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Objektivierte Empfänglichkeit



Für Rilke liegt die Bewährung nicht so sehr in der Bewährung an der Ehre der Form — mit der hierdurch gebotenen Diskretion — als in der Vertiefung subjektiver Empfänglich» keit. Die Krise mußte für ihn an dem Punkt eintreten, wo er an seiner Selbstauffassung als Dichter irre wurde. Das pas» sive Abenteuer der Armen und Bettler, denen alles nur ge» schieht, nimmt bei Rilke die Stelle ein, an der bei Hof manns-thal der Abenteurer steht, der sich dionysisch in alles verwandeln kann. Rettet diesen vor der Gefahr sensibler Zer« faserung die heroische Tat — und darin beruht die Freund» schaftsdialektik zwischen Jaffier und Pierre im 'Geretteten Venedig" — so rettet den preisgegebenen Menschen Rilkes die künstlerische Arbeit. Der 'Malte Laurids Brigge" ist die große Wasserscheide. Im Unterschied zum 'Buch der Bil= der", wo noch die Stimmung genrehaft dominiert, gewinnen jetzt Dinge und Figuren rein poetische Konsistenz. Der Dichter spielt sich in die Erscheinungen hinüber. Wie sein Vorbild Rodin verwandelt er die eigene Empfindsamkeit in subtil modellierte Oberfläche und sensiblen Kontur.
     

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