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Das zwanzigste jahrhundert

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Josef Weinheber (I892-I945).



Seine Lyrik ist zum einen Teil hymnisch-erhaben, zum anderen volkstümlich-schlicht. Das Ringen um die Würde des Menschen tritt uns vor allem in den Gedichtbänden 'Adel und Untergang", 'Späte Krone" und 'Zwischen Göttern und Dämonen" entgegen. Wie sehr Weinheber um den Bestand des Menschlichen in dieser Welt bangt, zeigt sein Gedicht 'Der Baum":
Vor meinem Fenster steht ein Baum. Es ist ein Baum und keiner doch. Hofmauern rauben ihm den Raum. Sein Himmel ist ein Zellenloch.
      Im Frühjahr treibt er greis und blaß - Er blühte nie - sein Laubwerk aus. Dann starren Augen, groß vom Haß, Auf dieses Fest im Hinterhaus ...

     
Um seinen Stamm kein Reigensang, In seinem Schatten keine Rast! Die Ratten rascheln nächtelang Und knabbern an dem Lederbast . . .
      Gebt Raum, ihr Mauern! Himmel brich Herab auf ihn und mach ihn frei! Er blühte nie! Er martert mich! Er ist mein Herz! Mein Lebensschrei!
Den anderen, den volkstümlich-schlichten Weinheber zeigen uns vor allem die Sammlungen 'Wien wörtlich" und 'O Mensch, gib acht!" . Als Beispiel diene 'Straßenvolk" aus 'Wien wörtlich":
I bin der g'flickte Schani, i steh am scharfen Eck. Das Eck g'hört mir allani, des nimmt ma kaner weg.
      Und tuat a Wachmann kumma, so pausier i halt . I gfreu mi scho am Summa, da schlaf i draußt im Wald.
     

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Josef  Weinheber  (I892-I945).    


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