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Die dichtung der ritterlichen welt

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Das Volksbuch



Was in der ritterlichen Dichtung dereinst in Versen geformt war, wollte man nun auch in Prosa besitzen. So wurde die alte Versepik in Prosa umgesetzt: es entstand der Prosaroman. Diese Umwandlung war für die Stoffe von größtem Nutzen, weil das Poetische jetzt viel klarer zutage trat. Wieder ging Frankreich voran und Deutschland folgte. Solche Romane, meist französischer Abstammung, aus dem 15. oder 16. Jahrhundert sind z. B. 'Die Haimonskinder", 'Kaiser Oktavian", 'Fortunat und seine Söhne", 'Die schöne Melusine", 'Genoveva" und der 'Ewige Jude". Auf deutschem Bodensind wenige dieser Romane erwachsen, im 16. Jahrhundert immerhin drei, die weitberühmt und allbekannt geworden sind: 'Till Eulenspiegel" , 'Die Schildbürger" und 'Faust" .
      Die Bezeichnung 'Volksbücher", die durch den Romantiker Görres geprägt wurde, darf nicht zu dem Schluß verleiten, daß das Volk selbst die "Werke gedichtet habe. Sie sind entweder aus schriftlichen Fixierungen alten Schwank- und Sagengutes entstanden oder gehen auf bestimmte Gestalten der Zeit zurück. So wurden im 'Till Eulenspiegel" die Streiche, die man dem im 14. Jahrhundert in Mölln nachweisbaren Schalksnarren zuschrieb, von kundiger Hand zu einem Kranz tollster Geschichten zusammengefaßt. In den ursprünglich unter dem Titel 'Laiebuch" in Straßburg gedruckten Geschichten von den Schildbürgern werden die kleinbürgerlichen Torheiten eines ganzen Städtchens verspottet, und wird in der 'Historie von Dr. Johann Fausten, dem weitbeschreiten Zauberer und Schwarzkünstler" eine historisch beglaubigte Abenteurergestalt vorgeführt und ihr tolles Leben undNab-sonderliches Ende mit christlichen Warnungen geschildert.
     

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