Begriffsgeschichte |
| Im ersten Stück seiner »Theatralischen Bibliothek«, die Auszüge aus Schauspielen und dramentheoretischen Texten versammelt, publiziert Lessing die Übersetzung zweier Beiträge, die dem Status und Rang des in der Mitte des Jahrhunderts sich etablierenden rührenden Lustspiels - der comedie larmoyante - [ ... ] |
Lessings Poetik des Mitleids |
| Ihre ingeniöse Begründung erfährt die Theorie des bürgerlichen Trauerspiels durch Lessing, dessen wesentlicher Beitrag darin besteht, daß er die formalen Bestimmungen der Gattung um Elemente einer neuen Gefühlskultur ergänzt, die teils aus der britischen Moral-sense-Philosophie, teils aus sensualist [ ... ] |
Miss Sara Sampson als Gattungsparadigma |
| Zum Zeitpunkt des Disputs über die Wirkungslehre des Trauerspiels lag mit Lessings Miss Sara Sampson {1755) bereits ein Werk vor, das die tragischen Valenzen der neuen bürgerlichen Affektkultur exemplarisch vor Augen geführt hatte. Im Mittelpunkt des Dramas steht, sämtliche übrigen Konflikte bereits [ ... ] |
Trauerspieltheorie der Hamburgischen Dramaturgie |
| Der allmählich sich vollziehende Wertwandel, der zur Abkehr von der heroischen Tragödie führte, trat zuerst im Bereich der Übersetzungen zutage, wo seit der Mitte der 50er Jahre die französischen Autoren - mit Ausnahme Voltaires - ihre Spitzenstellung den Engländern überlassen mußten. Nicht mehr Co [ ... ] |
Das Modell der Emilia Galotti |
| Lessings anthropologisches Ideal repräsentiert der wohltemperierte Charakter, dessen Affekte sich selbst regulieren, ohne daß sie einer entsprechenden externen Steuerung bedürfen. Im Hinblick auf dieses Modell erweist sich sein eigenes Tragödienwerk freilich als Beitrag zur skeptischen Bewertung opt [ ... ] |