Derrida: Dekonstruktion, Philosophie und Literaturtheorie |
| Es kann nicht darum gehen, Jacques Derridas Dekonstruktion auf die Problematik der Literaturtheorie zu reduzieren oder sie als literaturwissenschaftliche Methode, die sie nie sein wollte, aufzufassen. Obwohl sie in der literaturwissenschaftlichen Diskussion eine wichtige Rolle spielt und in diesem K |
Parole und ecriture: Kritik der Metaphysik, Kritik an Hegel |
| Am Ende des vorigen Kapitels trat bereits ein grundsätzlicher Gegensatz zwischen Heidegger und Derrida zutage. Trotz seiner Behauptung, daß »keine (seiner) Untersuchungen (...) ohne den Ansatz der Heideggerschen Fragestellung möglich gewesen (wäre)«3, weist Derrida auf die metaphysischen Residuen im |
Derrida als Nietzscheaner: ecriture |
| Schon im ersten Kapitel erschien Nietzsche als ein Denker der radikalen Ambivalenz und der Schrift. Im Gegensatz zu Heidegger, der dazu neigt, die gesamte Philosophie Nietzsches aus dem Prinzip des »Willens zur Macht« abzuleiten, hebt Derrida die Ambivalenzen und Antinomien von Nietzsches Text hervo |
Kritik des Strukturalismus und der Sprechakttheorie: differance und iterabilite |
| In mancher Hinsicht könnte der von Ferdinand de Saussures Semiologie beeinflußte Strukturalismus als Antipode der Dekonstruktion aufgefaßt werden. Im Gegensatz zu dieser geht Saussure von festen phonetischen oder semantischen Gegensätzen wie b/p, d/t, s/z, männlich/weiblich, Signifikant/Signifikat a |
Dissemination und Dialektik der Totalität: Derrida, Jean-Pierre Richard und Mallarme |
| Die Konfrontation zwischen Strukturalismus und Dekonstruktion im vorigen Abschnitt könnte als eine theoretische Einleitung zu Derridas Kritik an Jean-Pierre Richards thematischer Interpretation (»analyse thematique«) von Mallarmes Dichtung gelesen werden. Obwohl Richard kein Vertreter des linguistis |
Derrida als Baudelaire-Leser: La Fausse monnaie |
| In seinen Kommentaren zu Baudelaires Prosagedicht La Fausse monnaie/Das falsche Geldstück (Le Spleen de Paris, XXVIII) greift Derrida einige Argumentationsstränge aus »La Double seance« wieder auf und veranschaulicht seine Vorstellung von der
Streuung oder Dissemination anhand von linguistischen un |
Babel oder die unmögliche Übersetzung: Von Benjamin zu Derrida und de Man |
| Walter Benjamin und Jacques Derrida stimmen in der Ansicht überein, daß, wie Benjamin es ausdrückt, die Sprache »nicht ein verabredetes System von Zeichen ist«1", und die Signifikanten folglich nicht als konventionelle Markierungen universell geltender Begriffe im Sinne von Saussure aufzufassen sind |