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Sprachliche Gestaltung



Verschiedentlich haben Interpreten auf die bis in einzelne Sätze hinein wirksame Gestaltungsintention hingewiesen. Besonders hervorgehoben sei der Beginn der Erzählung mit seiner Fülle von symmetrisch eingesetzten Adjektiven, mit seiner den disparaten und unentschiedenen Charakter Tonios, den Antagonismus der Erzählung vordeutenden Darstellung von Witterung und Verhalten der Schüler. In dieser Schwebe bleibt - die wechselseitige Erhellung der Gegensätze abbildend - vieles in der Erzählung, z. B. die Wirkung Inge Holms auf Tonio , der unbewußt gegangene Weg ins Vaterhaus , Meer und Witterung in Aalsgard . Beachtenswert auch die Struktur des Briefes , der die Unbestimmtheit noch einmal aufnimmt und fortgesetzt ist in der reflektorischen Gegenüberstellung der Gegensätze von Vater und Mutter, Bürger und Künstler, Schönheit und Gewöhnlichkeit. Und der Schluß ist in bekenntnisartig schlichter Sprache geschrieben, die wohl bewußt die Stichwörter trivial, banal, gewöhnlich realisieren, in manchem an die schlichten Gedichte von Novalis oder Hesse erinnern, auf jeden Fall über die Erzählung hinausweisen will.
      Hingewiesen sei schließlich auf die Funktion und Bedeutung des Erzählers, der weithin in erlebter Rede mit Tonio identisch ist, der zudem in den entscheidenden reflektorischen Phasen Tonio selbst sprechen läßt, um nicht als der überlegene, ironische Kommentator auftreten zu müssen, der er, seinem Autor nahe, noch nicht ist, nur selten in dieser Erzählung sein kann .
     

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