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Die Hochromantik - Clemens Brentano (I778-I842)



Der von einem italienischen Vater und einer deutschen Mutter stammende, ruhelose und zerrissene, gemütvolle, aber auch beißend-witzige Clemens Brentano war eine echt romantische Natur. 'Dein Reich ist in den Wolken und nicht von der Erde", schrieb Goethes Mutter in sein Stammbuch, und er selbst, der ohne Beruf, ohne Heimat, und immer voller Pläne durch das Leben ging, sagte von sich, daß die Phantasie ihn besitze und nicht er sie. Seine Lyrik ist voller Musik; in ihrem Formenreichtum, ihrer Vielseitigkeit und ihrem Stimmungsgehalt gehört sie mit den Gedichten Eichendorffs zu den schönsten Dichtungen der Romantik:

Hör', es klagt die Flöte wieder, Und die kühlen Brunnen rausdien. Golden wehn die Töne nieder, Stille, stille, laß uns lausdien!
Holdes Bitten, mild Verlangen, Wie es süß zum Herzen spricht! Durch die Nacht, die mich umfangen, Blickt zu mir der Töne Lidit.
      Das 'Wiegenlied" und Gedichte wie 'Säusle liebe Myrte" sind voller Wohllaut und Empfindung. Dies gilt auch für die lyrischen 'Romanzen vom Rosenkranz", die unvollendet geblieben sind und in denen Brentano schildern wollte, wie die Schuld Adams durch die Gottesmutter Maria gesühnt wird. Den volksliedhaften Ton, den er manchmal in seiner Lyrik anschlug, traf er auch in seinen Balladen, wie etwa in 'Lore Lay", die von ihm erfunden, aber erst durch Heines Gedicht volkstümlich wurde.
      Unerschöpflich war Brentanos Märchenphantasie. Die Stoffe zu seinen Märchen verdankte er seiner rheinischen Heimat, aber auch der italienischen Heimat seines Vaters, wie z. B. sein berühmtestes Märchen 'Gockel, Hinkel und Gackeleia". Gerade seine Märchen zeigen ein rührend zartes Verhältnis zur Natur und zu Tieren und Pflanzen, lassen aber auch einen tiefen Sinn, lebhafte Phantasie und oft sprühenden Witz erkennen. Brentano traf aber ebenso gut den schlichten, volkstümlichen Ton, wie z. B. in der meisterhaft aufgebauten, traurig-rührenden 'Geschichte vom braven Kasperl und vom schönen Annerl" und in der unvollendet gebliebenen, ergreifend schönen 'Chronica eines jahrenden Schülers".
      Brentanos Schwester Bettina war in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts eine der hervorragendsten Frauen Deutschlands. Sie ist bekannt geworden durch ihr Buch 'Briefwechsel Goethes mit einem Kinde", worin sie Wahrheit und Dichtung in echt romantischer Weise miteinander verwoben hat. Sie heiratete 1811 den märkischen Edelmann Arnim, der zusammen mit ihrem Bruder 'Des Knaben Wunderhorn" herausgab.
     

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