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'Joseph und seine Brüder



Aber auch die Josephromane von Thomas Mann stellen sowohl die Entwicklung eines Helden — des symbolischen Namensträgers eines viel weiter reichenden Mythos — als auch die Summa eines bestimmten Kulturkreises dar. Der junge Joseph ist nicht Individualität im modernen Sinne, denn er ist in seiner Willensbestimmung nicht uneinge= schränkt frei. Sein Schicksal ist Nachvollzug und Erfüllung eines Mythos. Es deutet auf den Liebling der Isis oder der Venus zurück und auf Christus, den Gottessohn, voraus. Der Gegensatz zwischen Israel und Ägypten ist der Gegen= satz zwischen Gebot und Idol. Eine Welt, die an Idole glaubt und bereits in Auflösung begriffen ist, nimmt in Joseph den Keim eines künftigen Ethos in sich auf. Zwar beugt sich Joseph ägyptischen Glaubensformen, aber als Träger eines weit in die Zukunft weisenden Mythos hebt er den Bestand des Pharaonenreichs kraft seiner Zukunfts« bestimmung aus den Angeln. Zwischen Joseph und seinem alten Vater Jaakob, der ihn als Pharao in Ägypten wieder» findet, kann nur Wiedersehensfreude aus Liebe, aber keine Versöhnung stattfinden. Jaakob hält unverbrüchlich an der Einheit des Gesetzes fest. Joseph nimmt eine Einheit voraus, die sich in der Liebe des Menschen zu seinem Nächsten viel« fältig erfüllen soll. Jedoch zwischen Orthodoxie und huma nitärer Toleranz gibt es keine Brücke.
     

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