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Die abwesenheit der kindheit

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Familiäres Chaos und bürgerliche Moral



Der sogenannte "erste deutsche bürgerliche Familienroman"1, Christian Fürchtegott Gellerts Ix'hen der schwedischen Gräfin von G** , beginnt mit dem Tod eines Geschlechts und der daraus folgenden Unsagbarkeit der Familiengenealogie. Stattdessen ergeht die Rede von einem anderen Geschlecht, von der Frau als Erzählerin, als Romanhcldin und als Edukantin:
Vielleicht würde ich bey der Erzählung meines Geschlechts eben so beredt, oder geschwätzig, als Andre seyn, wenn ich anders viel zu sagen wüßte. Meine Aeltern sind mir in den zartesten Jahren geslorben, und ich habe von meinem Vater, einem Uefländischen von Adel, weiter nichts erzählen hören, als daß er ein rechtschaffner Mann gewesen ist, und wenig Mittel besessen hat. Mein Vetter, der auch ein Landedelmann war, doch in seiner Jugend studirt hatte, nahm mich, nach meines Vaters Tode, zu sich auf sein Landgut, und erzog mich bis in mein sechzehntes Jahr.
      Die spätere Gräfin von G** legitimiert mit dem Tod ihrer Eltern, warum sie im Gegensatz zu anderen Erzählern von ihrem "Geschlecht" nichts zu berichten hat. Sie verweis! damit auf eine spezifische Schreibkonvention und Lesererwartung, die die Rekonstruktion der aristokratischen Familiengeschichte am Anfang eines Romans vorauszusetzen scheint. In einer für den Romananfang des 18. Jahrhunderts typischen poetologischen Selbstreflexion grenzt sie sich aber zugleich von der "Geschwätzigkeit" der Familiengenealogie in der Historien- bzw. Romaneröffnung ab, indem sie dem impliziten Kriterium des Wahrhaftigen und Wahrscheinlichen beim Erzählen folgt und nichts zu den ihr bekannten Fakten der Abstammung hinzudichtet. Vielmehr gerät die Rekonstruktion der Herkunft zur Abschaffung der Hausgeschichte. Die Erzählerin präsentiert keine eigentliche "Erzählung" ihres "Geschlechts", denn die mehrere Generationen umfassende Genealogie einer adeligen Familie reduziert sie auf die "Aeltern" und damit auf eine kleinfamiliale, eher bürgerlich zu nennende Familienstruktur. An diese hat sie keine unmittelbare Erinnerung und bezieht sich lediglich auf "Erzählungen" über die Tugenden ihres Vaters, durch dessen Stand sie ihren gesellschaftlichen Status definiert. Wohl infolge der poclologisch.cn Authenti/.itätsforderung an den Roman des frühen 18. Jahrhunderts schenkt sie dem Gehörten wenig Aufmerksamkeit und bricht die Familiengeschichte ab, um sich der Schilderung des Selbsterleblen zu widmen. Die von einem traditionellen Leserkreis erwartete Aussicht auf Geheimnisse der Herkunft, Familienskandale, erotische Ausschweifungen der Eltern, usw., ist zunächst einmal durch die knappe Vorrede versperrt; die Genealogie der Gräfin verspricht, da mit dem Tod der Eltern abgeschlossen und in eine Kindheits- als Erziehungsgeschichte übergehend, keine von Lesegewohnheiten im Umgang mit galanten Romanen konstituierte Lust am Text.'' Die Reduktion der Familiengeschichte auf das sich erinnernde Individuum sowie die Erwähnung der mit stereotypen Vorstellungen vom Adel unvereinbarenden Rechtschaffenheil und relativen Armut des Vaters deuten auf einen Diskurs, der nicht nur vom niedrigen Landadel, sondern hauptsächlich vom gehobenen Bürgertum initiiert wurde, um sich von der Hofaristokratie abzugrenzen, der die politisch machtlosen Stände skandalöse Familienchroniken sowie einen unmoralischen und luxuriösen Lebenswandel unterstellten.'' Diese bereits in der Romaneröffnung angedeutete Opposition von Landadel/Bürgertum und Hof führte dazu, Gellerts Roman mit dem Etikett "bürgerlich" bzw. "modern" zu versehen. Die Fabel des Romans legt eine solche gattungsspezifische Klassifikation nahe. Die Erzählerin heira-tet in Schweden den Landgrafen von G., wird von diesem durch die Nachstellungen des Prinzen von S. getrennt, muß vor der Rache des Prinzen fliehen und wandelt sich nach ihrer Flucht ins frühkapitalistische Holland zur bürgerlichen Frau, wo sie infolge der Todesnachricht vom Grafen den gelehrten Herrn R. heiratet. Dieser erzwungene Raum- und Standeswechsel wird diskursiv vorbereitet: von einer Kritik am Adelsstand, dessen Vorzug gering sei, "wenn man ihn vernünftig betrachtet!" . Bei der Rückkehr des Grafen wird zwar die bürgerliche Ehe wieder aufgelöst, aber nicht infolge ständischer Ordnungsrestitution, sondern aus Vernunftgründen. Der bürgerliche Moraldiskurs setzt sich im zweiten Teil des Romans im despotischen Rußland fort. Der Graf und sein Leidensgenosse, der Kaufmannssohn Steeley, überleben höfisch-militärische Intrigen mit Hilfe ihrer "menschlichen" Qualitäten, Tugend und Bildung; Steeley und die ehemalige Gouverneursfrau Amalie wiederholen sogar die bürgerliche Liebesheirat; schließlich finden sich alle Protagonisten in der Heimat des Kapitalismus wieder, wo die nun antagonistisch anmutenden Nachstellungen des Prinzen von der Gräfin erneut, diesmal aber souverän, abgewehrt werden.
      Landadelige, Kaufleute, Gelehrte sind die Helden einer sich im 18. Jahrhundert neu formierenden Leserschicht, dem modernen "Bürgertum", das sich auf der Grundlage neuer, in der geburtsständischen Gesellschaftsverfassung nicht repräsentierter Leitwerte wie Arbeit, Verdienst, Vernunft, Moral, Individualität und Bildung definierte, deren Propagierung in einer sich ausbildenden "bürgerlichen" Kultur in Erscheinung tritt und den Bürger als "Menschen" bestimmt. Doch nicht der Stündekonflikt gerät zum eigentlichen "movens" der Handlung und thematischen Slrukturprinzip in Gellerts Roman, sondern die schicksalhafte Auflösung des väterlichen Hauses in der frühesten Kindheit der Erzählerin. Erst der Tod der Eltern löst die Tochter, der als Frau im generativen Prozeß der "Erhaltung adligen Stamms und Namens'"' in der eigenen Familie keine Funktion zukommt, aus dem Herrschaftsbereich ihres Vaters. Nach der Aufnahme ins vetterliche Ersatz-Haus erhält die Gräfin aber eine Erziehung, die auf die Produktion der tugendhaften Ehefrau zielt und sie erst befähigt, über ihr individuelles Ich zu schreiben. Um nämlich der Verwaisten einen gesellschaftlichen Ort zuzuweisen - und das war für Frauen des niedrigen Adels die Alternative Heirat oder Stift - und um ihr zu einem verinner-lichten Regelsystem zu verhelfen, mit dem sie sich im anarchischen Weltlauf behauptet, erhält die Landadelige durch Erziehung eine Aufwertung jenseits der unzureichenden Besitz- und Standesprivilegien. Mit dieser Eröffnung wird der Roman thematisch vorstrukturiert: die Gräfin erzählt in fast nicht endender Folge den Zerfall und die Neugründung von "familiären" Einheiten, in denen sie selbst und andere als Zirkulationsobjektc einer noch zu bestimmenden Ordnung erscheinen. Sie postuliert ein auf die Produktion neuer, meist ehelicher Gemeinschaften ausgerichtetes Erziehungs- und Mcnschenideal und rekonstruiert peinlich genau die materielle Existenzsicherung des Einzelnen außerhalb der traditionellen Familie. Nicht mehr die Determination durch die schicksalhaften Verkettungen von Intrige, Hauspolitik, väterlichem Regime und ständischem Endogamiegebot wird erzählt, sondern die eigene Lebensgeschichte, in deren Zentrum die Bewährung der Tugenderziehung in einer Katastrophenwelt steht." Familie, Erziehung, Besitz, Moral, d.h. die Fundamente einer neuen "bürgerlichen" Welt- und Lebensauffassung werden am Anfang eines Textes sichtbar, der beim zeitgenössischen wie germanistischen Leser aber auch für andere Geschichten berühmt-berüchtigt ist: Mord, Inzest, Bigamie, affekt-beladene Individuen, unzivilisierte, von Despoten beherrschte Territorien. Die verwirrenden Beziehungsgeschichten, die wiederum durch Mord, Selbstmord auf der einen und durch altruistische Einsicht auf der anderen Seite entwirrt werden, schreiben den unmoralischen Subtext, auf dem sich Tugend erst darstellen läßt. Der Konflikt der Erzählerin mit dieser "unbürgerlichen" Gegenwelt resultiert jedoch seinerseits aus der Auflösung ständischer und familiärer Bindungen und macht die Differenz, den soziohistorischen oder epistemologischen Bruch von gesellschaftlichen Ordnungssystemen evident. Die Verbindung von Roman und Familie weist zudem über diese textinterne Handlungsstrukturierung hinaus, da der "Familienroman" über etwas schreibt, an dessen diskursiver Konstruktion er selbst erst mitwirkt: die bürgerliche, moralische Kleinfamilie, in der sich das Individuum als autonomes Subjekt konstituiert.
      Diese Interpretation des Romananfangs unterschlägt allerdings Entscheidendes: die eine authentisch "weibliche" Schrift suggerierende Ich-Erzählung verdeckt den eigentlichen Autor, den Moralphilosophen und Schriftsteller Geliert, der die Gräfin nur erzählen läßt, was Mann über ihr Geschlecht, ihre Erziehung, ihr Leben und ihr Selbst denkt oder, anders gesagt, wie Mann weibliche Individualität im Rahmen zeit-genössischer Diskurse und literarischer Gattungen re-/produziert. Der Verweis auf diese geschlechtsspezifischen Konnotationen von Autorschaft und literarischer Figur soll hier auf eine bisher kaum beachtete Struktur des beginnenden bürgerlichen Romans aufmerksam machen: es handelt sich oft um "papierne Mädchen"11, an denen der Tod der ständischen Familie, die damit verbundene Befreiung der Kinder, ihre väterliche Erziehung zu einem selbstbestimmten, tugendhaften Individuum und die Grundlage einer neuen intimen, aber immer noch patriarchalischen Gemeinschaft dargestellt wird. Aus dieser Beobachtung ergeben sich einige Hypothesen, an denen sich die Rekonstruktion der "familiären" Beziehungen in der Schwedischen Gräfin orientiert. Die weiblichen Helden der aufklärerischen und empfindsamen Romanliteratur dienen der Repräsentation der bürgerlichen Entdeckung des "Menschen", dem jenseits der alten ständischen Körperbeschriftung eine seelische Identität und damit ein neuer gesellschaftlicher Wert zugeschrieben wird, den Männer erst in intimen Sozialisationsgemeinschaften produzieren. Abgesehen von den sozio-ökonomischen Bedingungen und Implikationen dieses Prozesses verweist die Verschriftlichung einer derartigen "imaginierten Weiblichkeit" innerhalb des diskursiven Feldes der Popularphiloso-phie und Literatur auf eine Veränderung der bürgerlichen Mann-Frau- bzw. Erwachsenen-Kind-Beziehung. Dieser Prozeß läßt sich der Deutlichkeit halber vereinfacht darstellen: die Frau der bürgerlichen Oberschichten wird seit der Neuzeit zunehmend gesellschaftlich isoliert, ihrer traditionellen Identitäten beraubt und in neue symbolische Ordnungen eingeführt, die auf einer hohen Abstraktion von der wirklichen Welt beruhen, diese aber zugleich erst qua Repräsentation produzieren. Dabei wird nicht nur der weibliche Körper im Zuge landesherrlicher Gesetzgebung und kirchlicher bzw. medizinisch-pädagogischer Sozialhygiene männliches Verfügungsobjekt, auch die Frauenseele wird religiös-rationalistischen Diskursen der Männer unterworfen, die insbesondere in der an Leserinnen adressierten Literatur propagiert werden und die Frau auf ihre "neuen" Funktionen in der Familie verpflichten wollen. Der Übergang von der körperlichen Welt der sinnlichen Anschauungen und gesellschaftlichen Initiationen zur inneren, seelischen und symbolischen wird dabei als normale Sozialisation bald jedem Kind in Kleinfamilie und Schule aufgezwungen. Damit stellt sich Gellerts Roman in den umfassenden Transformationsprozeß, der nach der neueren historischen Familien- und Frauenforschung die hauswirtschaftlichen und repräsentativen Funktionen der Frau einschränkte und zur diskursiven Ausbildung der idealisierten Geschlechtsrollen "Ehefrau" und "Mutter" führte. Vor der gesellschaftlichen Durchsetzung der klein-familialen Kindheit wird die Frau zum Experimentierobjekt und -instrument des bürgerlichen Sozialisationsdiskurses. Die von der Nachbarschaft und Verwandtschaft getrennte, von den berufstätigen Männern alleingclassene Frau soll die bürgerlich-patriarchalischen Normen verinneriichen, damit im Namen des Vaters die familiäre Ordnung auch bei dessen Abwesenheit aufrechtgehalten wird. Einmal "erzogen" hat sie das Recht, selbst Frzieherin zu werden. Ihre zweite Funktion, die der Mutter und damit Begründerin der klcinfamilialen emotionalen Intimsphäre, folgt auf die erste, denn die Frau muß auch ihre Mutterrolle "erlernen", d.h. sie muß das die gesellschaftliche Isolation kompensierende Supplement der "Mutlerliebe" annehmen und kultivieren."' Diese männlichen Vorstellungen von "Frau" kollidieren jedoch mit anderen literarischen Bildern von "gelehrten" oder "wollüstigen" Frauen, die die tugendhafte Singularität der "Hinen" unterminieren und dazu führen, daß die Idealisierung der Gattin und Mutter schon in ihrer Konstitution, d.h. hier in Gellerts Roman, brüchig wird. Innerhalb dieses diskursiven Feldes ist das Selbst, von dem die Gräfin in ihrer Lebensgeschichte schreibt, das Produkt komplizierter und widersprüchlicher, immer jedoch männlicher Reden über Familien, Sexualität, Ökonomie und Geschlecht.
      Betrachtet man den literaturhistorischen Hinlergrund, dann befindet sich Geliert durchaus im Rahmen der Vorgaben der Romantradition, wenn er die katastrophenreiche Lebensgeschichte der Gräfin, verschiedene Liebesepisoden und abenteuerliche Reisen zu einem Text verbindet, der als Fxempcl bürgerlicher Moralphilosophie im Kontext familiärer Beziehungen fungiert. Schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts setzte eine thematische "Verbürgerlichung" der Pikaro- und Schäferromane ein, deren Helden aus dem Bürgertum oder dem unhöfischen Landadel einer moralisierten

Rationalität in Ehe und bürgerlichem Berufsleben folgten. In Abgrenzung zu den Repräsentationsformen des Öffentlichen und der "politischen" Gesellschaftsmoral in den höfisch-historischen, galanten oder politsatirischen Romanen verlagert der frühbürgerliche Roman den Geschehens- und Erlebnisbereich in die Intimsphäre des bürgerlich strukturierten Familienlebens und ihres Wertesystems, welches in häuslichchristlichen Tugenden, im empfindsamen Freundschaftskult oder in einer gesellschaftlichen Mitleidsmoral der Besitzenden seinen literarischen Ausdruck findet. Dieser Prozeß erhielt entscheidende Impulse durch die Rezeption französischer und englischer Romane, wobei insbesondere Samuel Richardsons Pamela und Clarissa die Auffassung vom Roman als Geschichte familiärer Privatbegebenheiten in Deutschland verbreiteten. Ian Watt hat die Entstehung des modernen englischen Romans an dieser Darstellung von "in-dividualism" und "private experience" des besitzenden Bürgertums festgemacht, die sich wiederum nur in der neuen, ungebundenen, auf das Besondere abhebenden Gattung verwirklichen ließ.1'' Die Romanheldinnen werden dabei nicht nur in der häuslichen Intimsphäre dargestellt, wo sie mittels Erziehung zu sexueller und ökonomischer Moral eine Identität erhalten, sie entäußern auch ihr dort entstehendes "Selbst" im Medium: so wie im Inneren des bürgerlichen Hauses das Innen der Frau als Seele auftaucht, erscheinen im Roman der privat Vereinzelten mit dem Brief, dem Tagebuch, der Ich-Erzählung, usw. intimere Prosaformen zur Selbstdarslellung, die wiederum verallgemeinerbar ist, da das literarische Ich mit der lesenden Öffentlichkeit "an dem generellen Nenner 'Menschheit' bzw. 'Vernunft' immer partizipiert"20. Neben der Darstellung der Seelenerziehung artikuliert der Roman damit auch die Beschaffenheit der individuellen "neuen" Seele bzw. wie sie sein sollte. Die Diskursi-vierung seelischer Vorgänge, die auf katholische Beichtpraktiken oder die pietistische Selbsterforschung zurückgreift, zielt auf das, was sich am Horizont unter dem Begriff "bürgerliche Subjektivität" anzudeuten beginnt. Der neue Roman gibt Einblicke in die Techniken der Seelenproduktion fiktiver Personen und deren Auseinandersetzung mit eben diesen erzieherischen Praktiken bzw. mit dem Widerspruch von Erziehungsidealen und gesellschaftlicher Realität und beteiligt sich auf diese Weise selbst an der Sozialisation des Individuums zum bürgerlichen Subjekt.
      Zwar hatte sich insbesondere seit Gotthard Heideggers Mythoscopia Romantica eine negative Haltung in der frühaufklärerischen Poetik gegenüber dem Roman durchgesetzt, dem als "Heydnischer Tand", "Zeitverderber", "Lügenschmier" ein verderblicher Einfluß auf die Einbildungskraft und Moral des Lesers unterstellt wurde, aber mit der Lektüre Richardsons werden Stimmen aktiviert, die schon früher die Indienstnahme der Gattung zur moralischen Normdurchsetzung anvisierten.2' Der Ästhetiker Georg Friedrich Meier beschreibt 1750 die Rolle von Literatur als Sozialisationsagenten des bürgerlichen Wertesystems: der deutsche Roman soll "nach dem Muster der Pamela die Tugend |...| reizend lehren", "die geheimesten Triebfedern moralischer Handlungen" veranschaulichen und der "crnste|n| Sittenlehre ein freundliches und angenehmes Wesen" geben. Dabei kommt dem am spätbarocken Roman kritisierten Täuschungs- und Verführungspotential des Fiktionalen eine die Literatur für den Sozialisationsprozeß privilegierende Funktion zu, denn durch den Roman kann "die Jugend auf die angenehmste Weise glücklich bctrogen"

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