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Die deutsche romantik

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Joseph Freiherr von Eichendorff (I788-I857)



Von allen Romantikern ist der Schlesier Eichendorff der volkstümlichste geworden.
      Auf Schloß Lubowitz bei Ratibor geboren, blieb er seiner Heimat und ihren Wäldern sein ganzes Leben lang verhaftet, selbst dann noch, als sein väterlicher Besitz in andere Hände überging. Er studierte in Halle und Heidelberg, wo er Brentano und Arnim kennenlernte, nahm an den Freiheitskriegen teil und wirkte später als Geheimer Regierungsrat im Kultusministerium in Berlin. In dieser Tätigkeit setzte er sich für den Ausbau der Marienburg in Ostpreußen ein, über deren Wiederherstellung er eine Schrift verfaßte. In Neiße fand er seine letzte Ruhestätte.

      Für Eichendorff war der Dichter, übrigens ganz romantisch gedacht, der Vertreter jener 'großen tiefsinnigen Weltansicht, welche, indem sie das Diesseits ans Jenseits knüpft, aller irdischen Erscheinung eine höhere Deutung und Schönheit verleiht".
      Wie kaum ein anderer vermag er die Natur zu beseelen, mit der er sich aus persönlichem Erleben eins fühlt. Dies gibt seinen Versen ihre besondere Innigkeit des Gefühls und ihre Zartheit des Empfindens:
Schläft ein Lied in allen Dingen, Die da träumen fort und fort, Und die Welt hebt an zu singen, Triffst du nur das Zauberwort.
      Alles, was die Romantiker erträumten, klingt auch aus Eichendorffs Liedern: Sehnsucht, Heimatliebe und echte Frömmigkeit. In ihren einfachen Formen und in der Tiefe der Ursprünglichkeit ihrer Aussage sind Eichendorffs Gedichte zu wirklichen Volksliedern geworden: z. B. 'Morgengebet" , 'Mondnacht" , 'Sehnsucht", 'Heimweh", 'Der alte Garten", 'Der frohe. Wandersmann", 'In der Fremde", 'Das zerbrochene Ringlein" und viele andere.
      Ein besonders inniges Verhältnis verband Eichendorff mit dem Wald; seine Waldlieder 'O Täler weit, o Höhen", 'Wer hat dich, du schöner Wald" gehören zu seinen innigsten und schönsten Schöpfungen, und Waldhornklang ertönt auch aus manch anderem Lied. Auch seine Erzählungen haben einen Stimmungshaften und stark lyrischen Charakter: 'Aus dem Leben eines Taugenichts", 'Das Marmorbild", 'Dichter und ihre Gesellen" und 'Das Schloß Durande", das eine Episode aus der französischen Revolution behandelt.
      Die schönste unter ihnen ist der 'Taugenichts", die Geschichte eines harmlos träumerischen Müllerssohns, der, einen ewigen Sonntag im Gemüt, auf seinen "Wanderungen bis nach Italien gelangt und nach allerlei phantastischen Abenteuern das Mädchen, das er liebt, zur Frau erhält. In dieser Novelle wird der ganze Zauber der Romantik heraufbeschworen: alte Burgen und italienische Paläste, weite Gärten, laue Sommernächte, in denen die Brunnen verschlaf en rauschen, Mondenschein, Lieder zum Lautenspiel, verkleidete Gräfinnen, wandernde Studenten und Waldhorn blasende Jäger.
      Eine Fülle von Stimmungen erfüllt aucb den Jugendroman 'Ahnung und Gegenwart", in dem alles Geschehen tiefere symbolische Bedeutung hat und dessen Held seinen Lebenssinn in einer Zuflucht zur Religion findet.
     

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Joseph  Freiherr  Eichendorff  (I788-I857)    





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