. Zumal die Tragödie avanciert dabei zum bevorzugten Gegenstand, an dem immer wieder die verschiedensten Untersuchungsmethoden erprobt we [ ... ] |
Sozialhistorische Arbeiten |
| Gestützt auf den Ertrag der hier genannten Studien, jedoch mit kritischem Vorbehalt gegenüber ihrer soziologischen Abstinenz sucht Peter Szondi in seiner posthum veröffentlichten Theorie des bürgerlichen Trauerspiels (1973) das Fundament für eine stärker sozialhistorisch ausgerichtete Gattungsgeschi [ ... ] |
Aktuelle Tendenzen |
| Nach dem Abflauen der sozialhistorischen Hausse traten in den letzten Jahren bisher vernachlässigte Themen in den Vordergrund. Im Fall des bürgerlichen Trauerspiels suchte man jenseits der kanonischen Texte die schon von Daunicht und Wier-lacher aufgezeigte Vielfalt der Gattung anhand detaillierter [ ... ] |
Aspekte der Lustspielforschung |
| Die Komödie der Aufklärung steht zumeist im Schatten des dominierenden Interesses an der Tragödie, die die Literaturwissenschaft gern als exemplarisches Feld für die Erprobung neuer Methoden zu betrachten scheint. Problembezogene historische Perspektiven bleiben für die neuere Komödienforschung nur [ ... ] |