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Das höfische gesellschaftsideal

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Handarbeiten



Die adligen Mädchen sollten spinnen und weben, nähen und sticken lernen, und viele werden einen großen Teil ihres Lebens mit solchen Tätigkeiten zugebracht haben, auch wenn sie nicht von der Arbeit ihrer Hände leben mußten. Für die Didaktiker war es ein schlechtes Zeichen, wenn eine Dame »den Spinnrok-ken haßt, nicht webt, nicht spinnt, nicht haspelt« und nur ihre Zeit damit verbrachte, »daß sie sich schön und hübsch macht und sich weiß oder rot anmalt«87. Weben, Sticken und Verzieren der Kleider galten auch für große Damen als ehrenwerte Tätigkeiten, während die ersten Stufen uer Flachsbearbeitung meistens den Mägden überlassen blieben. Die dreihundert adligen Frauen im >Iwein Von dem jungen Hugdietrich wurde erzählt, daß er sich Zugang zu der Hildburg verschaffte, indem er sich als kunstfertige Frau verkleidete. Ein ganzes Jahr lang lernte er von einer Meisterin nähen, spinnen und vor allem die kunstvolle Seidenstickerei, das Entwerfen von figürlichen Mustern und die Ausschmückung mit Bändern und Borten . Manche Frauen haben es in dieser Kunst zu hohem Ansehen gebracht . Die um 1200 entstandene Lebensbeschreibung der Kaiserin Kunigunde berichtete, daß die Kaiserin »in Grammatik und in anderen Wissenschaften ebenso erfahren war wie in der Fertigkeit, kirchliche Gewänder mit Gold und Edelsteinen zu verzieren«89.
     

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