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Die deutsche romantik

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Ludwig Tieck (I773-I853)



Tieck, der gleich Wackenroder aus Berlin stammte und mit diesem gemeinsam in Erlangen studierte, ist der fruchtbarste und vielseitigste unter den Frühromantikern. Ein Mensch der Phantasie, der Stimmungen und Träume und zugleich mit einem scharfen Verstände begabt, ist es ihm zeitlebens nicht gelungen, 'diese widerwärtigen Extreme" auszugleichen.
      Seine lyrischen Gedichte, meist Naturlyrik und, wie bei den meisten Romantikern, gern in größere erzählende Dichtungen verflochten, enthalten mit Vorliebe die Stimmungen der Dämmerung, des Waldes, des Sonnenuntergangs, des Mondscheins. Das romantische Motiv hat Tieck am klarsten gekennzeichnet mit seinen Versen:

Mondbeglänzte Zaubernacht, Die den Sinn gefangenhält, Wundervolle Märchenwelt, Steig auf in der alten Pracht. ..
      Die Vielseitigkeit Tiecks zeigt sich sowohl in eigener dichterischer Tätigkeit wie auch in Ãobersetzungen und in der Herausgabe längst vergessener Werke der deutschen Dichtung. So hat er nicnt nur an der von Schlegel begonnenen Ãobersetzung der Dramen Shakespeares mitgewirkt und selbst 'Don Quichote" von Cervantes übersetzt, sondern er hat auch zur Neubelebung der älteren deutschen Dichtung entscheidend beigetragen. Er erneuerte die 'Minnelieder aus dem schwäbischen Zeitalter" und gab in der Einleitung dazu eine Ãobersicht über die Entwicklung der mittelalterlichen Dichtung und eine verklärende Darstellung mittelalterlichen Lebens. Er hat auch die Märchenwelt der altdeutschen Volksbücher neu erzählt, so die Geschichte von den vier Heymonskindern, von der schönen Magelone, der Melusine usw. Auch in seiner eigenen Dichtung griff er gern auf alte Märchenmotive zurück, z. B. in seiner schönsten und in der Naturbeseelung echt romantischen Schöpfung, dem 'Blonden Eckbert", über dem das Unheimliche geheimnisvoller Mächte liegt.
      Andere Märchenstoffe und Volksbücher bearbeitete Tieck in dramatischer Form: 'Genovtva", 'Oktavian" und 'Fortunat". Seine Märchenkomödie 'Der gestiefelte Kater" ist ein Musterbeispiel für die romantische Ironie, in der sich die Welt des Wunderbaren mit der Wirklichkeit heiter-verspielt mengt. In das Stück werden der Dichter, das Publikum, die Bühnentechnik mit einbezogen, man unterhält sich über den Fortgang der Handlung: kurz, es entsteht ein buntes Spiel voller Ironie und Märchenhaftigkeit.
      Aus der Beschäftigung mit der Welt Dürers und der mittelalterlichen Kunst entstand auch der Künstlerroman 'Franz Sternbalds Wanderungen" , der ein Gegenstück zu Goethes 'Wilhelm Meister" werden sollte. Wie bei fast allen Romanen der Romantik lösen sich jedoch auch hier die Formen auf und zerfließen ins Stimmungshafte und Lyrisch-Musikalische und sind durch Einfügung von Gedichten unterbrochen.
     

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Ludwig  Tieck  (I773-I853)    





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