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Der Expressionismus



Was Expressionismus ist, hat einer seiner Wegbereiter, Hermann Bahr , wie folgt ausgedrückt: "Niemals war eine Zeit von solchem Entsetzen geschüttelt, von solchem Todesgrauen. Niemals war die Welt so grabesstumm. Niemals war der Mensch so klein. Niemals war ihm so bang. Niemals war Friede so fern und Freiheit so tot. Da schreit die Not jetzt auf: Der Mensch schreit nach seiner Seele, die ganze Zeit wird ein einziger Notschrei. Auch die Kunst schreit mit, in die tiefe Finsternis hinein, sie schreit um Hilfe, sie schreit nach dem Geist: Das ist Expressionismus." Die Dichtung des Expressionismus ist vor allem Geist-Dichtung, nicht Gefühls-Dichtung im Sinne von Romantik und Realismus. Sie will neue "Werte setzen und nicht durch Schönheit bestechen. Im Mittelpunkt der expressionistischen Dichtung steht der Mensch. Daher ist die Erneuerung des Menschen ihr Hauptziel. Nach der religiösen Erneuerung soll sich die Erneuerung des sozialen und politischen Menschen vollziehen. Der expressionistische Dichter will "Visionär" sein und zugleich "Künder" seiner Vision. "Er sieht nicht, er schaut. Er schildert nicht, er erlebt. Er gibt nicht wieder, er gestaltet, und die Erde ist eine riesige Landschaft, die Gott uns gab" . Expressionistische Dichtung ist daher Ideendichtung. Das Bannen von "Gesichten" macht den Dichter aus, nicht das Verharren in der Stimmung und das Beschreibenkönnen. Deshalb findet sich in der Sprache der expressionistischen Dichtung nichts Schilderndes mehr. Bewußt zerstört der Dichter sogar das grammatikalische Gefüge, wenn dies seiner Idee dienlich ist.
      Die mit dem Expressionismus einsetzende Wandlung der Dichtung vollzog sich zunächst in der Lyrik.
     

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