Kindheit als fiktiver Text bürgerlicher Subjektivität |
| In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts kommt es zu einer dramatischen Veränderung in der diskursiven Strukturierung von Familien. Der schon bei Geliert und in anderen Robinsonaden dargestellte Verfall des traditionellen patriarchalischen Haushalts führt zur Formierung der bürgerlichen Kleinfamil |
Kindheit in der literarischen Psychologie |
| Im 18. Jahrhundert wird die ständisch-religiöse Identität des Individuums durch das Bewußtsein eines autonomen Selbst unterwandert. Der väterliche Name und Gottes führende Hand geben keine hinreichenden Bedingungen mehr dafür ab, daß das Individuum seiner selbst gewiß ist bzw. die Irritationen seine |
Die Idealisierung der Kindheit in der häuslichen Idylle |
| Bei der Lektüre von Campes Über die früheste Bildung junger Kinderseelen (1785) fällt die Schwierigkeit des Autors auf, den idealen Ort von Kindheit in Familie und Gesellschaft darzustellen. Demgegenüber wird der Pädagoge aber sehr eloquent, wenn es darum geht, die zu überwindende gesellschaftliche |
Die Produktion des familiären Imaginären |
| Neben der Darstellung von Kindheit in der patriarchalischen Idylle bzw. nach Maßgabe des normierenden Anspruchs häuslicher Glückseligkeit, was letztlich das patriarchalische Ideal von Gemeinschaft wiederholt, bemühen sich die erwachsenen Erzähler, das Innenleben des Kindes, d.h. seine unüberprüfbare |
Das Kind, die symbolische Ordnung, das Buch |
| Von der Kindheit in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts zu erzählen, bedeutet auch vom Umgang des Kindes mit der Sprache und den modernen Kulturtechniken Lesen und Schreiben im Sozialisationsprozeß zu reden. Während bei Geliert oder auch bei La Roche das Problem des richtigen Verstchens galanter Lieb |